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Kultur

Freilassung der Sahara-Geiseln verzögert sich

Das Drama um die Sahara-Geiseln ist nach Einschätzung der Bundesregierung in der "Endphase". Unklar ist allerdings noch immer, wann genau die 14 Verschleppten nach Deutschland zurückkehren können.

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Bilder einiger der Entführten auf einem Fahndungsplakat

Die Bundesregierung erklärte am Montag (18.8.2003), die Bemühungen in Mali um die Freilassung der 14 Geiseln befänden sich "in einer wichtigen Endphase". Regierungssprecher Bela Anda sagte in Berlin, weitere Details könnten "aus nahe liegenden Gründen" noch nicht preisgegeben werden. Sobald feststehe, dass sie sich in sicherer deutscher Hand befänden, könnten weitere Informationen gegeben werden.

Anda bestätigte damit indirekt, dass der am Vortag noch gescheiterte Geiselaustausch inzwischen begonnen hat und dass sich die neun Deutschen, vier Schweizer und der Niederländer bei Vermittlern befinden.

Genauer Zeitpunkt noch unklar

Wie der ZDF-Korrespondent Luten Leinhos aus Bamako berichtete, wurden die Geiseln am Montag in Tessalit im Norden des Landes zusammengeführt. Eine Maschine der malischen Regierung sollte sie dort abholen. Im Zentrum Malis würden die Geiseln dann an eine Transall-Maschine der Bundeswehr übergeben, die sie nach Bamako bringen solle, erklärte Leinhos. Wann die 14 Wüstenreisenden nach
Deutschland abfliegen könnten, sei aber noch unklar. Sie würden vermutlich zunächst in Bamako untersucht und sollten anschließend gemeinsam mit dem malischen Präsidenten vor die Presse treten.

"Aus naheliegenden Gründen" könnten keine Details zur Übergabe der Sahara-Urlauber preisgegeben werden, sagte der deutsche Regierungssprecher Bela Anda. Sobald die Freigelassenen in deutscher Hand seien, werde die Bundesregierung umfassend die Öffentlichkeit informieren. Die zunächst für Sonntagabend geplante Übergabe habe nicht stattfinden können, weil es nicht gelungen sei, rechtzeitig alle Geiseln zusammenzuführen, hieß es weiter. Die Probleme seien aber "beseitigt".

Die 14 Geiseln gehörten zu den 32 Wüstenfahrern, die seit Februar 2003 nacheinander in der algerischen Sahara von Terroristen entführt worden waren. 17 von ihnen waren bereits Mitte Mai nach einem algerischen Militäreinsatz freigekommen. Die Entführer waren daraufhin in den Norden Malis übergewechselt, um vor den algerischen Spezialkommandos sicherer zu sein. Eine Geisel starb im Juli an den Folgen der Strapazen.

Strenges Geheimnis

Die Lösung des Geiseldramas wird von den Regierungen in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden als "strenges Geheimnis" behandelt. Es war die Rede von hohen Lösegeldforderungen. Alle europäischen Regierungen sollen aber die Zahlung von Lösegeld "aus grundsätzlichen Erwägungen strikt abgelehnt haben", wie ein Diplomat in Bamako nach Agenturangaben berichtete. Schließlich soll Mali das Lösegeld bereit gestellt haben. Es werde über eine Erhöhung der Entwicklungshilfe wieder "zurückerstattet", war weiter zu erfahren. Offiziell werde von der Bundesregierung die Zahlung von Lösegeld "niemals zugegeben", wurde unterstrichen.

Nach ZDF-Informationen soll ein malischer Unterhändler bereits am Samstag ein Lösegeld an die Geiselnehmer übergeben haben. Auch die Höhe der Summe sei nicht genau bekannt. Die in früheren Medienberichten als Forderung der Kidnapper genannte Summe von 64 Millionen Euro halten Experten einhellig für weit übertrieben. (kas)

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