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Nachrichten

Freitag 12. September 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

HARARE: In Simbabwe haben sich die Konfliktparteien nach monatelangem Kampf auf eine Machtaufteilung zwischen Präsident Robert Mugabe und Oppositionsführer Morgan Tsvangirai verständigt. Einzelheiten über das erzielte Abkommen sollen erst am Montag bei der feierlichen Unterzeichnung des Abkommens bekanntgegeben werden. Laut unbestätigten Berichten soll Tsvangirai die Federführung über die Regierungsgeschäfte erhalten sowie die Kontrolle über die Polizeikräfte. Mugabe würde ein einflussreicher, neu zu schaffender Staatsrat unterstehen sowie die Armee. Binnen 18 Monaten könnte eine neue Verfassung ausgearbeitet werden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, er hoffe, dass die Vereinbarung den Weg für einen dauerhaften Frieden ebnen werde.

BANGKOK: Die Krise in Thailand vertieft sich weiter. Der abgesetzte Ministerpräsident Samak Sundaravej fand für den Versuch, sich noch einmal vom Parlament bestätigen zu lassen, nur geringe Unterstützung. Die Abstimmung wurde auf Mittwoch verschoben, da nicht genügend Abgeordnete erschienen waren. Korrespondenten berichteten von einem Boykott sämtlicher Koalitionspartner Samaks. Auch in der eigenen Partei PPP sollen 70 Mitglieder eine Enthaltung angedroht haben. Aus dem Regierungslager verlautete, man suche bereits nach anderen geeigneten Kandidaten für das Amt des Premiers. Samak war wegen illegaler Nebentätigkeiten vom Verfassungsgericht seines Postens enthoben worden.

NIZZA: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat sich strikt gegen Konjunkturprogramme zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums ausgesprochen. Er sei sowohl gegen ein europäisches Konjunkturprogramm, als auch gegen entsprechende Maßnahmen in Deutschland, sagte Steinbrück zum Auftakt eines EU-Finanzministertreffens in Nizza. Nach seiner Einschätzung würde mit solchen Programmen nur Geld verbrannt. - Bei ihrem Treffen in Südfrankreich wollen die EU-Finanzminister über das schwächelnde Wirtschaftswachstum in Europa sowie über Konsequenzen aus der seit mehr als einem Jahr schwelenden Finanzmarktkrise beraten.

WOLFSBURG: Rund 30.000 Mitarbeiter von Volkswagen demonstrieren vor der Konzernzentrale für den Erhalt des so genannten 'VW-Gesetzes'. Nach Angaben der IG-Metall, die zu der Kundgebung aufgerufen hat, richten sich die Proteste gegen die Europäische Union, aber auch gegen VW-Großaktionär Porsche. Die EU-Kommission hatte angekündigt, sie wolle die Bundesregierung erneut vor dem Europäischen Gerichtshof wegen der Sonderregelungen bei VW verklagen. Umstritten ist in der EU die Sperrminoriät für das Land Niedersachsen, das einen 20-Prozent-Anteil an dem Autobauer hält. Im Aktienrecht üblich ist eine Sperrminorität von 25 Prozent. Der Sportwagenhersteller Porsche, der 31 Prozent der VW-Aktien hält, sieht sich durch das VW-Gesetz eingeengt und drängt seit Monaten massiv auf eine ersatzlose Streichung.

FRANKFURT AM MAIN: Auf dem Bankensektor in Deutschland bahnt sich ein weiterer Milliarden-Deal an. Die Deutsche Bank steht vor dem Einstieg bei der Postbank. Die Verhandlungen seien weitgehend abgeschlossen, bestätigten beide Unternehmen. Geplant sei eine Übernahme in zwei Schritten. An diesem Freitag entscheidet der Aufsichtsrat der Post über das Geschäft. Besonderes Interesse hat die Deutsche Bank am riesigen Privatkundenpotenzial der Postbank mit rund 15 Millionen Kunden. Weiterer Interessent an der Postbank ist die Banco Santander. Das spanische Unternehmen bestätigte offiziell, das gesamte Aktienpaket der Postbank kaufen zu wollen. - Eine Übernahme oder Beteiligung an der Postbank wäre eine zweite große Umwälzung in der deutschen Bankenbranche, nur zwei Wochen nach der Fusion von Commerzbank und Dresdner Bank.

