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Nachrichten

Freitag, 10. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

FRANKFURT AM MAIN/TOKIO: Nach massiven Kurseinbrüchen in New York und Tokio sind auch die europäischen Börsen mit Verlusten in den Handel gestartet. Der deutsche Aktienindex DAX gab unmittelbar nach Börseneröffnung über zehn Prozent nach, erholte sich aber leicht. Auch die Börsen in London und Paris starteten tief im Minus. Zuvor war in Tokio der Nikkei-Index um rund 9,6 Prozent eingebrochen, obwohl die japanische Zentralbank umgerechnet fast 33 Milliarden Euro in den Markt pumpte. Es war einer der stärksten Verluste seit dem Schwarzen Montag im Oktober 1987. Auch an den anderen Börsen in Fernost ging es steil bergab. Hintergrund ist der Ausverkauf an den amerikanischen Börsen. Am Donnerstag verlor die Aktie des größten US-Autobauers General Motors in New York über 30 Prozent an Wert. Der Dow-Jones-Index sackte um über sieben Prozent und notierte erstmals seit fünf Jahren unter der 9.000-Punkte Marke.

WASHINGTON: Der Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, hat vor nationalen Alleingängen bei der Bewältigung der Finanzkrise gewarnt. Im Vorfeld der Jahrestagung des IWF forderte Strauss-Kahn in Washington insbesondere die Europäer zur Zusammenarbeit auf. Er sprach von einer sehr ernsten Situation. Die EU-Länder haben sich bislang noch nicht auf ein abgestimmtes Vorgehen in der Krise verständigt. Die niederländische Regierung kündigte eine weitere Kapitalspritze von 20 Milliarden Euro für den angeschlagenen Finanzsektor an. Die isländische Regierung stellte auch das größte Finanzinstitut des Landes, die 'Kaupthing Bank', unter staatliche Kontrolle. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin schloss die Niederlassung der 'Kaupthing Bank' in Frankfurt am Main und fror die Konten ein.

SINGAPUR: Der Ölpreis ist auf den tiefsten Stand seit einem Jahr gefallen. Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl sank im Handel in Asien auf 82,24 Dollar, der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brand auf 78,95 Dollar. Händler befürchten, dass die Finanzkrise die Weltwirtschaft in eine Rezession stürzen könnte. Dies würde auch die Ölnachfrage einbrechen lassen. Außerdem zögen sich die Anleger zunehmend aus den Ölmärkten zurück, hieß es.

BUDAPEST: Die Verteidigungsminister der 26 NATO-Staaten haben in der ungarischen Hauptstadt ihre Beratungen fortgesetzt. Auf der Tagesordnung steht vor allem die Unterstützung Georgiens. Dabei geht es zunächst um den Wiederaufbau der georgischen Armee nach dem Krieg mit Russland. Während die USA fordern, dass die NATO-Außenminister bereits im Dezember die Aufnahme der Kaukasusrepublik in den "Aktionsplan für die Mitgliedschaft" beschließen, wollen eine Reihe von NATO-Staaten, darunter auch Deutschland, noch keine Entscheidung. Die Minister wollen auch versuchen, sich über den Einsatz der Afghanistan-Schutztruppe ISAF bei der Bekämpfung der Drogenproduktion in Afghanistan zu einigen. Dies war am Donnerstag wegen heftiger Meinungsunterschiede nicht gelungen.

DRESDEN: In Deutschland gibt es erstmals seit Monaten wieder einen Fall von Vogelgrippe. Im Landkreis Görlitz sei das Virus H5N1 bei einer Ente in einem Geflügelhof nachgewiesen worden, teilte das sächsische Sozialministerium mit. Vorsorglich sei der gesamte Bestand des Betriebes von 1.400 Tieren getötet worden. Derzeit wird noch untersucht, ob es sich bei dem Erreger um den auch für Menschen gefährlichen Virustyp handelt.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hält weiterhin spezielle Maßnahmen für notwendig, damit der Osten Deutschlands auf das gleiche Niveau wie der Westen kommt. Trotz vieler Erfolge gebe es weiterhin strukturelle Unterschiede zwischen Ost und West, sagte die CDU-Vorsitzende der 'Leipziger Volkszeitung'. Zugleich sicherte sie den Ostdeutschen die Angleichung der Renten an das Westniveau zu. Spitzenpolitiker der CDU beraten an diesem Freitag in Dresden über die Perspektiven Ostdeutschlands.

