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Nachrichten

Freitag, 13. Juli 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag

FRANKFURT AM MAIN: Nach wochenlanger Rekordjagd ist der Deutsche Aktienindex auf ein neues Allzeithoch geklettert. Getrieben von der boomenden deutschen Wirtschaft und positiven Vorgaben aus den USA übertraf der DAX seinen bisherigen Höchststand von März 2000. Am Freitagvormittag stieg das Börsenbarometer auf bis zu 8.151 Punkte, mittlerweile gingen die Kurse wieder etwas zurück. Nach Einschätzung von Analysten ist ein Ende des Aufschwungs noch nicht in Sicht. - Am Donnerstag hatte auch die New Yorker Wall Street einen Rekord vermeldet. Mit knapp 13.862 Punkten schloss der Dow-Jones-Index so hoch wie nie zuvor.

FRANKFURT AM MAIN: Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn beharrt die Gewerkschaft der Lokomotivführer auf ihrer Forderung nach massiven Lohnerhöhungen. Die GDL bestehe auf einem eigenständigen Tarifvertrag, betonte der Gewerkschaftsvorsitzende Manfred Schell kurz vor Beginn der Verhandlungen in Frankfurt. Er gehe jedoch ohne Illusionen in die Gespräche, sagte Schell. Seine Gewerkschaft verlangt Einkommensverbesserungen um bis zu 31 Prozent. Die Bahn-Führung will maximal viereinhalb Prozent mehr zahlen. Einen entsprechenden Tarifabschluss hatte die Bahn Anfang der Woche mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA vereinbart.

KIEL: Wegen der Pannenserie im schleswig-holsteinischen Atomkraftwerk Krümmel werden jetzt auch Polizei und Staatsanwaltschaft aktiv. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Lübeck durchsuchten Polizisten den Leitstand und Büroräume des Atomkraftwerks östlich von Hamburg. Nach Angaben der Behörden hatte sich der Stromkonzern Vattenfall geweigert, die Personalien eines Reaktormitarbeiters zu nennen, der als Zeuge befragt werden sollte. Daraufhin sei ein Durchsuchungsbeschluss erwirkt worden. - Das AKW Krümmel steht seit einem Brand Ende Juni still. Seitdem wurden weitere Pannen dort bekannt.

WIEN: Der Iran hat überraschend einer weiteren Inspektion seines im Bau befindlichen Schwerwasserreaktors bei Arak zugestimmt. Dies ist eines der Ergebnisse von Gesprächen, die eine Delegation der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) in dieser Woche in Teheran führte. Wie in Wien mitgeteilt wurde, sollen Atominspekteure Ende Juli außerdem Informationen erhalten, die noch offene Fragen im Zusammenhang mit dem jahrzehntelang geheimen Nuklearprogramm Irans klären könnten. -- Dazu gehören unter anderem frühere Plutonium-Experimente. Entscheidungen über eine vollständige Überwachung der Urananreicherungsanlage bei Natans sollen im August fallen.

PJÖNGJANG: Die nordkoreanische Militärführung hat direkte Gespräche mit den US-Streitkräften vorgeschlagen, die USA gleichzeitig aber auch gewarnt, weiter Druck auf Nordkorea auszuüben. An den bilateralen Militärgesprächen über Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel könnten auch die Vereinten Nationen teilnehmen, zitiert die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA den Leiter der Militärmission in der Demilitarisierten Grenzzone. Washington solle die Chance nicht verpassen. Sollten die USA aber ihre Strategie der "Erpressung" beibehalten, seien auch die jüngsten Vereinbarungen über den Ausstieg aus dem Atomprogramm in Frage gestellt, drohte die Führung Nordkoreas.

