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Kultur

Freikörperkultur ist absolut "out"

Die Deutschen haben keinen Spaß mehr am organisierten Nacktsein. Den Vereinen der Freikörperkultur FKK laufen nach einem Bericht der Zeitung "Die Welt" die Mitglieder davon. Demnach ist die Zahl der organisierten Nackten, die Anfang der 70er Jahre noch bei 150.000 lag, mittlerweile auf 55.000 gesunken. Außerdem droht den Nackten eine Vergreisung: Das Durchschnittsalter in FKK-Vereinen liegt mittlerweile bei über 50 Jahren. Nur geschätzte 8.000 Mitglieder sind demnach jünger als 27 Jahre. Statt organisiert unter Seinesgleichen die Nacktheit als soziales Miteinander und als Lebensform zu genießen, ziehen sich immer mehr Menschen einfach so und unorganisiert mitten in der Öffentlichkeit - etwa im Münchner Englischen Garten - aus.

Angst vor einem Aussterben der organisierten Freikörperkultur äußerte Werner Stumpf vom Vorstand der deutschen FKK-Jugend. "Den Kindern wird heute so viel geboten, dass ihre Freizeit regelrecht in Stress ausartet. Beim Kampf um die Jugendlichen könnte FKK der Verlierer sein, weil die Gelände meist nicht besonders stadtnah liegen." Zudem kämpfen die Vereine mit dem Schmuddel-Image, das dem Begriff FKK anhängt. «Leider wurde versäumt, den Begriff FKK schützen zu lassen», bedauert Weinreich. Als das im letzten Jahr versucht worden sei, hätten die Behörden abgelehnt, weil der Begriff schon in die Alltagssprache übergegangen sei.