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Aktuell Europa

Freie Bahn für historischen Schuldenschnitt in Griechenland

Die privaten Gläubiger Griechenlands haben mit großer Mehrheit der historischen Umschuldung zugestimmt. Damit ist der Weg für das neue Rettungspaket geebnet.

85,8 Prozent der Investoren, deren Anleihen nach griechischem Recht laufen, machen freiwillig mit, wie Finanzminister Evangelos Venizelos am Freitagmorgen bekannt gab.

Die Investoren der übrigen 14,2 Prozent sollen zum Anleihenumtausch gezwungen werden. Das entsprechende Gesetz der Umschuldungsklausel (CAC – Collective Action Clauses) war bereits vergangene Woche vom Parlament in Athen gebilligt worden. Durch die Aktivierung der Umschuldungsklauseln werden 95,7 Prozent der Bonds umgetauscht. Das wäre die größte Umschuldung eines Staates, die es je gegeben hat.

Friseur schneidet ein gelbes Euro-Zeichen in die blau gefärbten Haare (Foto: dpa)

Ein wichtiger Schritt zum Schuldenschnitt

Von den Investoren, die die verbliebenen knapp 30 Milliarden Euro an griechischen Schulden halten, deren Anleihen aber nicht nach griechischem Recht laufen, wollen sich 69 Prozent an dem "Haircut" beteiligen. Für diese Gruppe hat Athen das Angebot zum Anleihentausch, das eigentlich am Donnerstagabend ausgelaufen war, bis zum 23. März verlängert.

Hilfe durch freiwilligen Verzicht

Mit der Umschuldung sollen private Kreditgeber wie Banken, Versicherungen und Fonds auf Forderungen in Höhe von 107 Milliarden Euro freiwillig verzichten. Zu diesem Zweck tauschen die Gläubiger ihre derzeitigen Schuldenpapiere in neue Anleihen um, die niedrigere Zinsen, eine längere Laufzeit und einen Nominalabschlag von 53,5 Prozent haben.

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Großteil der Gläubiger sagt "Ja" zum Schuldenschnitt

Der Schuldenschnitt ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Griechenland ein neues Hilfspaket seiner Euro-Partner in Höhe von 130 Milliarden Euro erhält. Die Finanzminister der Euro-Zone werden am Mittag in einer Telefonkonferenz darüber beraten. Eine endgültige Entscheidung wird aber wohl erst beim geplanten Euro-Finanzminster-Treffen am Montag in Brüssel folgen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) will am 15. März über das neue Hilfspaket diskutieren.

rv/li (rtr, dpa, dapd)

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