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Nachrichten

Freitag, 1. Januar 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MADRID: Mit dem Jahreswechsel hat Spanien die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union von Schweden übernommen. Allerdings ist der Einfluss des EU-Ratspräsidenten geringer als bisher. Nach Inkrafttreten des so genannten Lissabon-Vertrages muss mit Spanien erstmals eine Ratspräsidentschaft Kompetenzen abgeben, an den neuen ständigen EU-Ratspräsidenten. Der erste Mann auf diesem Posten, der Belgier Hermann van Rompoy, steht formal über dem spanischen Regierungschef José Luis Zapatero und wird auch die Gipfeltreffen der EU leiten. Dessen ungeachtet werde sein Land in den kommenden sechs Monaten eine wichtige Rolle in der EU einnehmen, sagte Zapatero. Van Rompoy kündigte an, er wolle eigene Akzente setzen.

KABUL: Nach dem Tod von zehn Zivilisten bei einem NATO-Einsatz in Afghanistan will die Regierung in Kabul die beteiligten Soldaten vor Gericht stellen. Die Verantwortlichen für das Blutbad müssten an die afghanische Justiz übergeben werden, hieß es in einer Erklärung des Präsidialamtes. Laut einem von Präsident Hamid Karsai veröffentlichten Untersuchungsbericht wurden die Zivilisten von Soldaten der NATO-geführten Schutztruppe ISAF getötet. Unter den Toten sollen allein acht Schüler im Alter von 13 bis 17 Jahren sein. Die NATO wies die Darstellung zurück.

WASHINGTON/KABUL: Der Chef des US-Geheimdienstes CIA, Leon Panetta, hat offiziell den Tod von sieben seiner Agenten im Osten Afghanistans bestätigt. Sechs weitere CIA-Mitarbeiter seien bei dem Selbstmordanschlag auf eine amerikanische Militärbasis in der Provinz Chost am Mittwoch verletzt worden. US-Medien sprachen von einem der schwersten Verluste des Geheimdienstes in seiner Geschichte. Demnach soll der Attentäter, ein afghanischer Soldat, bei der Ankunft auf der Basis entgegen den Sicherheitsvorschriften nicht durchsucht worden sein. Er konnte dann in einem Fitnessraum seinen Sprengstoffgürtel zünden. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikal-islamischen Taliban.

ISLAMABAD: Beim Angriff einer unbemannten US-Drohne auf ein pakistanisches Stammesgebiet an der Grenze zu Afghanistan sind nach Behördenangaben mindestens drei radikal-islamische Aufständische getötet worden. Zwei Raketen hätten ein Fahrzeug in einem Dorf in Nord-Waziristan getroffen. Das Dorf liegt in der Nähe von Miranshah, der wichtigsten Stadt der Region. Immer wieder nehmen Drohnen des US-Geheimdienstes CIA und der US-Armee Ziele in den Grenzgebieten zu Afghanistan ins Visier. Dort haben die Taliban ihre Rückzugsgebiete.

TEHERAN: Im Iran hat Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi seine Bereitschaft erklärt, für die Rechte des iranischen Volkes zu sterben. Das berichtete eine oppositionelle Internetseite. Er zögere nicht, für die Umsetzung der religiösen und nationalen Rechte des Volkes zum Märtyrer zu werden, so Mussawi. Angesichts der Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten hatten Anhänger des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad die Verhaftung Mussawis und des oppositionellen Geistlichen Mehdi Karubi gefordert. Einige verlangten sogar ihre Hinrichtung.

PJÖNGJANG: Nordkorea hat in einer Neujahrsbotschaft zur Beilegung der Feindseligkeiten mit den USA aufgerufen. Es handele sich um eine grundlegende Aufgabe, Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und im Rest Asiens sicherzustellen. Deshalb sei es wichtig, die feindseligen Beziehungen zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea und den USA zu beenden, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA aus einem gemeinsamen Leitartikel dreier Zeitungen zur Außenpolitik des kommunistischen Landes.

BERLIN: Zum Jahresbeginn sind in Deutschland die Steuerentlastungsgesetze der Bundesregierung in Kraft getreten. Damit winken den Bürgern Entlastungen in zweistelliger Milliardenhöhe. Allein die bessere steuerliche Absetzbarkeit von Kranken- und Pflegeversicherung spült 9,5 Milliarden Euro in die Kassen der Bürger. Der jährliche Kinderfreibetrag und das monatliche Kindergeld werden angehoben. Der steuerliche Grundfreibetrag für Ledige steigt und Hoteliers müssen für Einnahmen aus Übernachtungen nur noch sieben statt 19 Prozent Mehrwertsteuer zahlen. Geschwister, Neffen und Nichten werden bei der Erbschaftssteuer entlastet, auch die Bestimmungen für Firmenerben werden gelockert. Dagegen steigen die Sozialabgaben für Besserverdienende und die Betragsbemessungsgrenzen in der Renten- und Arbeitslosenversicherung werden angehoben.


BERLIN: Bei frostigen Temperaturen und Schneefall haben fast eine Million Menschen in Berlin Deutschlands größte Silvesterparty gefeiert. Um Mitternacht erhellte ein zehnminütiges Feuerwerk den Nachthimmel über der gut zwei Kilometer langen Festmeile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule. Auch in Moskau, London, Paris und New York kamen Hunderttausende unter freiem Himmel zusammen. An der Copacabana in Rio de Janeiro verfolgten rund zwei Millionen Menschen ein gigantisches Feuerwerk, das von im Atlantik schwimmenden Pontons aus gezündet wurde.

BERLIN: Die evangelische und die katholische Kirche haben zum Jahreswechsel dazu aufgerufen, die Wirtschaftskrise zur Erneuerung zu nutzen. Der Vorsitzende der Katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, befürchtet durch die beschlossenen Sparmaßnahmen eine Abkühlung des sozialen Klimas. Der Erzbischof forderte deshalb in seiner Neujahrsbotschaft mehr Anstrengungen, um den Egoismus zu überwinden und den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken. Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, rief zu mehr Wagemut auf. Chancen und Herausforderungen machten nicht vergessen, dass es auch Schwieriges zu überwinden gebe. Doch wer neue Wege gehen wolle, dürfe nicht davor zurückschrecken, schreibt sie in ihrer Botschaft für das neue Jahr.

ESSEN: Mit dem Ruhrgebiet ist seit Beginn des Jahres 2010 erstmals eine ganze Region mit 53 Kommunen Kulturhauptstadt Europas, unter der Führung der Stadt Essen. Rund 300 Projekte mit 2.500 Veranstaltungen sind geplant, vom Gemeinschaftskonzert im Fußballstadion bis zur Museumstournee durch die Region. Rund fünf Millionen Besucher werden erwartet. Offiziell eröffnet wird das hochkarätige Programm am 9. Januar mit einem Festakt in der Zeche Zollverein. Weitere Kulturhauptstädte in Europa sind in diesem Jahr die türkische Stadt Istanbul und Pécs in Ungarn.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist stark bewölkt, gebietsweise Schneefall, im Süden zum Teil noch Regen. Die Tageshöchsttemperaturen steigen auf Werte zwischen minus drei Grad in Brandenburg und plus sechs Grad im Breisgau.

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