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Nachrichten

Freitag, 12. Oktober 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

OSLO: Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an den früheren US-Vize-Präsidenten Al Gore und den UN-Klimarat. Sie wurden für ihren Einsatz ausgezeichnet, über den drohenden Klimawandel aufzuklären und geeignete Gegenmaßnahmen vorzuschlagen. Al Gore hatte in diesem Jahr zwei Oscars für seinen Dokumentarfilm 'An Inconvenient Truth' erhalten, in dem er die Amerikaner über die Folgen des drohenden Klimawandels informiert. Der Weltklimarat, ein Zusammenschluss von rund 3.000 Wissenschaftlern, hatte zuletzt festgestellt, der Mensch sei für den größten Teil der Erderwärmung in den vergangenen 50 Jahren verantwortlich. Gore kündigte an, seinen Anteil an den insgesamt rund 1,1 Millionen Euro Preisgeld dem Bündnis für Klimaschutz in den USA zu spenden.

BERLIN: Der Bundestag hat erwartungsgemäß mit großer Mehrheit den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan zur Sicherung des Wiederaufbaus um ein weiteres Jahr verlängert. 454 Abgeordnete stimmten mit Ja, 79 mit Nein. Es gab 48 Enthaltungen. Redner von Union, SPD und FDP hatten für breite Zustimmung geworben. Die Linke hatte ein Nein angekündigt, während die Grünen sich mehrheitlich enthalten wollten. Der Beschluss fasst die Mandate für die NATO-geführte ISAF-Truppe und den Einsatz der Tornado-Aufklärer zusammen. Dafür können bis zu 3.500 deutsche Soldaten entsandt werden. Die Bundesregierung beziffert die Kosten auf knapp 500 Millionen Euro. Über den deutschen Beitrag zum umstrittenen US-geführten Anti-Terror-Einsatz "Operation Enduring Freedom" soll im November abgestimmt werden.

BERLIN: Wegen des Lokführerstreiks sind am Freitag bei der Bahn bis 9 Uhr morgens bereits 1.700 Züge ausgefallen. Das teilte Bahn-Vorstand Karl-Friedrich Rausch in einer ersten Zwischenbilanz mit. Es seien etwa 1.500 Lokführer im Streik. Die Lokführer-Gewerkschaft GDL hatte zu einem ganztägigen Ausstand im Nah- und Regionalverkehr aufgerufen. Rausch sagte, die Bahn versuche, etwa die Hälfte der regionalen Zugverbindungen aufrecht zu erhalten. Der Fernverkehr laufe planmäßig. Die Bahn hat angekündigt, bis Montag ein neues Angebot vorzulegen.

MOSKAU: Der russische Präsident Wladimir Putin hat damit gedroht, sein Land werde sich aus dem Abrüstungsvertrag von 1987 zurückziehen, falls nicht auch andere Staaten in den Vertrag mit einbezogen würden. Das so genannte INF-Abkommen zwischen der früheren Sowjetunion und den USA regelt die völlige Abschaffung aller landgestützten atomaren Kurz- und Mittelstreckenwaffen. Putin, der sich in Moskau mit US-Außenministerin Condoleezza Rice und Verteidigungsminister Robert Gates traf, forderte die USA zudem auf, den Aufbau ihres Raketenabwehrschildes in Polen und Tschechien nicht zu forcieren, solange die Verhandlungen mit Russland liefen. Rice hatte vorab bekräftigt, die USA hielten an ihrem Vorhaben fest, seien aber offen für russische Kooperationsvorschläge. Putin hatte im Juli die Nutzung eines früheren sowjetischen Stützpunktes in Aserbaidschan vorgeschlagen.

ANKARA: Die türkische Regierung hat ihren Botschafter in den USA vorübergehend zurückberufen. Sie reagiert damit auf eine Resolution eines Ausschusses des US-Repräsentantenhauses, in der die Ermordung von bis zu 1,5 Millionen Armeniern während der Zeit des Osmanischen Reiches als Völkermord gebrandmarkt wird. Die Türkei, die 1923 aus dem Osmanischen Reich hervorging, räumt zwar zahlreiche Tötungen während dieser Zeit ein, bestreitet aber einen Völkermord. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan kündigte an, er wolle zunächst die Abstimmung im Repräsentantenhaus abwarten, bevor mögliche weitere Maßnahmen getroffen würden. Über die Türkei laufen unter anderem die Nachschubwege für die US-Militärbasen in Afghanistan und im Irak.

