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Wirtschaft

Freier Handel von Kairo nach Kapstadt

Nach mehr als fünfjährigen Verhandlungen haben 26 Länder Afrikas die größte Freihandelszone des Kontinents gegründet. Sie soll einen freien Handel über nahezu halb Afrika ermöglichen.

Es könnte ein historischer Deal werden, den die Staats- und Regierungschefs 26 afrikanischer Länder im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich unterschrieben haben. Der Gastgeber des Treffens, der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi, nannte die Unterzeichnung einen "wichtigen Schritt bei der Vernetzung Afrikas". Weltbankpräsident Jim Yong Kim sagte, die Freihandelszone werde "enormen Fortschritt" bringen und den gesamten Kontinent nach vorne bringen.

Die gemeinsame Freihandelszone soll es erleichtern, Waren und Dienstleistungen zwischen diesen Ländern auszutauschen. Bisher gab es in Afrika drei Handelszonen: die Ostafrikanische Gemeinschaft (EAC), die Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft (SADC) und der Gemeinsame Markt für Ost- und Südafrika (Comesa).

Ein Vertrag statt drei Einzelner

Unter dem Namen Dreier-Freihandelszone (TFTA), soll der neue Vertrag drei bereits bestehende Handelsblöcke des Kontinents zusammenführen. Die nationalen Parlamente der 26 beteiligten Staaten müssen den Vertrag noch ratifizieren. Dafür haben sie zwei Jahre Zeit.

26 Ländervertreter kamen ins ägyptische Scharm El-Scheich (Foto: AFP)

26 Ländervertreter kamen ins ägyptische Scharm El-Scheich

Unter den 26 Handelspartnern der TFTA sind relativ entwickelte Volkswirtschaften wie Südafrika oder Ägypten sowie Länder, denen großes Wachstumspotenzial vorausgesagt wird, wie etwa Angola, Äthiopien oder Mosambik. Zur Unterzeichnung in Ägypten reisten unter anderem Simbabwes Präsident Robert Mugabe an, der äthiopische Regierungschef Hailemariam Desalegn oder Kenias Vizepräsident William Ruto.

Insgesamt wird in den beteiligten Ländern ein Bruttoinlandsprodukt von insgesamt mehr als 900 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Mehr Binnenhandel erwünscht

Bislang werden nur zwölf Prozent des Handels in Afrika zwischen Ländern des Kontinents abgewickelt. Am Welthandel ist der Kontinent nur mit zwei Prozent beteiligt. Um das zu ändern, begannen die Mitgliedstaaten der neuen Freihandelszone bereits vor mehr als fünf Jahren mit ihren Verhandlungen. Internationale Wirtschaftsexperten bemängeln, dass der Kontinent vor allem wegen politischer Gründe wie Korruption, aber auch wegen fallender Rohstoffpreise hinter seinen Wachstumsmöglichkeiten zurückbleibe.

Der ägyptische Handelsminister Munir Fachri Abdel Nur sagte, die TFTA werde den Handel fördern und Investitionen anlocken, den Infrastrukturausbau beschleunigen und den Bau von Produktionskapazitäten. Ägypten etwa erwarte, in den kommenden fünf Jahren Waren im Wert von fünf Billionen Dollar in Länder der TFTA zu exportieren.

nem/cr (afp, afpe)