BERLIN: Der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan hat die westliche Welt dazu aufgerufen, in Afrika auch mit den neuen Geberländern wie China, Indien oder Brasilien zusammenzuarbeiten. Vor allem bei der Infrastruktur und auf dem Energiesektor brauche Afrika jede Hilfe, betonte Annan zum Abschluss der viertägigen Konferenz der deutschen Botschafter in Berlin. Afrika war in diesem Jahr der Schwerpunkt. Zugleich mahnte er, die im Jahr 2000 gesetzten sogenannten Milleniumsziele nicht aus den Augen zu verlieren. Dazu zählten der energische Kampf gegen Armut, deutliche Fortschritte bei Bildung und Gesundheit sowie der Umweltschutz.

ISLAMABAD/ WASHINGTON: Durch einen weiteren US-Raketenangriff sind im Nordwesten Pakistans mindestens zwölf Menschen getötet worden. Laut pakistanischen Stellen soll in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan bei Miran Shah ein Stützpunkt islamistischer Rebellen beschossen worden sein. Zuletzt hatte ein amerikanischer Vorstoß auf pakistanisches Territorium durch Bodentruppen und Hubschrauber für Empörung bei der Führung in Islamabad gesorgt. Derartige Einsätze von Spezialeinheiten in den Rückzugsgebieten der Taliban sollen von US-Präsident George W. Bush ausdrücklich gebilligt worden sein.

WASHINGTON/ CARACAS: Der Konflikt zwischen Bolivien und den USA weitet sich aus. Die US-Regierung forderte nach der angekündigten Ausweisung ihres Botschafters aus Bolivien wegen angeblicher Unterstützung der Opposition ihrerseits den bolivianischen Botschafter auf, das Land zu verlassen. Venezuelas Präsident Hugo Chavez erklärte aus Solidarität mit Boliviens Linksregierung ebenfalls den US-Botschafter zur unerwünschten Person und drohte mit einem Stopp der Öllieferungen.

ROM/ PARIS: Papst Benedikt XVI. ist zu einem viertägigen Besuch nach Frankreich geflogen. Nach der Begrüßung durch Staatschef Nicolas Sarkozy in Paris wird das Oberhaupt der katholischen Kirche eine Grundsatzrede zu Religion und Kultur halten. Am Samstag reist der Papst aus Anlass der so genannten "Marien-Erscheinungen" vor 150 Jahren in den Wallfahrtsort Lourdes.

HOUSTON/ HAVANNA: Hunderttausende US-Bürger an der texanischen Küste bringen sich in Sicherheit vor dem herannahenden Hurrikan "Ike". Der Nationale Wetterdienst rief insbesondere alle Bewohner um die Galveston Bay nahe der Metropole Houston zur Flucht auf. Ein Zurückbleiben bedeute den "sicheren Tod", es drohten Flutwellen von bis zu 15 Metern Höhe und gewaltige Überschwemmungen, lauteten die dramatischen Warnungen der Behörden. "Ike" soll am Freitagabend oder Samstagmorgen auf Texas treffen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen und Süden stark bewölkt und zeitweise Regen, örtlich Gewitter. Im Norden und Osten wechselnd wolkig oder sonnig, meist trocken. Höchstwerte zwischen 15 und 23 Grad.

Zuletzt meldeten:
Hamburg: 15 Grad, fast wolkenlos;

Berlin: 13 Grad, stark bewölkt;

Dresden: 14 Grad, dunstig;

Köln/Bonn und München: 16 Grad, wolkig und

Frankfurt am Main: 17 Grad, Schauer.

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