WASHINGTON: Das von den Demokraten beherrschte US-Repräsentantenhaus hat noch einmal für den Beginn des Abzugs der amerikanischen Truppen aus dem Irak innerhalb von 120 Tagen gestimmt. Der Beschluss fiel trotz einer Vetodrohung von Präsident George W. Bush mit 223 gegen 201 Stimmen. Vor der Abstimmung hatte die Regierung in einem Zwischenbericht festgestellt, dass die irakische Führung bei der Umsetzung der von den USA geforderten politischen, militärischen und wirtschaftlichen Reformen nur geringe Fortschritte macht. --- Insbesondere würden zu wenig eigene irakische Sicherheitskräfte rekrutiert, die auch eigenständig agieren könnten. Zudem gelinge es der Führung in Bagdad nicht, die Milizen zu entwaffnen.

BAGDAD: Amerikanische Truppen haben bei einer Razzia gegen mutmaßliche schiitische Extremisten in Bagdad nach eigenen Angaben auch sechs irakische Polizisten getötet. Das US-Kommando erklärte, bei der Militäroperation habe man zur Unterstützung Kampfjets einsetzen müssen. Außer den Polizisten seien auch mehrere "Terroristen" ums Leben gekommen. Bei der Razzia habe man den Anführer einer Terrorgruppe gefangengenommen, einen Polizeioffizier, der enge Beziehungen zu den iranischen Revolutionsgarden unterhalten habe. -- Bei einem Angriff von Aufständischen auf das Innenministerium wurden fünf Wachen getötet und mehrere verletzt.

ISLAMABAD: Nach der blutigen Erstürmung der Roten Moschee in Islamabad hat Präsident Pervez Musharraf in einer Fernsehansprache dem Terrorismus in Pakistan den Kampf angesagt. Der Militärmachthaber rief zudem die Führer der tausenden Koranschulen auf, Mäßigung zu predigen. Vor Regierungsgebäuden und Moscheen wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. An der Grenze zu Afghanistan, von wo aus die radikalislamischen Taliban operieren, sollen die Truppen aufgestockt werden. Die grenznahe Stadt Hangu wurde nach den jüngsten Anschlägen militanter Islamisten umstellt.

BERLIN: Einen Tag nach dem Integrationsgipfel im Kanzleramt hat die Bundesregierung eine umfangreiche Aufklärungsaktion gestartet. Mit zehntausenden Plakaten will die Regierung in ganz Deutschland für die Integration von Mitbürgern ausländischer Herkunft werben. Die von der Integrationsbeauftragten Maria Böhmer vorgestellte Aktion richtet sich nicht nur an die Allgemeinheit, sondern gezielt auch an Sportverbände und Schulen. Mit zusätzlichen Kampagnen wolle man vor allem türkisch-stämmige Familien über das neue Zuwanderungsrecht aufklären, sagte Böhmer.

BERLIN: Auf Druck der Parteibasis müssen sich die Grünen auf einem Sonderparteitag Mitte September mit dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr befassen. Wie ein Parteisprecher mitteilte, berief der Bundesvorstand das Treffen auf Antrag von 44 Kreisverbänden ein. Mindestens zehn Prozent aller Kreisverbände -genau 44 - sind nötig, um eine außerordentliche Bundesdelegiertenkonferenz auch gegen den Willen der Parteiführung zu erzwingen. Parteiintern umstritten ist bei den Grünen vor allem der Einsatz deutscher Tornados in Afghanistan. Im Herbst muss der Bundestag über eine mögliche Verlängerung des Mandats entscheiden.

BERLIN: Bund und Länder wollen in den nächsten fünf Jahren eine weitere Milliarde Euro für die Sanierung der Braunkohle-Altlasten in Ostdeutschland aufwenden. Eine entsprechende Vereinbarung wurde von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, Finanzminister Peer Steinbrück und Vertretern der Länder Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen unterzeichnet. Geplant ist, dass in den ehemaligen ostdeutschen Braunkohlerevieren neue Seenlandschaften entstehen. Auch in die Infrastruktur soll investiert werden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Anfangs dichte Wolken und örtlich etwas Regen. Im Tagesverlauf von Süden her Auflockerungen. Höchstwerte 20 bis 29 Grad.

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