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Aktuell Europa

Freiheitsfalken warnen nach Istanbul-Anschlag Touristen vor Türkei-Besuch

Die radikale Gruppierung "Freiheitsfalken Kurdistans" (TAK) hat sich zu dem jüngsten tödlichen Anschlag in Istanbul bekannt. Auf ihrer Webseite erklärte sie, Urlauber sollten sicherheitshalber nicht in die Türkei kommen.

Screenshot TAK Freiheits Falken Kurdistans (Foto: DW)

Ein Blick auf die Homepage der "Freiheitsfalken Kurdistans"

Bisher war unklar, wer hinter dem Attentat steckt, bei dem am Dienstag in Istanbul sieben Polizisten und vier Zivilisten getötet worden waren. 36 Menschen wurden bei der Bombenexplosion unweit der Universität zum Teil schwer verletzt. Die Bombe war gegenüber einem bei Touristen beliebten Hotel in der Nähe der U-Bahnstation Vezneciler platziert, von der aus zahlreiche Sehenswürdigkeiten in der Altstadt wie der Große Basar oder die Süleymaniye-Moschee schnell zu erreichen sind.

Nun gaben die "Freiheitsfalken Kurdistans" (TAK) an, sie hätten sich mit dem Bombenanschlag auf einen Polizeibus in einem touristischen Viertel Istanbuls für den "schmutzigen Krieg" der türkischen Sicherheitskräfte in den Kurdengebieten im Südosten des Landes rächen wollen. Das Militär geht dort seit Sommer 2015 mit großer Härte gegen Kurdenrebellen vor. Zugleich warnte die TAK ausländische Urlauber, die in der Türkei sind oder dorthin kommen wollen, vor weiteren Angriffen. "Ausländer sind nicht unsere Zielscheibe, aber die Türkei ist nicht länger ein sicheres Land", heißt es in dem Bekennerschreiben.

Rätselraten um TAK

Nach dem Bombenanschlag hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für die Bluttat verantwortlich gemacht. Aus Sicht der Regierung ist die TAK eine Untergruppe der PKK, auch wenn sich diese von der Gruppe distanziert hat. Unter Experten ist umstritten, ob die TAK zur PKK gehört, von ihr unterstützt wird oder von früheren PKK-Mitgliedern gegründet wurde.

Die TAK hatte in den vergangenen Monaten wiederholt die Verantwortung für Anschläge in der Türkei übernommen. So bekannte sich die Organisation Mitte März zu einem Anschlag auf einen Nahverkehrsbus in Ankara mit 35 Toten sowie zu dem Anschlag von Mitte Februar, bei dem in der türkischen Hauptstadt 30 Menschen ums Leben gekommen waren.

Am Donnerstag bekannte sich wiederum die PKK zu einem Anschlag in der südosttürkischen Stadt Midyat. Dort hatte sich am Mittwoch ein Selbstmordattentäter in einem Wagen vor dem Polizei-Hauptquartier in die Luft gesprengt und sechs Menschen mit in den Tod gerissen.

Mahnungen zur Vorsicht

Nach dem jüngsten Anschlag in Istanbul rät das Auswärtige Amt in Berlin Reisenden in Großstädten wie Istanbul und Ankara zu erhöhter Vorsicht. Dies gelte insbesondere auf öffentlichen Plätzen, aber auch vor touristischen Attraktionen und allgemein für Menschenansammlungen. Ferner rät das Amt dringend von Reisen in die Grenzgebiete zu Syrien und Irak ab.

Bereits im April warnte die US-Botschaft in der Türkei ihre Landsleute vor Anschlägen in der Türkei. Es gebe "ernstzunehmende Anschlagsdrohungen" gegen beliebte Touristenziele, darunter vor allem öffentliche Plätze und die Uferpromenaden in Istanbul und dem Badeort Antalya. Die US-Bürger wurden zu "äußerster Vorsicht" in der Nähe solcher Orte aufgerufen.

Video ansehen 42:36

Erdogan – Unser Freund der Autokrat? (26.05.2016)

Besucherzahlen eingebrochen

Die Türkei ist das sechstgrößte Ferienziel der Welt. Die Besucherzahlen sind jedoch eingebrochen, seit bei einer Welle von Anschlägen in den vergangenen zwölf Monaten Hunderte Menschen ums Leben kamen. Für einige Angriffe werden die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und die PKK verantwortlich gemacht. Bei einem Anschlag im Zentrum Istanbuls wurden im Januar auch zwölf deutsche Urlauber getötet.

Derweil griffen türkische Kampfjets im Grenzgebiet zum Irak mutmaßliche Aktivisten der PKK an. Dabei wurden nach Angaben aus Militärkreisen mehrere Extremisten getötet. Die Gruppe mit acht bis zehn Menschen sei in der Region Daglica entdeckt worden. Die Gegend soll ein Rückzugsgebiet der Rebellen sein.

kle/se (afp, rtre, auswaertiges-amt.de)

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