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Spanische Königsfamilie

Freispruch für die spanische Königsschwester Cristina

Die Infantin Cristina ist vom Vorwurf der Beihilfe zum Steuerbetrug freigesprochen worden - es ging um sechs Millionen Euro. Ihr Mann Iñaki Urdangarín wurde dagegen zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt.

Das meldeten die Zeitung "El País" und das spanische Fernsehen unter Berufung auf das zuständige Gericht in Palma de Mallorca. Die Staatsanwaltschaft hatte den ehemaligen Handball-Profi Urdangarin wegen der Veruntreuung von sechs Millionen Euro Steuergeldern angeklagt. Zudem wurden ihm Betrug, Geldwäsche und Urkundenfälschung vorgeworfen. Exakt erhielt Urdangarin sechs Jahre und drei Monate Haft. Der Prozess war nach mehr als fünf Monaten im vergangenen Juni zu Ende gegangen. 

Erste direkte Angehörige des Königshauses vor Gericht 

Die Ermittlungen in der Finanzaffäre waren bereits im Jahr 2010 eingeleitet worden. Gegen Cristina war Ende 2014 Anklage wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung erhoben worden. Die 51-jährige Schwester von König Felipe ist die erste direkte Angehörige des spanischen Königshauses, die sich vor Gericht verantworten muss. Während die Staatsanwaltschaft auf Freispruch plädierte, forderte die Nebenklage eine achtjährige Gefängnisstrafe. Sie vertritt die Gewerkschaft Manos Limpias (Saubere Hände). Insgesamt waren 17 Menschen im Zusammenhang mit Unregelmäßigkeiten rund um die angeblich gemeinnützige Stiftung "Nóos" von Ex-Handballstar Urdangarin und seinem früheren Geschäftspartner Diego Torres angeklagt. Cristina war Mitglied im Nóos-Vorstand, hat aber stets betont, in finanziellen Dingen vollkommen ihrem Mann vertraut zu haben.

 Christinas Mann Inaki Urdangarin (Foto: Reuters/A. Ballesteros)

Cristinas Mann, der frühere Handball-Profi Inaki Urdangarin

Der 49-jährige Urdangarin hatte während des Prozesses Unregelmäßigkeiten eingeräumt, aber meist ausweichend geantwortet und sich auf Erinnerungslücken berufen. Bereits im Juni 2015 hatte Felipe seiner Schwester wegen des Skandals den Herzoginnentitel aberkannt, der ihr 1997 von ihrem Vater, dem damaligen König Juan Carlos, verliehen worden war. Auch bei der Krönung ihres Bruders war Cristina im Sommer 2014 von den Festakten ausgeschlossen worden.

sti/jj (ap, dpa, rtr)