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Kultur

"Freiheit hat ihre Grenzen"

Mit der Ausstellung "Wasser von allen Seiten" präsentiert der kubanische Künstler Jorge Caunedo seine Werke zum Thema der Grenzen der Freiheit. Dabei spielt ein Eisblock eine wichtige Rolle.

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Grenzen der Freiheit

Der Titel "Wasser von allen Seiten" ist in vieler Hinsicht symbolisch. Der kubanische Künstler Jorge Caunedo hat sein Heimatland als durchgehendes Motiv seiner Gemälde, Objekte und Installationen gewählt. Doch geht es Caunedo dabei nicht um Kuba als Staat - Kuba dient vielmehr als Symbol für die Gefühlswelt des Künstlers.

Melancholische Atmosphäre

Wasser von allen Seiten, Panoramabild

Wasser von allen Seiten

In der 400 Quadratmeter großen Ausstellungshalle des ehemaligen Berliner Umspannwerks herrscht eine düster-melancholische Atmosphäre. In der Dunkelheit der Halle sind auf den ersten Blick die dezent beleuchteten Objekte nur schemenhaft zu erkennen. Besucher müssen sich jedem Ausstellungsstück bis auf nächste Nähe nähern, um die in meist dunklen Farbtönen gehaltenen Bilder und Objekte betrachten zu können. In der Mitte steht dominant eine bläulich angestrahlte Installation: Gestapelte Kartons geben in ihren Lücken die Silhouette Kubas frei, eine Kranvorrichtung hebt einen größeren Karton konstant über sie hinweg.

Freiheit hat Grenzen

Der hellste Punkt im Saal ist ein Eisblock, in dessen Innern eine Holzfigur eingefroren ist. Im Laufe der Ausstellung wird der Eisblock langsam schmelzen und die Figur freigeben. Doch wird sie, anstatt frei zu sein, in diesem Moment so weit von Wasser umgeben sein, dass es ihr wiederum unmöglich wird zu fliehen. "Freiheit hat seine Grenzen" heißt dieses Objekt. Ebenso wie der getaute Eisblock symbolisiert auch die Insel Kuba, die von Wassermassen umgeben ist, die Einschränkung der Freiheit, doch ohne dabei politisch sein zu wollen, wie der Künstler betont: "Es ist alles sehr persönlich, es handelt nicht von Kuba, sondern von Grenzen."

Kuba als Symbol für Gefühlswelt

Wasser von allen Seiten - Grossbild

Der Künstler und Kuba

Die Insel Kuba dominiert dennoch durchweg diese Ausstellung. In einer Fotoreihe ist der Künstler selbst zu sehen, wie er sich langsam entkleidet und seine Wäsche letztendlich die Flagge Kubas darstellt. Die Form der Insel wiederholt sich in den Bildern als Fischskelett, die für Kuba symbolische Palme wird bearbeitet und auf einer Stele liegt ein toter Papagei, der von Kuba-Touristen illegal ausgeführt werden sollte. Doch, wie der Künstler nicht müde wird zu betonen, trotz aller Kuba-Symbolik handelt es sich um die Unterwelt der Gefühle, um Ängste und die Konfrontation mit menschlichen Grenzen und menschlicher Kälte.

In Kuba selbst ist Jorge Caunedo sehr bekannt, er hatte bereits Ausstellungen in Havanna und auch in Spanien. "Wasser von allen Seiten" ist sein erstes Projekt in Deutschland und er plant weitere Ausstellungen in Europa. Caunedo fühlt sich keiner künstlerischen Richtung oder Gruppe zugehörig und arbeitet autonom: "Das Reden können andere machen, ich mache nur Kunst."

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