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Amerika

Freispruch für Michael Jackson

Die Jury im Missbrauchsprozess gegen den US-Popstar Michael Jackson hat den Angeklagten in allen Punkten freigesprochen. Insgesamt waren Jackson zehn Anklagepunkte zur Last gelegt worden.

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Der Jackson-Clan verlässt das Gericht in Santa Maria

Freispruch auf der ganzen Linie. So urteilten die zwölf Geschworenen am Bezirksgericht in Santa Maria (Kalifornien). Jackson war den Tränen nahe, als er in Begleitung seines Verteidigers Thomas Mesereau das Gericht verließ. Das Urteil löste Jubel und Begeisterung unter seinen Fans aus. Hunderte Anhänger des früheren "King of Pop" umarmten sich, klatschten und tanzten. Eine Frau setzte weiße Tauben als Symbol von Jacksons gewonnener Freiheit aus.

Im Falle eines Schuldspruchs hatten dem Popstar bis zu 20 Jahre Haft gedroht. Jackson waren vier Fälle "sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen" in der Zeit zwischen dem 20. Februar 2003 und dem 12. März 2003 vorgeworfen worden. Jackson war angeklagt, "vorsätzlich" und "gesetzwidrig" unzüchtige Handlungen an einem 13-Jährigen verübt zu haben, um seine eigenen sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen.

Jury: 32 Beratungsstunden

Neverland Ranch

Die kultige Fangemeinde war schon immer von Jacksons Unschuld überzeugt

Ein weiterer Anklagepunkt lautete auf versuchten sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen. Zudem war ihm "Verschwörung" mit dem Ziel der Kindesentführung und Freiheitsberaubung in Tateinheit mit versuchter Erpressung zur Last gelegt worden. Außerdem hatte die Anklage Michael Jackson vorgeworfen, in vier Fällen Minderjährige zum Alkoholkonsum verführt zu haben - mit der Absicht, sie sexuell zu missbrauchen.

Die zwölf Geschworenen hatten seit dem 3. Juni an sieben Tagen insgesamt rund 32 Stunden beraten, bevor sie zu diesem einvernehmlichen Urteil kamen. In dem Prozess wurde unter anderem auf eine Fernsehdokumentation verwiesen, in der Jackson zugegeben hatte, häufig mit Kindern in einem Bett zu schlafen. Die Verteidigung wiederum hat stets versucht, die Glaubwürdigkeit der Mutter des mutmaßlichen Opfers in Frage zu stellen. Ihr sei es nur darum gegangen, viel Geld aus Prominenten herauszupressen.

Finanzprobleme?

Der Gerichtsbuchhalter John Duross O'Bryan berichtete während des Missbrauchsprozesses, dass Jackson jährlich zwischen 20 und 30 Millionen Dollar mehr ausgebe als einnehme. Die Höhe seiner Gesamtschulden beläuft sich demnach auf etwa 224 Millionen Dollar (185,7 Millionen Euro). Dies bedeutet freilich längst noch nicht, dass Jackson pleite ist. Sein Problem ist ein Mangel an Barreserven.

Trotz seiner Finanzprobleme machte Jackson bislang keine Anstalten, Abstriche an seinem Lebensstil vorzunehmen. So schaffte er sich für sein Verfahren in Santa Maria gleich mehr als 60 verschiedene Outfits an - damit er für jeden Prozesstag etwas anderes zum Anziehen hatte.

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