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Aktuell Deutschland

Freiburger Mordfall - Thomas de Maizière kritisiert Griechenland

Der mutmaßliche Mörder von Freiburg ist bereits in Griechenland wegen eines Tötungsdelikts verurteilt worden. Das hat Innenminister de Maizière bestätigt - und Griechenland schwere Versäumnisse vorgeworfen.

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Wiederholungstäter Hussein K.

Bei einer Pressekonferenz in Berlin bestätigte Thomas de Maizière (CDU) Medienberichte, wonach der aus Afghanistan stammende Mann am 26. Mai 2014 wegen versuchten Mordes zu einer Haftstrafe von zehn Jahren verurteilt worden ist. "Gestern Abend haben ihn die griechischen Behörden anhand der von Deutschland übermittelten Fingerabdrücke eindeutig identifiziert", sagte de Maizière.

"Ein sehr ärgerlicher Vorgang"

Der Mann sei am 30. Oktober 2015 mit der Auflage aus der Haft entlassen worden, sich regelmäßig bei den Behörden zu melden, führte der Bundesinnenminister weiter aus. Da er dieser Auflage nicht nachgekommen sei, sei er wieder zur Festnahme ausgeschrieben worden. Die griechischen Behörden hätten allerdings lediglich eine nationale und keine internationale Fahndung veranlasst. So seien weder Interpol noch das Schengener Informationssystem (SIS) alarmiert worden.

Thomas de Maizière PK Sicherheitsmaßnahmen (picture-alliance/dpa/W.Kumm)

Bundesinnenminister Thomas de Maizière ist über die griechischen Behörden verärgert.

"Ansonsten wäre der Tatverdächtige bei einer ordnungsmäßigen Kontrolle durch die deutschen Sicherheitsbehörden in verschiedenen Stufen aufgefallen", sagte de Maizière. "Das ist ein sehr ärgerlicher Vorgang. Wir werden das sicherlich mit der griechischen Seite auch zu besprechen haben." Auch der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) warf den griechischen Behörden "eklatantes Versagen" vor.

Laut Medienberichten soll Hussein K. 2013 in Korfu eine 20-jährige Studentin von einer hohe Klippe hinuntergestoßen haben. Das Opfer habe schwer verletzt überlebt. In Deutschland wird dem Flüchtling vorgeworfen, Mitte Oktober die 19 Jahre alte Studentin Maria L. in Freiburg vergewaltigt und ermordet zu haben. Nach Polizeiangaben war Hussein K. im vergangenen Jahr unbegleitet nach Deutschland eingereist und als Asylbewerber bei einer Familie in Freiburg untergebracht.

Wie alt ist der Tatverdächtige?

Noch nicht sicher ist das Alter des Verdächtigen: Hussein K., der mittlerweile in einem Gefängniskrankenhaus bei Ludwigsburg untergebracht ist, hatte den deutschen Behörden angegeben, er stamme aus Afghanistan und sei 17 Jahre alt. Eindeutige Dokumente habe er nicht vorlegen können.

Den Daten der griechischen Behörden nach wurde er am 1. Januar 1996 geboren und wäre damit schon 20 Jahre alt. Die Staatsanwaltschaft in Freiburg überprüft nun die unterschiedlichen Angaben. Ein Gutachter soll das Alter des Verdächtigen klären. Das Ergebnis kann entscheidend sein für die Strafhöhe.

ww/rb (afp, dpa, rtr)

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