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Amerika

Freiheit nach sieben Jahren Guantanamo

Die USA haben sechs im Gefangenenlager Guantanamo inhaftierte Uiguren auf den pazifischen Insel-Staat Palau gebracht. In ihrer Heimat China würde den Moslems Haft und Folter drohen.

Ein in Guantanamo inhaftierter Uigure im Gespräch mit einem Bewacher (Foto: AP)

Ein in Guantanamo inhaftierter Uigure im Gespräch mit einem Bewacher

Die Männer seien am Sonntag (01.11.2009) in Palau angekommen, um dort anzufangen, "ihr neues Leben in Freiheit aufzubauen", erklärten die Anwälte von drei der Uiguren in New York. Demnach wurden die Männer in einem Haus in der Stadt Koror untergebracht. Das US-Justizministerium bestätigte die Freilassung. Die Männer hatten mehr als sieben Jahre in Guantanamo verbracht.

In China droht Folter

Die Uiguren - Angehörige einer muslimischen Minderheit in China - gehörten zu einer Gruppe von ursprünglich 22 Personen, die die US-Armee Ende 2001 in Afghanistan aufgriff und dann nach Guantanamo brachte. Die USA ließen bereits vor vier Jahren den Terrorverdacht gegen sie fallen. Sie wurden aber nicht nach China ausgewiesen, weil Peking sie als islamistische Aufständische betrachtet und ihnen deshalb Folter droht.

Die Uiguren hatten sich nach der Freisprechung von jedem Terrorismusverdacht auch um eine Aufnahme in den USA bemüht. Eine Entscheidung des Obersten Gerichts dazu steht noch aus. Allerdings war und ist der Widerstand in den Vereinigten Staaten gegen die Aufnahme der Männer groß.

Aufnahme auch in Albanien und auf Bermuda-Inseln

Bereits 2006 waren fünf der Uiguren nach Albanien gebracht worden, vier weitere im Juni dieses Jahres auf die Bermuda-Inseln, ein britisches Überseegebiet. Palau hatte sich dann bereit erklärt, die verbliebenen Guantanamo-Häftlinge aufzunehmen. Sieben Uiguren wollen allerdings in die USA.

Insgesamt sitzen in Guantanamo noch 215 Männer ein, die die USA im Kampf gegen den Terrorismus vor allem in Afghanistan und Pakistan gefangengenommen haben. Präsident Barack Obama hatte bei seinem Amtsantritt im Januar angekündigt, das international umstrittene Lager auf Kuba binnen eines Jahres zu schließen.

Autor: Stephan Stickelmann (dpa, ap, afp, rtr)
Redaktion: Christian Walz

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