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Wirtschaft

Fraport setzt auf Billigflieger

Mit einem Strategiewechsel will der Frankfurter Flughafen-Betreiber noch schneller wachsen – mit Billigfliegern und Rabatten bei den Gebühren. Allerdings stößt der Flughafen bald an seine Grenzen.

Der Frankfurter Flughafen bereitet sich auf ein rasantes Wachstum der Billigfluglinien Eurowings und Ryanair vor. Allein die Iren dürften an dem Airport nächstes Jahr die Zahl der Passagiere auf etwa drei Millionen verdreifachen, sagte Fraport-Finanzchef Matthias Zieschang am Dienstag.

Die Airline werde dazu im Lauf des kommenden Jahres ihre Flotte am Rhein-Main-Flughafen auf zwölf Boeing-737-Flugzeugen erweitern - von geplanten fünf Jets Anfang 2018. Ryanair fliegt seit März mit zwei Flugzeugen vom größten deutschen Flughafen ab. Mit dem neuen Kurs rückt Fraport von der jahrelangen Strategie ab, Frankfurt vorrangig als Umsteigeflughafen für große Airlines wie die Lufthansa zu betreiben.

Rabattschlacht

Lufthansa und Fraport liegen seit Monaten im Clinch. Hintergrund sind die neuen Flughafengebühren in Frankfurt. Der Vorstand lockte mit dem Vorstoß Ryanair. Die Lufthansa, die an ihrem Heimatflughafen zwei von drei Passagieren stellt, ist gar nicht erfreut und wirft dem Airport vor, Ryanair bevorzugt zu behandeln.

Deshalb pocht Lufthansa-Chef Carsten Spohr auf die gleichen Preisnachlässe wie die Konkurrenz - offenbar mit Erfolg. "Für die Lufthansa ist es wichtig, dass sie vom Anreizprogramm profitieren kann", sagte Zieschang. Deshalb sei eine Verlängerung bis 2019 geplant. Sie Rabatte gelten weiterhin nur für Airlines, die in "FRA" stark wachsen.

Eurowings von FRA?

Die Lufthansa überlegt seit längerem, den hauseigenen Billigflieger Eurowings 2018 in Frankfurt starten zu lassen. Die Planspiele sind nun Zieschang zufolge konkreter geworden. "Wir wissen von der Lufthansa, dass sie mit Eurowings kommen will." Der Newcomer am Flughafen würde dann die gleichen Gebührennachlässe erhalten wie andere Airlines. "Wir sind da absolut flexibel."

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte den Kompromiss Ende vorigere Woche bereits in groben Zügen skizziert. "Wir haben uns grundsätzlich mit Fraport auf ein Paket von drei Jahren geeinigt, das uns Kostensenkungen liefern wird auf dem Niveau, was Ryanair bekommt." Doch werde noch weiter über einen engeren Schulterschluss verhandelt.

Kapazitätsgrenze rückt näher

Allerdings zieht das Wachstum für Fraport Probleme nach sich. Da beim derzeitigen Expansionstempo in zwei Jahren die Kapazitätsgrenze von 68 Millionen Fluggästen erreicht wird, werde überlegt, dann frühzeitig einen Pier des im Bau befindlichen dritten Terminals zu öffnen, sagte der Finanzchef. Ursprünglich sollte der Neubau erst 2023 in Betrieb gehen.

Der Flughafenbetreiber rechnet für das laufende Jahr mit einem Betriebsergebnis von bis zu 1,02 Milliarden Euro, nach 1,05 Milliarden Euro im Vorjahr, als Sondererlöse die Kennzahl nach oben trieben. Im ersten Quartal sank die Kennzahl wegen Ausgaben für den Personalumbau um sechs Prozent auf 137 Millionen Euro. Der Konzernumsatz stieg gleichzeitig um knapp vier Prozent auf 593 Millionen Euro.