BERLIN: Der Bundesrat hat zum zweiten Mal in dieser Wahlperiode den Vermittlungsausschuss angerufen. Grund ist die umstrittene Finanzierung der geplanten Volkszählung 2011. Die Länder wollen den Bund stärker an den Kosten beteiligen. Hessens Bundesratsminister Volker Hoff sagte, die Länder seien aber nicht grundsätzlich gegen eine neue Volkszählung. Das Gesetz ist nicht zustimmungspflichtig. Der Bundesrat wählte den Hamburger Bürgermeister Ole von Beust einstimmig zum neuen Vorsitzenden. Seine Amtszeit beginnt am 1. November. Der CDU-Politiker folgt turnusgemäß auf den Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Harald Ringstorff (SPD).

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft sich an diesem Freitag im Kanzleramt mit dem polnischen Staatspräsidenten Lech Kaczynski. Das Gespräch findet wenige Tage vor dem EU-Gipfel in Lissabon auf polnischen Wunsch statt. Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen in Lissabon die Eckpunkte für die EU-Reform abschließend vereinbaren. Polen verlangt eine zusätzliche vertragliche Absicherung der Minderheitenrechte nach knappen Abstimmungen. Alle anderen EU-Länder lehnen das ab. Das Treffen in Berlin wird wegen des Wahlkampfs in Polen mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

RANGUN: Der Sondergesandte der Vereinten Nationen, Ibrahim Gambari, reist kommende Woche erneut nach Birma. Dort hatte er bereits zu Monatsbeginn mit der Militärführung über eine Verständigung mit der Opposition gesprochen. Der Weltsicherheitsrat verabschiedete am Donnerstagabend eine abgeschwächte Erklärung zur Niederschlagung der jüngsten friedlichen Proteste in Birma. Diese wurden lediglich bedauert. Die Vetomächte Russland und China hatten eine scharfe Verurteilung verhindert. Das Gremium rief die Militärs zur Zusammenarbeit mit Gambari auf. Bei den Protesten Ende September wurden nach Angaben von Dissidenten bis zu 200 Menschen getötet und rund 6.000 inhaftiert.

MOSKAU: Russlands Präsident Wladimir Putin hat angekündigt, die Renten deutlich zu erhöhen. Er habe die Regierung angewiesen, die Basisrente um gut 25 Prozent anzuheben, teilte er im Staatsfernsehen mit. Die Renten liegen bisher knapp über dem Existenzminimum und sind in den vergangenen Jahren nur langsam gestiegen. Die Pensionäre gelten daher als eine der ärmsten sozialen Schichten des Landes. Die Rentenerhöhung soll am ersten Dezember in Kraft treten. Einen Tag später wählt Russland ein neues Parlament. Putin will als Spitzenkandidat der Regierungspartei 'Geeintes Russland' antreten.

BANGKOK: Knapp einen Monat nach der Bruchlandung eines Billigfliegers auf der thailändischen Ferieninsel Phuket gibt es erste Hinweise auf die Ursache des Unglücks. Nach Angaben des thailändischen Transportministeriums sollen plötzliche Scherwinde für den Absturz verantwortlich gewesen sein. Dies teilte die Behörde in Bangkok nach Auswertung der Flugdatenschreiber mit. Scherwinde sind heftige Windböen, die oft in Bodennähe auftreten und daher besonders gefährlich bei der Landung von Flugzeugen sind. Bei dem Unglück in Phuket starben 90 Menschen, darunter auch zwei deutsche Touristen. 41 Menschen konnten sich teils schwer verletzt aus dem brennenden Wrack retten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wolkenreich, im Osten etwas Regen. Höchstwerte 13 bis 19 Grad.

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