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Nachrichten

Freitag, 13. Oktober 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag.

NEW YORK: Die fünf Vetomächte des Weltsicherheitsrates und Japan haben sich bei ihren Gesprächen über Sanktionen gegen Nordkorea angenähert. Die Einwände Chinas und Russlands seien im wesentlichen ausgeräumt, sagte der amerikanische UN-Botschafter John Bolton nach neuen Beratungen über den von Pjöngjang verkündeten Atomtest. Nach Medien-Informationen sieht der jüngste Resolutionsentwurf nur noch nicht-militärische Maßnahmen wie Wirtschaftssanktionen vor. - Das japanische Kabinett in Tokio hat bereits umfassende Sanktionen gegen Nordkorea gebilligt. Unter anderem werden alle Häfen für nordkoreanische Schiffe geschlossen. Für Regierungsvertreter aus Pjöngjang gilt ein sechsmonatiges Einreiseverbot.

PEKING: Chinas Präsident Hu Jintao hat seinen südkoreanischen Kollegen Roh Moo Hyun empfangen, um die Haltung der beiden Länder im Nordkorea-Konflikt aufeinander abzustimmen. Im Mittelpunkt der Beratungen in Peking standen die Auswirkungen des nordkoreanischen Atomtests auf die Sicherheitslage in der Region. China und Südkorea vertreten die Position, dass Sanktionen gegen Nordkorea nicht so hart sein sollten wie von den USA gefordert. Eine 'emotionale und überstürzte' Reaktion sei der falsche Weg, sagte ein Mitglied der südkoreanischen Delegation.

LONDON: Mit ungewöhnlich klaren Worten ist der neue britische Armeechef Richard Dannatt auf Distanz zur Irak-Politik von Premierminister Tony Blair gegangen. Die britischen Truppen müssten bald aus dem Irak zurückgezogen werden, sonst drohten 'katastrophale Konsequenzen', sagte Dannatt. Die Sicherheitslage im Irak werde durch die Anwesenheit britischer Soldaten nur verschlimmert. Das Vorhaben der Regierung, eine freie Demokratie im Irak zu errichten, sei 'naiv', betonte der General. Ein Regierungssprecher entgegnete in London, die Präsenz der mehr als 7.000 britischen Soldaten im Irak entspreche dem ausdrücklichen Wunsch der Führung in Bagdad.

KABUL: Ein Selbstmord-Attentäter hat im Süden Afghanistans einen Anschlag auf einen Nato-Konvoi verübt. Nach jüngsten Berichten wurden bei dem Attentat in Kandahar mindestens fünf Zivilisten getötet. Zwei Nato-Soldaten erlitten Verletzungen. Bisher bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

WASHINGTON: Vertreter des Roten Kreuzes haben erstmals Zugang zu 14 Terror-Verdächtigen erhalten, die im September von CIA-Geheimgefängnissen in das US-Gefangenenlager Guantanamo verlegt wurden. Bisher hatten die USA die mutmaßlichen El-Kaida-Extremisten internationaler Beobachtung entzogen. Unter ihnen befindet sich auch Chalid Scheich Mohammed, der als Drahtzieher der Terror-Anschläge vom 11. September 2001 gilt.

BERLIN: Der Bundesrat hat einstimmig den Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Harald Ringstorff, zu seinem neuen Präsidenten gewählt. Der SPD-Politiker übernimmt am 1. November das Amt von Schleswig-Holsteins Regierungschef Peter Harry Carstensen. Der Präsident des Bundesrates wechselt turnusgemäß nach einer festgelegten Reihenfolge einmal im Jahr. Der Präsident des Bundesrates vertritt nach den Bestimmungen des Grundgesetzes den Bundespräsidenten, wenn dieser verhindert ist.

BERLIN: Justizministerin Brigitte Zypries will mit Expertenhilfe die Situation vernachlässigter Kinder verbessern. Nach dem Tod des zweijährigen Kevin in Bremen untersucht eine Arbeitsgruppe, wie man vernachlässigten Kindern schneller helfen kann. Nach Angaben der Ministerin sollen noch in diesem Jahr Vorschläge unterbreitet werden, wie die Zusammenarbeit und der Informationsfluss aller beteiligten Stellen verbessert werden kann. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen kündigte an, bereits im November das geplante Frühwarnsystem zur Unterstützung vernachlässigter und misshandelter Kinder zu starten. Der kleine Kevin war am Dienstag tot im Kühlschrank seines drogensüchtigen Vaters gefunden worden.

MÜNCHEN: Die rund 3.000 Beschäftigten des insolventen Handy- Herstellers BenQ Mobile müssen weiter um ihre Jobs bangen. Bei einer Mitarbeiterversammlung kündigten der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Prager und Vertreter der Agentur für Arbeit in München einen Stellenabbau an, nannten aber noch keine konkreten Zahlen. Ein Unternehmenssprecher hatte zuvor den Abbau von mehr als 1.000 Stellen als realistisch bezeichnet.

STOCKHOLM: Die Vergabe des Literatur-Nobelpreises 2006 an den türkischen Schriftsteller Orhan Pamuk ist europaweit begrüßt worden. Die türkische Regierung gratulierte ebenfalls, obwohl der Autor noch im vorigen Jahr in seiner Heimat wegen Äußerungen zum Völkermord an den Armeniern angeklagt worden war. Das schwedische Nobel-Komitee hatte mit der Vergabe des Preises am Donnerstag Pamuks Mittlerrolle zwischen seinem Heimatland und dem Westen gewürdigt. Der 54-Jährige setzt sich in seinen Werken mit der schwierigen Geschichte der Türkei zwischen Tradition und Moderne auseinander. Zu den bekanntesten Büchern des Gesellschaftskritikers zählen 'Die weiße Festung', 'Rot ist mein Name' und 'Schnee'. Seine Werke wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Heiter bis wolkig, in der Mitte einzelne Schauer. Höchtwerte 15 bis 21 Grad.


Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 13°, bedeckt;
Berlin: 11°, bedeckt;
Dresden und München: 9°, Nebel;
Köln/Bonn: 14°, bedeckt sowie
Frankfurt am Main: 15°, Regen.

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