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Nachrichten

Freitag, 12. Mai 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag.

DRESDEN: Im Tarifkonflikt an den Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern ist das Spitzengespräch gescheitert. Nach einem elfstündigen Verhandlungsmarathon in Dresden bezeichnete der Chef der Ärzte-Gewerkschaft 'Marburger Bund', Frank-Ulrich Montgomery, das Angebot der Arbeitgeber als völlig unzureichend. Montgomery kündigte eine spürbare Ausweitung des Arbeitskampfes an. Eine Notfallversorgung in den Kliniken bleibe aber garantiert. Der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft der Länder, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring, hatte bis zu 16 Prozent mehr Tariflohn angeboten. Der 'Marburger Bund' hatte 30 Prozent und bessere Arbeitsbedingungen verlangt.

DARMSTADT: In den Tarifverhandlungen für die rund 130.000 Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie haben Arbeitgeber und IG Metall eine Einigung erzielt. Danach erhalten die Arbeitnehmer vom 1. November an 2,5 Prozent mehr Geld. Im Mai 2007 steigen die Bezüge nochmals um zwei Prozent. Hinzu kommen zwei Einmalzahlungen in Höhe von jeweils 170 Euro. - In der festgefahrenen Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst hat der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff eine schnelle Einigung verlangt.

BERLIN: Trotz erwarteter Mehreinnahmen in Milliardenhöhe beharrt die Bundesregierung auf der geplanten Mehrwertsteuer-Erhöhung. Der Staat müsse seine Finanzen in Ordnung bringen, erklärte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos. Finanzminister Peer Steinbrück räumte ein, die Anhebung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent sei zwar alles andere als populär. Die zusätzlichen Einnahmen würden jedoch zur Senkung der Neuverschuldung gebraucht. Nach Angaben des Arbeitskreises Steuerschätzung können Bund, Länder und Gemeinden in diesem Jahr mit Steuer-Mehreinnahmen von gut acht Milliarden Euro rechnen.

MINSK: Der weißrussische Oppositionsführer Alexander Milinkewitsch ist aus dem Gefängnis entlassen worden. Das teilte seine Frau mit. Milinkewitsch saß 15 Tage in Haft, weil er vor zwei Wochen an einer nicht-genehmigten Protestkundgebung gegen den Wahlsieg von Präsident Alexander Lukaschenko teilgenommen hatte. Bereits gestern waren zwei weitere führende Oppositionspolitiker aus der Haft freigekommen.

WIEN: Rund 60 Staats- und Regierungschefs der EU und der Staaten Lateinamerikas sind in der österreichischen Hauptstadt zusammengekommen, um über engere Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zu beraten. Der amtierende EU-Ratsvorsitzende, Österreichs Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, forderte zum Auftakt, das Treffen dürfe nicht in -so wörtlich- selbstgefälliger Rhetorik enden. Allerdings wird kein Durchbruch in den seit Jahren laufenden Verhandlungen über ein Assozierungsabkommen erwartet. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel will bei dem Treffen eine Grundsatzrede zur Energiepolitik halten.

BERLIN: Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung hat die Vorbereitungen des Militäreinsatzes im Kongo durch die Europäische Union kritisiert. Die Arbeit der EU in der Kongo-Frage könne effektiver werden, sagte der CDU-Politiker der "Mitteldeutschen Zeitung". Deutschland will sich mit etwa 500 Soldaten an der geplanten Militärmission zur Absicherung der Wahlen im Kongo am 30. Juli beteiligen. Jung sagte, er hoffe in dieser Frage auf ein deutlich zustimmendes Votum im Bundestag.

ROM: Drei ausländische Ölarbeiter, die am Donnerstag im Süden Nigerias entführt worden waren, sind wieder frei. Das wurde in Rom bekanntgegeben. Die Mitarbeiter einer Tochterfirma des italienischen Ölkonzerns ENI waren trotz Polizeischutzes in Buguma, südlich der Hafenstadt Port Harcourt, aus ihren Autos heraus gekidnappt worden. Aufständische versuchen immer wieder, mit Entführungen oder Überfällen die Ölförderung im Land zu stören, um soziale Forderungen durchzusetzen.

JAKARTA: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat den USA vorgeworfen, im Atomstreit einen Propaganda-Krieg zu führen. Mit einem militärischen Angriff rechne er jedoch nicht, sagte Ahmadinedschad im Rahmen seines Indonesien-Besuchs. Ein Sprecher des US-Außenministeriums bekräftigte, sein Land lehne direkte Verhandlungen mit dem Iran weiter ab. Es gebe aber eine Menge anderer Kommunikationswege, um gegenseitig in Kontakt zu treten. Die USA wollten den Streit über das Atomprogramm nicht zu einer Angelegenheit zwischen beiden Staaten machen. Die USA und der Iran unterhalten seit 1980 keine diplomatischen Beziehungen mehr.

WASHINGTON: Abgeordnete des EU-Parlaments, die vom US-Kongress Informationen über die Vorwürfe geheimer CIA-Gefangenentransporte in Europa haben wollten, haben sich enttäuscht gezeigt. Nur ganz wenige Kongress-Abgeordnete hätten sich zu einem Gespräch bereit erklärt. Konkrete Angaben habe man nicht erhalten, hieß es zum Abschluss des Aufenthalts. Ein Sprecher des US-Außenministeriums bestritt, dass es bis zu 1.000 geheime Transporte gegeben habe. Das hatte ein erster Untersuchungsbericht des Europa-Parlaments im April ergeben. Nicht festgestellt werden konnte jedoch, wieviele Gefangene möglicherweise transportiert wurden.

BERLIN: Der Stasi-Thriller "Das Leben der Anderen" ist großer Favorit bei der Verleihung des 56. Deutschen Filmpreises an diesem Freitag in Berlin. Das Spielfilmdebüt von Florian Henckel von Donnersmarck wurde in gleich elf der insgesamt 15 Kategorien nominiert, darunter auch als "Bester Film". -- Hauptkonkurrent mit zehn Nominierungen ist Hans-Christian Schmids Exorzismus-Drama "Requiem". Der mit knapp 2,9 Millionen Euro höchstdotierte Kulturpreis in Deutschland wird bei einer Gala im Palais am Funkturm vergeben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Es bleibt sonnig. Am Nachmittag örtlich Quellwolken und Gewitterschauer. Höchstwerte 20 bis 27 Grad.

  • Datum 12.05.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/8SoA
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