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Nachrichten

Freitag, 12. Dezember 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BRÜSSEL: Um die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise abzumildern, will die Europäische Union ein milliardenschweres Konjunkturpaket auflegen. Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker und Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi kündigten an, die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder wollten dem Maßnahmenpaket bei ihrer Sitzung an diesem Freitag zustimmen. Es sieht vor, dass zur Ankurbelung der Wirtschaft 200 Milliarden Euro oder 1,5 Prozent der EU-Wirtschaftsleistung eingesetzt werden. Auch in der Klimapolitik zeichnet sich eine Einigung ab. Die französische Ratspräsidentschaft legte ein neues Papier vor. Es sieht zusätzliche Mittel für die osteuropäischen Mitgliedsstaaten vor, damit diese ihre alten Kohlekraftwerke modernisieren. Außerdem soll es zusätzliche Verschmutzungsrechte für die Schwerindustrie geben. Darauf hatte auch Deutschland gedrängt.

WASHINGTON: Nach einer Einigung im US-Repräsentantenhaus über ein Hilfspaket für die angeschlagene US-Autoindustrie hat der Senat den Kompromiss blockiert. Nach elfstündigen Verhandlungen lehnten die Senatoren das 14-Milliarden-Dollar-Hilfsprogramm mit 52 zu 35 Stimmen ab. Eine Einigung scheiterte vor allem an der Weigerung der Auto-Gewerkschaften, die von den Republikanern geforderten tiefgreifenden Lohnkürzungen zu akzeptieren. Damit sollten die Lohnkosten auf das Niveau der japanischen Anbieter in den USA gesenkt werden. Unklar ist, ob das dringend benötigte Hilfspaket für Ford, General Motors und Chrysler noch zu retten ist. Die Börsen in Asien reagierten bereits mit starken Abwertungen. Der US-Senat hatte das staatliche 700-Milliarden-Dollar-Paket zur Rettung der Finanzmärkte Anfang Oktober erst nach mehreren Änderungen verabschiedet.

NEW YORK: Nach der Citigroup baut auch die Bank of America zehntausende Arbeitsplätze ab. Im Zusammenhang mit der Übernahme der Ex-Investmentbank Merrill Lynch kündigte die Bank of America die Streichung von bis zu 35.000 Stellen an. Das wären rund elf Prozent der demnächst fusionierenden Institute.

BERN: Seit diesem Freitag ist die Schweiz Teil des Schengen-Abkommens. Damit gibt es in der Regel keine Personenkontrollen mehr an den Grenzen zur Schweiz. Der Warenverkehr wird aber weiterhin kontrolliert, da die Zollbeschränkungen, zum Beispiel für Alkohol, bestehen bleiben. An den Flughäfen tritt das Abkommen mit dem Sommerflugplan in Kraft. Die Schweiz ist kein Mitglied der Europäischen Union.


ATHEN: In der griechischen Hauptstadt laufen die Aufräumarbeiten, um die Spuren weiterer Krawalle zu beseitigen. Insgesamt erlebten Athen und die anderen großen Städte des Landes aber nach Angaben des Staatsrundfunks die ruhigste Nacht seit Beginn der schweren Ausschreitungen vor sechs Tagen. Zur Beruhigung der Lage habe offenbar auch das Wetter mit starkem Regen beigetragen. An diesem Freitag stehen allerdings zwei weitere Demonstrationen von Schülern und Studenten im Zentrum Athens auf dem Programm. Am Donnerstagabend waren in mehreren griechischen Städten wieder tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den Tod eines 15-Jährigen durch Schüsse eines Polizisten zu protestieren. Dabei kam es erneut zu massiven Ausschreitungen.

NEU DELHI: Sicherheitsfragen und die Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus stehen im Mittelpunkt des Besuchs von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble in Indien. Dazu kam er in Neu Delhi mit Premierminister Manmohan Singh und weiteren Regierungsvertretern zusammen. Unter den Opfern der dreitägigen Terrorserie Ende vergangenen Monats in Bombay waren auch drei Deutsche. Indien macht moslemische Extremisten im benachbarten Pakistan für die Angriffe verantwortlich.

BAGDAD: Ein Selbstmordattentäter hat nahe der nordirakischen Stadt Kirkuk mehr als 50 Menschen mit in den Tod gerissen. In jüngsten Polizeiberichten ist von 55 Todesopfern und 120 Verletzten die Rede. Der Sender Al-Arabija berichtete, der Angriff in einem vollbesetzten Restaurant in Hawidscha habe möglicherweise einem Treffen kurdischer und arabischer Politiker gegolten.

WASHINGTON: Führende Mitglieder der scheidenden US-Regierung, darunter auch Ex-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, sind nach einem Bericht des US-Senats mitverantwortlich für die Menschenrechtsverletzungen im Gefängnis von Abu Ghreib im Irak und anderen US-Inhaftierungslagern wie Guantánamo. In dem in Washington veröffentlichten Bericht des Militärausschusses des Senats werden die früheren harschen amerikanischen Verhörmethoden scharf kritisiert. Der Bericht widerspricht der Regierung von Präsident George W. Bush, die stets einen Zusammenhang des Kriegs gegen den Terror mit den skandalösen Vorgängen in Abu Ghreib bestritten hatte.

TAIPEH: In Taiwan ist der ehemalige Präsident Chen Shui-bian wegen Korruption angeklagt worden. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, sitzt der 57-jährige Chen bereits seit dem 12. November unter anderem wegen des Verdachts der Geldwäsche in Untersuchungshaft. Ihm wird zur Last gelegt, die Straftaten während seiner achtjährigen Amtszeit begangen zu haben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist bewölkt, besonders im Osten und Nordosten Regen oder Schneeregen. Höchstwerte zwischen null und vier Grad Celsius.

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