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Nachrichten

Freitag, 11. Dezember 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KABUL: In Begleitung von Obleuten des Bundestags ist Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nach Afghanistan geflogen. Er traf im deutschen Feldlager in Kundus ein. Dort will er mit Offizieren über den umstrittenen Luftangriff auf zwei von Taliban-Milizen gekaperte Tanklastwagen Anfang September sprechen. Bei dem Bombardement waren nach Angaben der NATO bis zu 142 Menschen getötet worden, darunter viele Zivilisten. Die Opposition im Bundestag hatte den CSU-Politiker in den vergangenen Tagen massiv unter Druck gesetzt und sofortige, umfassende Aufklärung über den Angriff gefordert. Laut "Bild"-Zeitung war die Bundeswehr-Eliteeinheit KSK maßgeblich an der Vorbereitung beteiligt.

BRÜSSEL: Die Europäische Union bietet den Entwicklungsländern milliardenschwere Sofort-Hilfen im Kampf gegen die Erderwärmung an. Bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel einigten sich die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder auf mindestens 5,4 Milliarden Euro. Nach dem Willen der schwedischen Ratspräsidentschaft soll die Summe im Laufe der Beratungen an diesem Freitag noch auf bis zu sieben Milliarden Euro erhöht werden. Die Beträge gelten für die Jahre 2010 bis 2012 und sind eine Art Anschubfinanzierung, bis 2013 ein neues Weltklimaabkommen in Kraft treten kann. Mit dem Geld sollen zum Beispiel Deiche zum Schutz gegen Überschwemmungen gebaut werden.

WASHINGTON: Im US-Senat zeichnet sich ein Kompromiss beim umstrittenen Klima-Gesetz ab. Drei einflussreiche Senatoren kündigten parteiübergreifend einen gemeinsamen Entwurf an. Dieser solle insbesondere die Abhängigkeit der USA von ausländischen Energiequellen verringern und dabei Arbeitsplätze schützen. Es sei realistisch, in kurzer Zeit die amerikanischen Treibhausgas-Emissionen um 17 Prozent unter das Niveau von 2005 zu senken, erklärten die drei Senatoren. In einer ersten Stellungnahme begrüßte Präsident Barack Obama den Vorstoß, der seinen Vorstellungen ähnlich ist.

SEVILLA: Mit zweijähriger Verspätung ist der Militärtransporter A400M des europäischen Rüstungskonzerns EADS zu seinem Jungfernflug gestartet. Die viermotorige Turboprop-Maschine hob im südspanischen Sevilla ab, wo die Transporter künftig montiert werden sollen. Mit Kosten von mehr als 20 Milliarden Euro ist der A400M das größte europäische Rüstungsprojekt. Wegen technischer Probleme musste Airbus den Auslieferungstermin immer weiter verschieben. Deutschland hat 60 Truppentransporter bestellt und wird die ersten Maschinen nicht vor 2013 bekommen. Sie sollen die veralteten Transall-Maschinen der Bundeswehr ersetzen. Die Verzögerungen kosteten den Airbus-Mutterkonzern EADS bereits 2,4 Milliarden Euro.

BERLIN: Deutschland steht wegen der Wirtschaftskrise vor einer Neuverschuldung in Rekordhöhe. Die "Bild"-Zeitung berichtet unter Hinweis auf Regierungsbeamte, im kommenden Jahr werde die Bruttokreditaufnahme bei 400 Milliarden Euro liegen. Das wären rund 50 Milliarden Euro mehr als im laufenden Jahr. Finanzminister Wolfgang Schäuble bestätigte nach einer Sitzung des Finanzplanungsrats in Berlin, allein für den Bundeshaushalt müssten 2010 zusätzliche Kredite von 100 Milliarden Euro aufgenommen werden.

BERLIN: Maßgebliche deutsche Banken und Versicherungen wollen die angestrebten schärferen Bonusregeln für die Branche bereits in diesem Jahr freiwillig anwenden. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann erläuterte, mit einer kürzlich unterzeichneten Vereinbarung würden die Vorgaben der Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) umgesetzt. Bonuszahlungen sollten danach künftig am langfristigen Unternehmenserfolg ausgerichtet werden. So solle verhindert werden, dass Mitarbeiter hochriskante Geschäfte eingehen, um kurzfristige Gewinne zu erzielen.

PEKING: Chinas Wirtschaft setzt ihren raschen Erholungskurs nach der weltweiten Krise fort. Im November legte die Industrieproduktion im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 19 Prozent zu, wie aus in Peking veröffentlichten Statistiken hervorgeht. Das ist der stärkste Anstieg seit Juni 2007. Bei den Importen gab es ein Plus von knapp 27 Prozent.

BAGDAD: Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat in der irakischen Hauptstadt die Versteigerung von Förderlizenzen für insgesamt zehn Ölfelder begonnen. Daran nehmen die großen Ölkonzerne wie BP, ExxonMobil, Chevron, Total und Shell teil, aber auch Unternehmen aus Indien, China, Vietnam und Angola. Der Irak hat - nach Saudi-Arabien und dem Iran - die drittgrößten Ölvorkommen der Welt. Die ausländischen Firmen erwerben lediglich die Lizenzen - die Einnahmen aus dem Verkauf des Öls müssen im Irak bleiben.

PJÖNGJANG: Nordkorea hat sich grundsätzlich für die Wiederaufnahme der seit April unterbrochenen Atomverhandlungen ausgesprochen. Bei einem Treffen mit dem US-Gesandten Stephen Bosworth in Nordkorea sei Einvernehmen über die Notwendigkeit erzielt worden, die internationalen Gespräche fortzusetzen und die noch verbliebenen Meinungsunterschiede auszuräumen, teilte das Außenministerium in Pjöngjang mit. Nähere Details wurden nicht genannt.

ANKARA: Bei einer Methangas-Explosion in einem türkischen Kohlebergwerk sind 19 Arbeiter ums Leben gekommen. Überlebende habe es bei dem Unglück in der Provinz Bursa im Nordwesten des Landes nicht gegeben, teilten Behördenvertreter mit. Danach hatten die Kumpel die Katastrophe selbst ausgelöst, als sie rund 220 Meter unter Tage eine Ladung Dynamit zündeten.

SYDNEY: Die Behörden in Australien haben die Schifffahrt vor einem riesigem Eisberg rund 1.700 Kilometer vor der Südwestküste des Landes gewarnt. Die Auswertung von Satellitenbildern ergab, dass der Eisberg rund 19 Kilometer lang und acht Kilometer breit ist und sich auf den Staat Western Australia zubewegt. Es wird erwartet, dass er in mehrere Teile auseinander bricht, wenn er weiter nach Norden treibt. Damit würde er für die Schifffahrt noch gefährlicher.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist stark bewölkt und Regen, der im Süden teils kräftig fällt. Höchstwerte zwischen zwei und neun Grad. Die Schneefallgrenze sinkt auf 400 bis 800 Meter.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 6 Grad, leichtes Nieseln;

Berlin: 2 Grad, dunstig;

Dresden: 3 Grad, leichter Regen;

Köln/Bonn: 7 Grad, nach Schauer;

Frankfurt am Main: 6 Grad, leichter Regen und

München: 2 Grad, leichter Regen.

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