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Nachrichten

Freitag, 02. Juni 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag.

WIEN: Im Streit über das iranische Atomprogramm liegen neue Vorschläge für eine diplomatische Lösung auf dem Tisch. Bei einem Außenministertreffen in Wien verständigten sich die Vetomächte des Weltsicherheitsrates und Deutschland auf eine gemeinsame Linie. Die britische Außenministerin Margaret Beckett sprach von 'weitreichenden Vorschlägen', ohne jedoch Einzelheiten zu nennen. Wenn der Iran die Uran-Anreicherung stoppe, sei man bereit, das Thema von der Agenda des Sicherheitsrates zu streichen und auf Sanktionen zu verzichten, sagte Beckett.

BAGDAD: Nach Bekanntwerden des mutmaßlichen Massakers in Haditha ist ein Video aufgetaucht, das eine weitere Gräueltat von US-Soldaten im Irak zeigen soll. Auf dem Video, das angeblich in dem Ort Ishaki aufgenommen wurde, sind getötete Erwachsene und Kinder zu sehen. Zeugen berichten in dem Video, US-Soldaten hätten in Ishaki elf Mitglieder einer Familie erschossen, weil sie deren Haus für einen Terroristen-Unterschlupf hielten. Der irakische Ministerpräsident Nuri al Maliki nannte es 'völlig inakzeptabel', dass Zivilisten 'auf Verdacht hin' getötet würden.

WASHINGTON: Im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba befindet sich mittlerweile ein Fünftel der Häftlinge im Hungerstreik. Mehrere der insgesamt 89 Hungerstreikenden würden zwangsernährt, teilte die Armee mit. In dem Lager halten die USA rund 460 Ausländer mit angeblichen Verbindungen zu den afghanischen Taliban oder zum Terrornetzwerk El Kaida fest. Die Regierung in Washington verweigert den Guantanamo-Häftlingen den Status von Kriegsgefangenen. Die meisten von ihnen haben keinerlei Rechtsbeistand.

BERLIN: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble warnt davor, die Informationspanne beim Bundesnachrichtendienst im Entführungsfall des Deutsch-Libanesen Khaled el Masri überzubewerten. Schäuble sagte der Zeitung 'Die Welt', es sei lediglich ein Beamter gewesen, der beiläufig etwas erfahren habe. Daraus eine Unterrichtung des BND oder gar der Bundesregierung zu machen, sei wenig überzeugend. Der BND-Untersuchungsausschuss im Bundestag will sich noch im Juni mit den neuen Aussagen befassen. Bei dem Streit geht es darum, wann die Bundesregierung von der mutmaßlichen Entführung El Masris durch den US-Geheimdienst CIA unterrichtet wurde. Der BND-Mitarbeiter erfuhr nach Angaben des Auslandsgeheimdienstes Anfang 2004 von dem Fall; die Bundesregierung erklärt dagegen, sie sei erst nach der Freilassung El Masris informiert worden.

BERLIN: Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat den Einsatz deutscher Soldaten in der Demokratischen Republik Kongo vor Kritik verteidigt. Die Bundesregierung komme damit einer Bitte der Vereinten Nationen nach, sagte Jung. Kritik kam nochmals vom Bundeswehrverband, der den Sinn der Mission anzweifelte. Gegen die Stimmen von FDP und Linkspartei hatte der Bundestag zuvor die Entsendung von 780 Soldaten beschlossen. Sie gehören zu einer 2.000 Mann starken EU-Truppe, die im Kongo die für Ende Juli geplanten ersten freien Wahlen seit Jahrzehnten absichern soll.

JAKARTA: Nach dem verheerenden Erdbeben auf der indonesischen Insel Java herrscht im Katastrophengebiet Angst vor Plünderern. Die Behörden schickten zusätzlich 6.000 Polizisten in die Region um die Stadt Yogyakarta. Anlass waren Berichte, im Katastrophengebiet seien als Helfer verkleidete Diebe aufgetaucht. Durch das Beben am vergangenen Samstag kamen nach offiziellen Angaben mehr als 6.200 Menschen ums Leben.

GENF: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert einen vollkommenen Verzicht auf Beschneidungen von Frauen. Die gesundheitlichen Folgen der Genitalverstümmelungen seien verheerend, heißt es in einem WHO-Bericht. Jedes Jahr werden Schätzungen zufolge drei Millionen Mädchen Opfer der Verstümmelungen. In 28 Ländern der Welt, vor allem in Schwarzafrika, ist dieser Ritus verbreitet.

NEW YORK: Die New York Stock Exchange und die europäische Vierländer-Börse Euronext wollen zur größten Börse der Welt fusionieren. Beide Seiten hätten einen 'Zusammenschluss unter Gleichen' vereinbart, teilten die Börsenbetreiber in einer gemeinsamen Erklärung mit. Der Fusion müssen nun noch die Aktionäre beider Unternehmen und die Wettbewerbshüter zustimmen. Um eine Übernahme von Euronext, die Börsen in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon unterhält, hatte sich auch die Deutsche Börse bemüht.

ANKARA: Bei einem Grubenunglück im Westen der Türkei sind 17 Bergleute ums Leben gekommen. Wie das Energieministerium in Ankara mitteilte, war nach einer Gasexplosion ein Schacht des Kohlebergwerks eingestürzt. Rettungsmannschaften gelang es, 40 Kumpel aus der Grube zu bergen. Das Unglück ereignete sich in der Provinz Balikesir.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechsel aus Sonne, Wolken und Schauern bei Tageshöchstwerten zwischen neun und 19 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 10°, leicht bewölkt

Berlin: 11°, fast wolkenlos

Dresden: 8°, wolkenlos

Köln/Bonn: 9°, stark bewölkt

Frankfurt am Main: 10°, wolkig

München: 5°, Regen