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Nachrichten

Freitag, 1. September 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag.

MOSKAU: Nach Ablauf des UN-Ultimatums im Atomstreit mit dem Iran geht es nun um die Frage, ob der Druck auf den Iran weiter erhöht werden muss. Nachdem sich die USA klar für Sanktionen aussprachen, äußerte Russland erneut Bedenken. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigten, dass Ultimaten stets in eine Sackgasse führten, sagte Außenminister Sergej Lawrow. Der Weltsicherheitsrat hatte den Iran aufgefordert, seine Anreicherung von Uran bis zum 31. August einzustellen. Die Führung in Teheran ignorierte das Ultimatum und beharrte auf ihrem Recht zur friedlichen Nutzung von Atomenergie. Die Außenminister der EU wollen an diesem Freitag in Finnland über den Atomstreit beraten. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, sollte der Iran nicht doch noch einlenken, müsse das Land mit wachsendem Druck rechnen.

BEIRUT: Das italienische Kontingent der internationalen Friedenstruppe für den Libanon ist vor der Küste des Mittelmeer-Staates eingetroffen. Die fünf Kriegsschiffe ankerten nach italienischen Medienberichten vor der Hafenstadt Tyrus. Am Samstag sollen die ersten 1.000 Soldaten an Land gehen. Italien hat insgesamt 2.500 Soldaten für die UN-Mission zugesagt. Die Soldaten sollen den Waffenstillstand zwischen Israel und der libanesichen Hisbollah sichern. Die Truppe soll später 15.000 Mann umfassen.

BERLIN: Der Wehrbeauftragte Reinhold Robbe hat die Bundesregierung zu einer schnellen Entscheidung über Art und Umfang der Beteiligung der Bundeswehr am Libanon-Einsatz der UN aufgefordert. Die Soldaten wünschten sich kein langes Hin und Her, sondern klare Vorgaben, sagte der SPD-Politiker der Passauer Neuen Presse. - Die Bundesregierung plant den Einsatz der Bundesmarine vor der Küste des Libanon. Eine förmliche Anfrage aus Beirut an die UN zur Entsendung eines Marine-Verbandes liegt aber noch nicht vor.

STOCKHOLM: Regierungsvertreter aus 50 Ländern beraten in der schwedischen Hauptstadt über Möglichkeiten zur Verbesserung der humanitären Lage in den palästinensischen Gebieten. Finanzielle Hilfszusagen werden von dem Treffen nicht erwartet. Am Donnerstag hatte eine internationale Geberkonferenz ebenfalls in Stockholm für den Wiederaufbau im Libanon nach dem Krieg 700 Millionen Euro zugesagt.

KHARTUM: Sudanesische Regierungsvertreter haben den Beschluss des Weltsicherheitsrates zur Stationierung weiterer UN-Soldaten in der Krisenregion Darfur zurückgewiesen. Der Resolution fehle Legitimität und Glaubwürdigkeit, hieß es in ersten offiziellen Reaktionen. Angesichts anhaltender Gräueltaten in der west-sudanesischen Provinz äußerte UN-Generalsekretär Kofi Annan Besorgnis über die ablehnende Haltung der Regierung. Nur eine unparteiische Truppe könne die Einhaltung des Friedensabkommens für die Region unterstützen. Die Entschließung sieht vor, die bereits im Sudan stationierte UN-Truppe auf bis zu 22.000 Soldaten und Polizisten aufzustocken.

DILI: In Osttimor ist es zu neuen Auschreitungen zwischen rivalisierenden Banden gekommen. Nach Angaben von Krankenhausmitarbeitern wurden mindestens acht Menschen verletzt. Zuvor war ein Flüchtlingslager überfallen worden. Nach den schweren Unruhen im Mai leben noch immer zehntausende Menschen in Osttimor in Übergangslagern. Obgleich der Einsatz einer internationalen Truppe und ein Regierungswechsel zu einer weitgehenden Normalisierung der Lage geführt haben, kommt es immer wieder zu Gewaltausbrüchen.

BUENOS AIRES: In der argentinischen Hauptstadt haben tausende Menschen friedlich gegen die zunehmende Kriminalität demonstriert. Sie forderten Präsident Nestor Kirchner auf, entschlossener gegen Verbrecher vorzugehen. Seit der argentinischen Wirtschaftskrise von 2001 und 2002 haben Straßenkriminalität, Raubüberfälle und Entführungen stark zugenommen. Gut ein Jahr vor der Präsidentenwahl gehört das Thema laut Umfragen für viele Argentinier zu den drängendsten Problemen.

WASHINGTON: Mit heftigem Regen und schweren Windböen ist der tropische Wirbelsturm 'Ernesto' auf die Küste des US-Bundesstaats North Carolina getroffen. Bei Long Beach im Süden wurden Windgeschwindigkeiten von 113 Kilometern pro Stunde gemessen. Die Behörden riefen den Notstand aus. Am Pazifik brachten sich die Menschen in den mexikanischen Badeorten der Halbinsel Baja California vor dem Hurrikan 'John' in Sicherheit. Helfer begannen damit, rund 10.000 Menschen aus tiefer gelegenen Gebieten zu evakuieren.

BERLIN: Die Macht zwischen Bund und Ländern in Deutschland ist von diesem 1. September an grundlegend neu verteilt. Nach jahrelangen politischen Debatten sind die 21 Grundgesetzänderungen für die Föderalismusreform in Kraft getreten. Die Zustimmungspflicht der Länder zu Gesetzen des Bundes wird reduziert, die Macht des Bundesrates also beschnitten. Im Gegenzug übernehmen die Länder vom Bund eine Reihe von Zuständigkeiten, etwa beim Strafvollzug.

PRISTINA: Die Bundeswehr übernimmt an diesem Freitag das Kommando über die NATO-Friedenstruppe im Kosovo. Der deutsche Generalleutnant Roland Kather wird die KFOR-Truppe mit 17.000 Soldaten aus mehr als 30 Ländern ein Jahr lang führen. Der Kommandowechsel von Italien zu Deutschland wird im Beisein von Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung in Pristina vollzogen. - Ebenfalls an diesem Freitag tritt der deutsche Diplomat Joachim Rücker sein Amt als Leiter der UN-Verwaltung im Kosovo an.

BERLIN: Die 46. Internationale Funkausstellung -IFA- öffnet an diesem Freitag in den Berliner Messehallen für Besucher. Auf der weltgrößten Branchenschau zeigen fast 1.050 Aussteller aus mehr als 30 Ländern bis zum 6. September ihre neuen technischen Entwicklungen und Geräte. Schwerpunkte sind unter anderem flache TV-Bildschirme, das hochauflösende Fernsehen HDTV und mobiles Fernsehen. - Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die IFA am Donnerstagabend offiziell eröffnet. Dabei lobte sie die Schau als Schaufenster der deutschen Innovationskraft.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden viele Wolken und zeitweise Regen, sonst wechselnd bewölkt, im Süden viel Sonne. Tagestemperaturen 20 bis 27 Grad Celsius.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 17 Grad, Niesel;
Berlin: 16 Grad, Regen;
Dresden: 15 Grad, stark bewölkt;
Köln/Bonn: 16 Grad, stark bewölkt;
Frankfurt am Main: 14 Grad, leicht bewölkt und
München: 10 Grad, fast wolkenlos.

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