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Nachrichten

Freitag, 11. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Das Auswärtige Amt bemüht sich weiter mit Hochdruck um eine Möglichkeit für ein Freikommen der in der Osttürkei verschleppten deutschen Bergsteiger. Im kurdischen Entführungsgebiet suchen türkische Regierungssoldaten um den Berg Ararat nach Hinweisen auf die Kidnapper. Am Donnerstag hatten Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Innenminister Wolfgang Schäuble die Forderung der PKK-Rebellen zur Freilassung ihrer Geiseln zurückgewiesen. Der Staat lasse sich nicht erpressen, betonten sie. Die PKK verlangte in einer Erklärung, die Regierung in Berlin müsse ihre - wie es hieß - feindliche Politik gegenüber der PKK und dem kurdischen Volk einstellen. Im Juni hatte das Bundesinnenministerium jegliche Unterstützung des PKK-nahen kurdischen Senders 'Roj TV' und dessen Ausstrahlung in Deutschland verboten. Der Fernsehkanal sitzt in Dänemark. Die PKK ist in der Bundesrepublik seit 1993 verboten.

BRÜSSEL: Die Europäische Union stellt dem Kosovo 500 Millionen Euro Wirtschaftshilfe zur Verfügung. Das kündigte Erweiterungskommissar Olli Rehn zum Auftakt einer internationalen Geberkonferenz an. Mit dem von der EU-Kommission organisierten Treffen in Brüssel soll die wirtschaftliche Entwicklung der ehemaligen serbischen Provinz unterstützt werden, die zu den ärmsten Regionen Europas gehört. Bereits vor der Konferenz hatten die USA 400 Millionen Dollar zugesagt. Deutschland will 100 Millionen Euro beisteuern für die Bereiche Energie und Bildung sowie für die Reform der Verwaltung. Das Kosovo mit zwei Millionen Einwohnern hatte sich im Februar trotz des Widerstands der serbischen Regierung für unabhängig erklärt.

TEL AVIV: Nach weiteren iranischen Raketentests am Persischen Golf hat Israel der Führung in Teheran mit einem Militärschlag gedroht. Israel habe keine Angst zu handeln, wenn seine Sicherheitsinteressen bedroht seien, erklärte Verteidigungsminister Ehud Barak in Tel Aviv. Auch die USA richteten eine Warnung an den Iran.

NEW YORK: Auf Bitten der Regierung Pakistans will UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eine Kommission einsetzen, die die Hintergründe des Mordes an der pakistanischen Oppositionsführerin Benazir Bhutto aufklären soll. Bhutto war im Dezember vergangenen Jahres bei einem Bombenanschlag nach einer Wahlkampfveranstaltung in Rawalpindi getötet worden. Die Verantwortlichen für das Attentat werden in Kreisen islamischer Extremisten vermutet.

SEOUL: Eine südkoreanische Touristin ist während eines Ausflugs in Nordkorea von einem Soldaten erschossen worden. Die 53-Jährige habe das Gelände einer gemeinschaftlichen Ferienanlage im Kumgang-Gebirge verlassen, militärisches Sperrgebiet betreten und Warnrufe ignoriert, sagte ein Sprecher des südkoreanischen iedervereinigungsministeriums. Nach dem Vorfall setzte Südkorea bis auf weiteres Reisen nach Nordkorea aus. Zuvor hatte die Regierung in Soul eine Wiederaufnahme der im Herbst unterbrochenen Versöhnungsgespräche mit dem Norden vorgeschlagen.

PARIS/ DÜSSELDORF: Die französische Genossenschaftsbank Crédit Mutuel übernimmt die deutsche Citibank. Crédit Mutuel zahlt nach eigenen Angaben für die Deutschland-Tochter der durch die Finanzkrise schwer in Mitleidenschaft gezogene US-Bank Citigroup 4,9 Milliarden Euro. An dem Geldinstitut war bis zuletzt auch die Deutsche Bank interessiert. Die Citibank hat in Deutschland 3,25 Millionen Privatkunden und 340 Filialen. Crédit Mutuel, drittgrößte Bank für Privatkunden in Frankreich, ist im Elsass stark vertreten.

FRANKFURT AM MAIN: Air Berlin will nun doch nicht mehr den Ferienflieger Condor übernehmen. Die beiden Unternehmen zogen beim Bundeskartellamt ihren Antrag auf Fusion zurück, wie der Condor-Haupteigner, der Reiseveranstalter Thomas Cook, und Air Berlin mitteilten. Beide Seiten verwiesen zur Begründung auf erheblich veränderte wirtschaftliche Bedingungen. So habe sich allein der Preis für Kerosin seit dem Vertragsabschluss im September 2007 mehr als verdoppelt. Zuvor hatte das Bundeskartellamt Bedenken angemeldet. Bei einem Zusammenschluss drohten erhebliche Wettbewerbseinbußen im Reisegeschäft in der Mittelmeerregion, hieß es.

BERLIN: In der großen Koalition ist neuer Streit über die Ausländerpolitik ausgebrochen: Die SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz und Sebastian Edathy sprachen sich dafür aus, Einwandererkindern dauerhaft eine doppelte Staatsbürgerschaft zu ermöglichen. Nach derzeitigem Recht müssen sie sich spätestens bis zum 23. Lebensjahr für die ausländische oder die deutsche Staatsangehörigkeit entscheiden. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und andere Unionspolitiker wandten sich gegen eine Lockerung der Regelungen.

BERLIN: Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Frank-Walter Steinmeier hat die Haltung seiner Partei zum Atomausstieg bekräftigt. Mit Blick auf entsprechende Forderungen von CDU und CSU sagte Steinmeier, wer jetzt zur Kernkraft zurückkehren wolle, verhindere Investitionen in Technologien für saubere Kohle- und Gaskraftwerke. Damit würde Deutschland große Exportchancen verspielen. Auch werde mit der bloßen Verlängerung der Restlaufzeiten von Atomkraftwerken mehr Wettbewerb im Energiesektor verhindert, so der Außenminister weiter.

MOSKAU: In einem riskanten Einsatz im All haben zwei russische Kosmonauten Reparaturarbeiten an der Raumkapsel 'Sojus' vorgenommen. Bei dem mehr als sechsstündigen Einsatz außerhalb der Internationale Raumstation lösten sie einen Sprengbolzen von der angekoppelten Sojus-Kapsel ab. Experten vermuten, dass der Bolzen die Ursache für vorhergegangene Landeprobleme sein könnte.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Mitte kräftiger Regen mit Gewittern, gebietsweise Überflutungsgefahr. Richtung Nordsee aufgelockert und kaum Regen. Im Süden und Südosten zunächst freundlich, später auch hier heftige Regenfälle. Höchstwerte zwischen 21 und 31 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 17 Grad, wolkig;

Berlin: 19 Grad, stark bewölkt;

Dresden: 22 Grad, wolkig;

Köln/Bonn: 18 Grad, bedeckt;

Frankfurt am Main: 18 Grad, Gewitter und

München: 24 Grad, fast wolkenlos.

Audio und Video zum Thema