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Aktuell Welt

"Freies Internet für Nordkorea!"

Erst kürzlich versprach der neue Machthaber Kim Jong Un umfassende Reformen in Nordkorea. Google-Chef Eric Schmidt nimmt ihn beim Wort. Bei einem Besuch in dem abgeschotteten Land forderte er freien Zugang zum Internet.

Google-Chef Eric Schmidt und der frühere US-Botschafter bei den UN Bill Richardson hinter einem im Internet surfenden Studenten in einem Computerraum an der Kim-Il-Sung-Universität in Pjöngjang (Foto: dapd)

Nordkorea USA Google Chef Eric Schmidt und Bill Richardson in Pyongyang Internet

Wenn die Bürger keinen freien Zugang zum Netz bekommen, riskiert Nordkorea nach den Worten von Google-Chef Eric Schmidt, in wirtschaftlicher Hinsicht noch weiter ins Hintertreffen zu geraten. Er habe sich zu einem Meinungsaustausch über die Nutzung des Internets in dem kommunistischen Land aufgehalten, sagte er nach seiner Rückkehr von einem mehrtägigen Besuch vor Journalisten in Peking. Das Internet-Umfeld in Nordkorea sei sehr restriktiv, wurde Schmidt von der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert.

Kein Treffen mit inhaftiertem US-Bürger

Er betonte, seine zusammen mit dem Ex-Gouverneur des US-Staats New Mexico, Bill Richardson, unternommene Reise sei privat gewesen. Schmidt und Richardson teilten zudem mit, dass sie Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un während ihres Besuchs nicht getroffen hätten. Auch ein Treffen mit dem inhaftierten US-Bürger Kenneth Bae habe es nicht gegeben.

Bae war im November festgenommen worden. Er war als Tourist nach Nordkorea gekommen und wurde nach offiziellen Angaben mit dem Vorwurf konfrontiert, ein Verbrechen gegen den Staat begangen zu haben. Kürzlich hatte Richardson mitgeteilt, der Sohn Baes habe mit der Bitte um Hilfe Kontakt zu ihm aufgenommen.

Unklare Mission

Richardson ist mit der Lage in Nordkorea vertraut, weil er in den vergangenen 20 Jahren immer wieder mit dem dortigen Regime über die Freilassung festgenommener US-Bürger verhandelt hat.

Auch er stellte bei dem Besuch eine Forderung an die Führung in Pjöngjang, die diese wohl nicht unverzüglich erfüllen wird: ein Moratorium für Raketentests und das nordkoreanische Atomprogramm.

Der eigentliche Hintergrund der Mission blieb indes unklar. Schmidt und Richardson repräsentierten offiziell weder die US-Regierung noch Google. Das US-Außenamt hatte ihre Reise sogar als "nicht konstruktiv" kritisiert.

gri/wl (afp, dpa)

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