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Wirtschaft

Fraport setzt Hoffnung auf Billigflieger

Seit Jahren stagnieren die Passagierzahlen am Frankfurter Flughafen. Bald sollen Billigflieger mehr Fluggäste nach Frankfurt bringen. Für kleinere Flughäfen oder die große Lufthansa ist das keine gute Nachricht.

Der Frankfurter Flughafenbetreiber erwartet für dieses Jahr einen Rekordgewinn. Dafür sorgen Anteilsverkäufe in Russland und eine Entschädigung für ein geplatztes Terminal-Projekt in Manila, die einen zusätzlichen Nettogewinn von 140 Million Euro eingebracht hat. Diese außerplanmäßigen Einnahmen täuschen jedoch über das Problem einer anhaltenden Passagierflaute hinweg.

Schon im Sommer hatte sich der Vorstand von seinem Ziel verabschiedet, die Zahl der Fluggäste zu steigern -  61 Millionen waren es im Vorjahr. Vielmehr rechnet man mit einem leichten Rückgang. Auch der Konzernumsatz soll mit 2.6 Milliarden Euro geringer ausfallen als im Frühjahr angepeilt.

Billigflieger als Rettung?

Die Lösung könnten Billig-Airlines sein. Wie Fraport-Chef Schulte ankündigte, soll zukünftig das Aufkommen an Billig-Anbietern von 4 Prozent auf 10 Prozent erhöht werden. Nicht weiter verwunderlich also, dass sich im Frühjahr Ryanair am Frankfurter Flughafen niederlassen wird. Zwei Maschinen sollen dort stationiert werden und pro Woche 28 Flüge nach Spanien und Portugal anbieten. Das Angebot soll noch weiter ausgebaut werden.

Lufthansa unter Druck

Nach bisherigen Schätzungen erhält Ryanair mindestens 15 Prozent Rabatt auf die Flughafengebühren. Mit dieser Sonderkonditionen verärgerte Fraport den Branchen-Riesen Lufthansa.  Deren Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr ist empört, dass die Lufthansa höhere Gebühren zahlen muss. Nach Spohrs Angaben verweigert man der eigenen Lufthansa-Tochter Eurowings einen Neukunderabatt.

Diese heftige Reaktion ist damit zu erklären, dass auch Lufthansa in einer Krise steckt. Besonders durch die subventionierte Konkurrenz wie Emirates oder Turkish Airlines ist das Unternehmen im Langstreckengeschäft einem enormen Preisdruck ausgesetzt.

Kampf gegen Preisbrecher

Daher setzt Europas größte Fluggesellschaft nun auch auf Billigflüge.  Mit Eurowings schickt die Lufthansa einen Anbieter ins Rennen, der ab 2018 vom Frankfurter Flughafen starten soll. Innerhalb von nur einem Jahr soll die Airline profitabel gemacht werden.

Eurowings soll eine Art Bollwerk gegen die Preisbrecher-Konkurrenz sein und soll die weitere Expansion von Ryanair auf dem deutschen Markt verhindern. Schließlich kündigte David O'Brien, Chief Commercial Officer bei Ryanair, an, dass der Marktanteil im deutschen Luftverkehr von aktuell 7 Prozent auf 20 Prozent ausgeweitet werden soll.  Umso unerfreulicher für Lufthansa, dass ihr gerade auf der Frankfurter Heimatbasis Stammkunden und Marktanteile streitig gemacht werden sollen. 

Auch kleine Flughäfen unter Druck

Nicht nur für Lufthansa auch für kleinere Flughäfen wie Kassel-Calden oder Hahn könnte die Ryanair-Expansion auf dem Frankfurter Flughafen schwerwiegende Folgen haben. Viele Regionalflughäfen sind finanziell von Billig-Airlines abhängig. In Hahn werden 90 Prozent des Passagiergeschäfts über Ryanair abgewickelt. Falls sich Ryanair und Co. nun mit Deutschlands größten Flughafen arrangieren, entzieht man den ohnehin kriselnden Flughäfen wie Kassel oder Hahn womöglich die Existenzgrundlage .