BERLIN: Der Bundesrat hat es abgelehnt, die Kultur als Staatsziel in das Grundgesetz aufzunehmen. Ein entsprechender Antrag Berlins wurde in der Länderkammer ohne Aussprache abgelehnt. Angenommen wurde dagegen ein Gesetzentwurf mehrerer Länder, der die Möglichkeiten für Hartz-Vier- und Sozialhilfe-Empfänger, Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen, deutlich einschränkt. Durch die Klagewelle nach der Einführung der Hartz-Vier-Gesetze waren die Kosten für solche Beratungen deutlich angestiegen. Für ein Jahr turnusmäßig zum Präsidenten der Länderkammer wurde der saarländische Ministerpräsident Peter Müller, CDU, gewählt.

HAMBURG: Die Regierungskoalition zwischen CDU und Grünen in Hamburg bleibt trotz des Streits um das Kohlekraftwerk Moorburg bestehen. Die Landesmitgliederversammlung der Grünen folgte einem entsprechenden Antrag des Vorstands mit großer Mehrheit. Die von der Partei gestellte Umweltsenatorin Anja Hajduk hatte das Kraftwerk in der vergangenen Woche nach monatelangem Ringen aus rechtlichen Gründen unter Auflagen genehmigt. Daraufhin war an der Basis der Partei der Ruf nach einem Ausstieg aus der Regierung laut geworden. Die Grünen waren bei der Bürgerschaftswahl mit dem zentralen Versprechen angetreten, das Kohlekraftwerk im Süden der Hansestadt zu verhindern.

SEOUL: Die USA und Nordkorea haben sich nach einem Zeitungsbericht im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm auf einen Kompromiss geeinigt. Nordkorea habe sich bereit erklärt, die unterbrochenen Arbeiten zur Stilllegung seiner umstrittenen Atomanlagen fortzusetzen, meldet die südkoreanische Zeitung "Chosun Ilbo" unter Berufung auf einen hohen Regierungsbeamten in Seoul. Im Gegenzug würden die USA das kommunistische Land wie ursprünglich vereinbart von ihrer Liste der so genannten Schurkenstaaten streichen. Das Übereinkommen sei bei dem jüngsten Besuch von US-Chefunterhändler Christopher Hill in der vergangenen Woche in Pjöngjang erzielt worden. US-Präsident George W. Bush müsse der Vereinbarung aber noch zustimmen. Nordkorea hatte am Donnerstag den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde untersagt, das Gelände der Atomanlage Yongbyon zu betreten .

TOKIO: In Japan ist es erneut zu einem Zwischenfall in einem Atomkraftwerk gekommen. In einer Müllsammelstelle des Kraftwerks Tokai in der Provinz Ibaraki, trat nach Angaben des Betreibers Rauch aus. Es sei aber kein Rauch nach außen getreten. Die Reaktoren befänden sich in einem anderen Teil der Anlage. Berichte über Verletzte oder Schäden liegen noch nicht vor. Auch die Unglücksursache ist nicht bekannt. Vor zehn Jahren waren in der Anlage bei einem Unfall zwei Arbeiter getötet und 700 Menschen Radioaktivität ausgesetzt worden. Im August war in einem Kernkraftwerk im Süden Tokios uranhaltige Flüssigkeit aus einem Container ausgetreten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Nordosthälfte meist bewölkt und regnerisch, im Westen und Süden im Tagesverlauf zunehmend heiter und trocken. Höchstwerte 14 bis 22 Grad.

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