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Nachrichten

Freitag, 10. November 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag.


WASHINGTON: Nach den Kongresswahlen in den USA ist der überragende Sieg der oppositionellen Demokraten nun sicher. Sie werden künftig neben dem Repräsentantenhaus auch die zweite Parlamentskammer, den Senat, kontrollieren. Im hart umkämpften Bundesstaat Virginia räumte der republikanische Senator George Allen seine Niederlage ein. Zugleich kündigte er an, das knappe Ergebnis nicht anzufechten und auf eine Neuauszählung der Stimmen zu verzichten. US-Präsident George W. Bush führte nach der Wahlschlappe für seine Partei erste Gespräche mit den Demokraten, auf deren Unterstützung er künftig angewiesen ist.

BERLIN: Europäische Politiker erwarten nach dem Wahlsieg der US-Demokraten Änderungen in der amerikanischen Außenpolitik. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Europa-Parlament, Elmar Brok, sagte, die Chancen für einen Strategiewechsel weg von der rein militärischen Konfliktprävention seien gestiegen. Brok rechnet nach eigenen Angaben damit, dass die Demokraten auf einen teilweisen Rückzug der im Irak und in Afghanisten stationierten US-Soldaten drängen werden. Aus dem Außenministerium in Washington hieß es dagegen, die US-Außenpolitik werde sich nicht wesentlich ändern.

NEW YORK: Nach dem folgenschweren israelischen Angriff im Norden des Gazastreifens haben die Palästinenser einen eindringlichen Appell an die Vereinten Nationen gerichtet. Der palästinensische Beobachter bei den UN, Rijad Mansur, forderte die Staatengemeinschaft zum Eingreifen auf. Vor dem Weltsicherheitsrat in New York verlangte Mansur zudem eine internationale Untersuchung der Angriffe auf Beit Hanun, bei denen am Mittwoch 18 Zivilisten getötet worden waren. Die israelische Armee erklärte, der Beschuss sei auf einen Fehler im Ortungssystem zurückzuführen.

MOSKAU: Der Iran hat abermals mit dem Abbruch seiner Kontakte zur Internationalen Atomenergie-Behörde gedroht, sollte der Weltsicherheitsrat Sanktionen gegen Teheran beschließen. Bei einem Besuch in Moskau sprach sich der iranische Chefunterhändler Ali Laridschani zugleich für eine Fortsetzung der Verhandlungen mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland aus. Diese haben dem Iran wirtschaftliche Vorteile in Aussicht gestellt, falls das Land sein umstrittenes Atomprogramm stoppt. - Russland hat Vorbehalte gegen einen von Deutschland, Frankreich und Großbritannien ausgearbeiteten UN-Resolutionsentwurf. In dem Papier wird der iranischen Führung mit Sanktionen gedroht, sollte sie im Atomstreit nicht einlenken.

BELGRAD: In Serbien finden in gut zwei Monaten vorgezogene Parlamentswahlen statt. Staatspräsident Boris Tadic legte als Termin den 21. Januar fest. Am Mittwoch hatte das Parlament in Belgrad eine neue Verfassung gebilligt, die Neuwahlen vorsieht und das Kosovo als Bestandteil Serbiens festschreibt. Die Vereinten Nationen befürworten hingegen eher eine Unabhängigkeit der Provinz.

SEOUL: Der designierte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon will sich mit Nachdruck für ein Ende des Atomstreits mit Nordkorea einsetzen. Er werde seine Autorität im neuen Amt bestmöglich nutzen, sagte Ban bei seiner Abschiedsrede als südkoreanischer Außenminister vor dem Parlament in Seoul. Zugleich versprach er, die Reform der Vereinten Nationen voranzutreiben. Ban wird am 1. Januar Nachfolger des scheidenden UN-Generalsekretärs Kofi Annan.

BERLIN: Der Bundestag berät zur Stunde über die Verlängerung des Bundeswehr-Einsatzes im Rahmen des internationalen Anti-Terror- Einsatzes 'Enduring Freedom'. Innerhalb dieser Mission sind bis zu 100 deutsche Elite-Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Am Horn von Afrika sind 300 Marinesoldaten stationiert. Union und SPD sowie die FDP wollen den Anti-Terror-Einsatz erneut um ein Jahr verlängern. Grüne und Linkspartei sind dagegen.--Vertreter der Grünen argumentierten, 'Enduring Freedom' trage nicht zur Befriedung Afghanistans bei. Die Mission löse stattdessen Hass aus.

BERLIN: Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat mit den Stimmen von Union und SPD den Etat für das nächste Jahr beschlossen. Der Bundeshaushalt 2007 sieht Gesamtausgaben von 270,5 Milliarden Euro vor. Dank der erwarteten Steuermehreinnahmen sinkt die Neuverschuldung mit rund 19,6 Milliarden Euro auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Der Bundestag soll den Haushalt in zwei Wochen verabschieden.

FRANKFURT/ODER: In der brandenburgischen Stadt haben Rechtsextreme nach einer Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht vom 9. November 1938 an einem Synagogengedenkstein randaliert. Fast 20 Randalierer wurden vorläufig festgenommen. Ruhig verhielt sich die rechtsextreme Szene dagegen in München. Dort war am Donnerstag in Anwesenheit von Bundespräsident Horst Köhler die neue Hauptsynagoge der bayerischen Landeshauptstadt eröffnet worden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und Südwesten teils neblig-trüb. Sonst meist freundlich bei Temperaturen zwischen sieben und zwölf Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg und Berlin: 5 °, wolkig;
Dresden: 5 °, nach Schauer;
Köln/Bonn und Frankfurt am Main: 3 °, leicht bewölkt und
München: 4 °, wolkig.

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