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Kultur

Freie Medien für Afghanistan

Am Hindukusch muss nicht nur das Wirtschafts- und Sozialsystem wiederaufgebaut werden. Auch eine Medienlandschaft war bei Kriesgende quasi nicht mehr existent. Die Deutsche Welle hilft beim Aufbau freier Medien.

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50 Jahre Erfahrung für Afghanistan: Die Deutsche Welle gibt Hilfe zur Selbsthilfe

Seit 1970 sendet die Deutsche Welle (DW) in Paschtu und Dari, den beiden wichtigsten Sprachen des Landes, via Kurzwelle nach Afghanistan. Nach dem Sturz des Taliban-Regimes wurde das DW-Angebot erweitert: Seit 2002 gibt es zusätzlich täglich zwölf Minuten DW-TV-Weltnachrichten speziell für die afghanischen Zuschauer. Weil die Bundesregierung die afghanischen Demokratisierungsprozesse besonders unterstützen möchte, hat die DW bei der medialen Zusammenarbeit entsprechende Schwerpunkte gesetzt. "Die Versorgung der afghanischen Medien mit internationalen Nachrichten aus unabhängigen Quellen ist unser wichtigstes Ziel", sagte DW-Intendant Erik Bettermann.

Basisausbildung für afghanische Journalisten

Deutsche Welle im Schürmann Bau

Hauptsitz und Ausbildungsstätte: Die Deutsche Welle in Bonn

Darüber hinaus hat die DW-Akademie mit den vielfältigen Fortbildungskursen zur Qualifikation der afghanischen Medienmacher erheblich beigetragen. Mit Hilfe des deutschen Entwicklungshilfeministeriums musste 2002 allerdings erstmal die elementare Basis geschaffen werden: "Schwerpunkt war anfangs wirklich die Grundlagenausbildung", sagt Gerda Meuer, Leiterin der DW-Akademie. "Grundkenntnisse über Journalismus, über Technik, über Fragen des Managements – dies alles mussten wir den Leuten zunächst beibringen."

Zunächst beschränkten sich die Ausbildungskurse auf den Großraum Kabul und den Staatssender RTA (Radio Television Afghanistan), wurden aber nach und nach auch auf die Städte Kundus, Herat, Dschalalabad und Masar-i-Sharif ausgeweitet – hier wurden Regionalsender von RTA mit aufgebaut. Dieses intensive Programm der Deutschen Welle für die RTA-Mitarbeiter erwies sich als Erfolg, denn diese können seit Anfang August 2006 internationale Nachrichten eigenständig produzieren.

Korrespondentenbüros in wichtigen Städten

Auch bei der Errichtung eines RTA-Korrespondentenbüros in Berlin hat die Deutsche Welle finanzielle und technische Hilfe geleistet. Das RTA-Büro wurde am Freitag (18.8.2006) eröffnet. "Um die internationalen Ereignisse objektiv und den Anforderungen des modernen Journalismus entsprechend widerspiegeln zu können, brauchen wir wenigstens in allen großen ausländischen Städten Vertretungen", so der Intendant von RTA, Najib Roshan, am Tag der Eröffnung.

Hilfe zur Selbsthilfe

Nachrichten für Afghanistan Deutsche Welle

Nachrichten für Afghanistan: DW-Moderator Hossein Anosh

Die Bedeutung der freien Medien für die Entwicklung am Hindukusch ist nicht zu unterschätzen. Bedingt durch den traditionell guten Ruf Deutschlands in Afghanistan genießt die Deutsche Welle einen gewissen Vertrauensvorschuss. Ihre Glaubwürdigkeit beim Aufbau des afghanischen Medienwesens rührt aber auch von ihrer eigenen Geschichte her. "Vor 50 Jahren haben auch wir - wenn auch unter völlig anderen Bedingungen - eine komplette Medienlandschaft mit fremder Hilfe aufgebaut", betonte DW-Intendant Bettermann. So beruhe die deutsche öffentlich-rechtliche Rundfunkstruktur auf Unterstützung aus England. Dennoch wolle die DW den afghanischen Medienmachern nicht das deutsche System aufzwingen: "Vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen wollen wir Hilfe zur Selbsthilfe geben und den afghanischen Kollegen die Chance geben, aus unseren Erfahrungen zu lernen."

Seit April 2006 gibt es eine Reihe von Vereinbarungen zwischen der Deutschen Welle und RTA. Das Spektrum erstreckt sich von Trainingsmaßnahmen und Praktikanten-Austausch über die Unterstützung einer Verwaltungsreform bis hin zum Austausch von Programmbeiträgen. Jetzt werden diese Vereinbarungen mit Leben gefüllt.

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