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Nachrichten

Freitag, 1. Mai 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MÜNCHEN: In Bayern hat es die erste Schweinegrippe-Ansteckung innerhalb Deutschlands gegeben. Die Krankheit wurde bei einer Frau aus Niederbayern nachgewiesen. Sie selbst war nach Angaben der bayerischen Landesregierung nicht in Mexiko, stand aber mit einer der bereits infizierten Personen in Kontakt. Die Frau sei inzwischen wieder gesund. Es handelt sich insgesamt um die vierte bestätigte Schweinegrippe-Infektion in Deutschland und zugleich um die dritte in Bayern.

BREMEN: Gewerkschafter und Parteien laden am heutigen Tag der Arbeit bundesweit zu Mai-Kundgebungen ein. Im Mittelpunkt stehen dieses Jahr die Folgen der schweren Wirtschaftskrise für die Beschäftigten. Die zentrale Veranstaltung des Deutschen Gewerkschafts Bundes mit dem Vorsitzenden Michael Sommer findet in Bremen statt. Sommer hatte zuletzt mit seiner Warnung vor sozialen Unruhen Aufmerksamkeit erregt, die er in Folge der Krise befürchtet. Die SPD schickt ihre Spitzenpolitiker Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier ans Rednerpult. Sie sprechen in Wuppertal und Ludwigshafen.

BERLIN: Am Vorabend des 1. Mai, der so genannten Walpurgisnacht, ist es in der Bundeshauptstadt wieder zu Krawallen gekommen. Im Stadtteil Friedrichshain stand eine Gruppe von rund 200 Personen der Polizei gegenüber. Es wurden Flaschen und Steine gegen Beamte geschleudert sowie Müllcontainer in Brand gesteckt. Mehr als ein Dutzend Randalierer wurden festgenommen. Fast 30 Polizisten erlitten leichte Verletzungen. Zu Krawallen kam es auch in Hamburg. Dort wurden drei Beamte leicht verletzt.

NÜRNBERG: Mit der dramatischen Auftragsflaute bei vielen Unternehmen gerät nun auch der Arbeitsmarkt immer stärker in den Sog der Wirtschaftskrise. Die wachsende Zahl von Entlassungen hat inzwischen auch den üblichen Frühjahrsaufschwung überlagert und die Zahl der Erwerbslosen im April entgegen dem langjährigen Trend stagnieren lassen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg waren 3.585.000 Menschen erwerbslos gemeldet. Das sind 1.000 weniger als im März, aber 171.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 8,6 Prozent. Nur die massive Nutzung der Kurzarbeit habe Schlimmeres verhindert.

BERLIN: Nach der Absage des Großaktionärs J. C. Flowers an das Kaufangebot der Bundesregierung wird eine Enteignung der Aktionäre des angeschlagenen Immobilienfinanziers Hypo Real Estate -HRE- immer wahrscheinlicher. Dies bestätigte Finanzminister Peer Steinbrück in Berlin. Flowers, der gut 20 Prozent der HRE-Anteile hält, zeigte sich überzeugt, dass die Papiere mehr wert sind als die vom Bund angebotenen 1,39 Euro pro Aktie. Der UN-Investor kündigte an, sich möglicherweise mit juristischen Schritten gegen eine Enteignung wehren zu wollen. - Das staatliche Übernahmeangebot von 1,39 Euro je HRE-Aktie gilt noch bis zum 4. Mai.

BERLIN: Für einen Einstieg beim angeschlagenen deutschen Autobauer Opel interessieren sich offenbar neben dem italienischen Konkurrenten Fiat und dem kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna weitere Investoren. Der Gesamtbetriebsratvorsitzende Klaus Franz sagte im ZDF, es gebe interessante Investoren neben denen, die in den letzten Tagen in der Presse gehandelt worden seien. Er sei zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden werde. Opel will sich vom US-Mutterkonzern General Motors trennen, um nicht in eine mögliche Insolvenz mit hineingezogen zu werden. Die US-Regierung hat GM eine Frist bis Ende Mai gesetzt, um ein tragfähiges Sanierungskonzept vorzulegen.

