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Amerika

Freiheit nach zwölf Jahren Geiselhaft

Er befand sich seit Dezember 1997 in den Händen kolumbianischer Rebellen - nun ist er endlich wieder in Freiheit: Pablo Emilio Moncayo. Doch weitere Geiseln will die FARC-Guerilla vorerst nicht freilassen.

Pablo Moncayo wird begüßt (Foto: AP)

Begrüßung in Florencia: Unteroffizier Pablo Emilio Moncayo ist frei

Die Rebellen der "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) übergaben Pablo Emilio Moncayo an einem geheim gehaltenen Ort im Süden des Landes einer humanitären Abordnung, wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz in der Nacht zum Mittwoch (31.03.2010) bestätigte.

Große Freude

Der Soldat Moncayo, der bei seiner Entführung 1997 erst 19 Jahre alt war, machte trotz der langen Geiselhaft einen äußerlich gesunden Eindruck. Überglücklich wurde er auf dem Flugplatz der Stadt Florencia - etwa 500 Kilometer südlich der Hauptstadt Bogota - von seinen Familienangehörigen in die Arme geschlossen.

Gustavo und Pablo Moncayo recken Arme in die Höhe (Foto: AP)

Pablos Vater Gustavo Moncayo (l.) hat lange für die Freilassung seines Sohnes gekämpft

Am vergangenen Sonntag hatten die linksgerichteten FARC-Rebellen bereits den vor knapp einem Jahr entführten Soldaten Josue Calvo dem Roten Kreuz übergeben. Weitere Freilassungen ohne Gegenleistung des Staates werde es vorerst aber nicht mehr geben, sagte die oppositionelle Senatorin Piedad Cordoba. Sie hatte die beiden Freilassungen durch ihre Vermittlung ermöglicht.

21 gegen 500

Alvaro Uribe (Foto: AP)

Mit harter Hand gegen Rebellen: Alvaro Uribe

Die Rebellen wollen die nun noch 21 von ihnen festgehaltenen Polizisten und Militärs gegen etwa 500 inhaftierte Rebellen austauschen. Dieses Vorhaben scheitert aber seit Jahren an Vorbedingungen des konservativen Staatspräsidenten Alvaro Uribe und der Guerilla, die die jeweilige Gegenseite nicht akzeptieren will.

Moncayos Fall war nicht nur wegen der ungewöhnlich langen Geiselhaft weltweit bekannt geworden. Auch sein Vater Gustavo erregte als "Wanderer für den Frieden" internationales Aufsehen. Um für die Freilassung seines Sohnes zu demonstrieren, legte er tausende Kilometer zu Fuß zurück. Auch stritt sich Gustavo Moncayo öffentlich mit Uribe, dem er vorwarf, nur auf Gewalt gesetzt und damit einen Austausch von Geiseln gegen inhaftierte Rebellen immer wieder torpediert zu haben.

Autor: Christian Walz (dpa, afp, apn)
Redaktion: Sabine Faber

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