Frau mit Baskenmütze für 56 Millionen | Aktuell Kultur | DW | 28.02.2018
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Kunstmarkt

Frau mit Baskenmütze für 56 Millionen

Die Versteigerung war ein voller Erfolg. Und für den Titel von Pablo Picassos Meisterwerk ist hier gerade noch genug Platz: "Femme au béret et à la robe quadrillée (Marie-Thérèse Walter)".

Picasso-Porträt wird in London versteigert (picture-alliance/dpa/Handout/Sothebys)

Genau genommen sieht man auf diesem Foto also drei Frauen

Die Auktion bei Sotheby's in London hat die Erwartungen übertroffen: Das surrealistische Werk aus dem Jahr 1937 wechselte für 50 Millionen Pfund (56 Millionen Euro) den Besitzer. Das Auktionshaus hatte mit einem Erlös von 41 Millionen Euro für die "Frau mit Baskenmütze und kariertem Kleid" gerechnet. Wer der Verkäufer und wer der neue Besitzer ist, wird verschwiegen.

Wie der Sotheby's-Abteilungsleiter für impressionistische und moderne Kunst, James Mackie, sagte, ist Picassos "langjährige Geliebte und Muse" Marie-Thérèse Walter das Hauptthema des Bildes. Der schwarze Schatten, der hinter dem Hauptmotiv hervortritt, zeigt demnach Dora Maar, die der Maler 1936 kennenlernte und die seine Geliebte wurde.

Schwerenöter

Frauen waren für Pablo Picasso (1881-1973) der Dreh- und Angelpunkt seines kreativen Schaffens. Das Gemälde entstand in einer Zeit, in der gleich zwei Musen eine große Rolle im Leben des spanischen Malers und Bildhauers spielten: Marie-Thérèse Walter, mit der Picasso auch ein Kind hatte, und seine neue Geliebte Dora Maar. Die französische Fotografin zog Picasso immer mehr in ihren Bann.

Picasso scheint sein Werk genutzt zu haben, um seinen Gefühlen für beide Frauen Ausdruck zu verleihen: In dem Gemälde entsteht eine bewusste Vermischung der beiden Stile, die durch die zwei Musen geprägt worden sind, wie Sotheby's erläuterte. Die Hauptaussage des Bildes sei die Darstellung von Dualität und Konflikt.

Vor der Auktion wurde das Bild in Hongkong, Taipeh, New York und London gezeigt.

rb/se (afp, dpa)