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Wissen & Umwelt

Frauen kommen langsam

Eine aktuelle Studie zur Gleichberechtigung in der wissenschaftlichen Forschung in Deutschland zeigt Fortschritte aber auch deutliche Defizite. Vor allem, wenn es um höhere Positionen geht.

"Frauen kommen langsam aber gewaltig", dichtete die Sängern Ina Deter schon Anfang der 90er Jahre. Bezogen auf die Wissenschaft trifft die Songzeile nicht ganz zu. Denn in den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Forscherinnen in Deutschland zwar stärker gestiegen als die der männlichen Forscher. Allerdings werden sie in der Wissenschaft nicht immer gleichermaßen wahrgenommen. Offensichtlich können weibliche Forscher ihr Potential nicht voll ausschöpfen.

Aktuelle Studie

Das zeigen die Ergebnisse einer neuen Studie, die der internationale Wissenschaftsverlag Elsevier in Berlin vorgestellt hat. Unter dem Titel

"Mapping Gender in the German Research Area"

wurden Daten zur Geschlechterverteilung unter deutschen Forschern mit der Entwicklung ihrer Forschungsproduktivität kombiniert. Danach ist die Zahl weiblicher Forscher um 25 Prozent gestiegen, die der männlichen Forscher um 9,8 Prozent. Allerdings ist die Verteilung auf die einzelnen Fachgebiete sehr unterschiedlich. In Linguistik und Kulturwissenschaft (Linguistics and Cultural Studies) liegt der Anteil weiblicher Professoren bei rund 30 Prozent, in Mathematik und Naturwissenschaften aber lediglich bei zwölf Prozent.

Raufklettern ist schwer

"Es mangelt offensichtlich an einer gerechten Geschlechterverteilung in den entscheidenden Gremien und bei der Berufung in höhere Positionen", schrieb die EU-Kommission bereits 2008 über die deutsche Wissenschaftslandschaft ("There is an obvious lack of gender equity on decisionmaking boards, and in appointments to higher positions", EU Commission 2008). Auch deshalb hat das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMBF) in den vergangenen Jahren vielfältige Programme aufgelegt, um den Anteil von Frauen in Lehre und Forschung zu erhöhen. Das BMBF initiierte den nationalen Pakt für mehr Frauen in naturwissenschaftlich-technischen (MINT) Berufen und die EU-Kommission führte 2012 die Gleichstellung als neue Priorität im Europäischen Forschungsraum ein.

Doch nach wie vor nimmt mit steigendem Qualifikationsniveau und dem Status der einzelnen Position auf der akademischen Karriereleiter der Anteil der Frauen ab.

Frauen werden weniger zitiert

Die in Berlin vorgelegte Studie zeigt, dass gemessen an den veröffentlichten Publikationen, weibliche Forscher etwas weniger produktiv sind als ihre männlichen Kollegen und auch weniger zitiert werden. "Die Ergebnisse des Reports sollen deutsche Institutionen dazu anregen, ihre internen Strukturen auf diskriminierende Mechanismen, welche junge Forscherinnen auf ihrem Karriereweg behindern, zu überprüfen", sagt Dr. Elizabeth Pollitzer, Mitbegründerin von Portia Ltd, einer NGO, die sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter in den MINT Fächern einsetzt.

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