AMSTERDAM: Nach dem misslungenen Anschlag auf die niederländische Königsfamilie während einer Parade am Donnerstag in Apeldoorn ist der Attentäter in einem Krankenhaus gestorben. Der Mann erlag seinen schweren Verletzungen, die er sich bei der Tat zugezogen hatte. Vor den Augen von Königin Beatrix und ihrer Familie durchbrach er mit seinem Auto die Absperrungen und raste in eine Menschenmenge. Dabei wurden fünf Zuschauer getötet und zwölf verletzt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gab der 38-jährige Niederländer noch am Tatort zu, sein Ziel sei die Königsfamilie gewesen. Am heutigen Freitag gedenken die Niederlande der Anschlagsopfer. In der Großen Kirche in Apeldoorn findet dazu ein Gottesdienst statt.

WASHINGTON: Eine Allianz mit Fiat, ein Insolvenzverfahren und neue staatliche Milliardenhilfen sollen den angeschlagenen US-Autohersteller Chrysler retten. US-Präsident Barack Obama teilte mit, Chrysler werde unter Gläubigerschutz umstrukturiert, wobei der italienische Autobauer Fiat einen Anteil von zunächst 20 Prozent übernehme. Das Insolvenzverfahren werde dem Konzern helfen, wieder auf die Beine zu kommen. Die US-Regierung gab Kreditzusagen von acht Milliarden Dollar, Kanada sagte eine Nothilfe von 2,4 Milliarden Dollar zu. Fiat strebt eine Mehrheitsbeteiligung ab 2013 an. Chrysler kündigte an, die Arbeit in den meisten Werken für die Zeit des Insolvenzverfahrens ruhen zu lassen. In der Zwischenzeit soll es keine Entlassungen geben. Chrysler-Chef Rob Nardelli will nach dem Insolvenzverfahren zurücktreten.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat seine Friedensmission im südlichen Sudan verlängert. In dem einstimmig gefassten Beschluss heißt es, die 13.500 Soldaten der UN-Friedenstruppe sollten ein weiteres Jahr in dem afrikanischen Land bleiben, um die Einhaltung des bereits 2005 geschlossenen Friedensabkommens zu überwachen. Unabhängig von der UN-Mission im Südsudan gibt es in der westsudanesischen Krisenregion Darfur einen gemeinsamen Friedenseinsatz von Vereinten Nationen und Afrikanischer Union. Bislang sind dort allerdings erst etwa Zweidrittel der erhofften knapp 20.000 Soldaten vor Ort.--Im Bürgerkrieg in Darfur starben bislang rund 300.000 Menschen, fast drei Millionen wurden vertrieben.

WASHINGTON: Die Zahl der Terroranschläge hat nach US-Angaben im vergangenen Jahr weltweit abgenommen. Das Außenministerium in Washington teilte mit, es habe im Vorjahr 11.770 Anschläge gegeben. Im Jahr 2007 seien noch 14.506 Anschläge verübt worden. Parallel dazu sank die Zahl der Todesopfer von 22.508 Menschen auf 15.765 Menschen. Als Hauptursache wurde die Abnahme der Attentate im Irak genannt. Mehr als verdoppelt habe sich dagegen die Zahl der Anschläge in Pakistan, wo die Taliban ihre Angriffe verstärkt hätten. Das Terrornetzwerk El Kaida bleibt dem Bericht zufolge die größte Terrorbedrohung für den Westen. Es nutze die Rückzugsräume im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan zum "Auftanken".

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat einen neuen Anlauf zu einer Lösung des seit Jahren festgefahrenen Konflikts um die Westsahara gefordert. Das Gremium befürwortete den Vorschlag des neuen UN-Sonderbeauftragten für die Region, Christopher Ross, Kompromisschancen zunächst in kleinen informellen Gesprächsrunden mit den Konfliktparteien auszuloten. In einer Resolution heißt es, Marokko und die Unabhängigkeitsbewegung Polisario müssten ihre Verhandlungen ohne Vorbedingungen wieder aufnehmen. Zugleich wurde das Mandat der UN-Mission für ein Referendum in der Westsahara (MINURSO) um ein weiteres Jahr bis Ende April 2010 verlängert. Marokko hält den größten Teil der spanischen Ex-Kolonie seit 1975 besetzt. Die Polisario verlangt dagegen die Unabhängigkeit des Gebiets.

ZUM FUSSBALL: Der Hamburger SV hat im Kampf um den Einzug ins Endspiel des UEFA-Pokals vorgelegt. Im ersten Halbfinale gewannen die Hamburger beim Nord-Rivalen Werder Bremen mit 1:0. Das Tor erzielte Piotr Trochowski in der 28. Minute.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND; Im Norden und Osten längere Zeit sonnig. Nach Westen und Süden wechselnd bewölkt mit einzelnen Schauern und Gewittern. Höchstwerte bis 25 Grad.

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