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Aktuell Welt

Franzosen wollen schon bald wieder raus aus Mali

Die islamistischen Kämpfer in dem westafrikanischen Staat geben sich trotz großer Verluste noch nicht geschlagen. Frankreich denkt dennoch schon an den Rückzug seiner Truppen.

Der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian teilte in einem Rundfunkinterview mit, die islamistischen Rebellen im Norden Malis leisteten zunehmend Widerstand. Seitdem Soldaten in der Umgebung der befreiten Städte mit Patrouillen begonnen hätten, gebe es Auseinandersetzungen mit kampfbereiten Dschihadisten-Gruppen. So sei es in der Region um die Stadt Gao zu Zusammenstößen zwischen französischen und malischen Soldaten auf der einen und islamistischen Kämpfern auf der anderen Seite gekommen. Diese hätten Raketen abgefeuert.

Nach Einschätzung von Le Drian haben die Aufständischen seit Beginn des französischen Militäreinsatzes schwere Verluste erlitten. Der Minister sprach von Hunderten getöteten Kämpfern. Auf französischer Seite habe es bislang nur einen Toten gegeben. Es handele sich um den Hubschrauberpiloten, der bereits in den ersten Stunden des Einmarsches abgeschossen worden sei.

Bereits ab März wieder Rückzug

Frankreich hatte am 11. Januar in seiner ehemaligen westafrikanischen Kolonie militärisch interveniert, um den Vormarsch der Islamisten in Richtung Süden zu stoppen. In einer Gegenoffensive eroberten die französischen Truppen gemeinsam mit malischen Regierungstruppen die Hochburgen der Rebellen im Norden des Landes. Nach Angaben Le Drains sind inzwischen 4000 französische Soldaten im Einsatz. "Wir sind heute beim Maximalformat", sagte der Verteidigungsminister.

Außenminister Laurent Fabius kündigte derweil an, bereits im nächsten Monat wolle Frankreich beginnen, die Militäraktion zurückzufahren. Der Zeitung "Metro" sagte der sozialistische Politiker: "Ich denke, beginnend im März, wenn alles wie geplant läuft, kann die Zahl der Soldaten abnehmen." Frankreich werde zwar zunächst im Norden Malis in der Nähe der Rückzugsgebiete der Islamisten präsent bleiben. Aber die Armee wolle den Einsatz nicht "ewig" fortsetzen und werde die Führung der Eingreiftruppe MISMA schrittweise an afrikanische Truppen übergeben, sagte Fabius.

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Mali-Konferenz in Brüssel (05.02.2013)

Afrikaner zu langsam

Die Entsendung afrikanischer Soldaten vollzieht sich aufgrund logistischer Probleme allerdings nur schleppend. Von den erwarteten 6000 Soldaten sind bisher erst 2000 im Land. Hinzu kommen rund 1800 Soldaten aus dem Tschad, die nicht zur MISMA gehören und bereits vollzählig im Einsatz sind.

Die Bundeswehr unterstützt mit Transall-Flugzeugen den Truppentransport im Rahmen des MISMA-Einsatzes. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) kündigte in der Zeitung "Tagesspiegel" an, Deutschland werde auch 40 Sanitätssoldaten in das westafrikanische Krisenland schicken. Dies sei auf der  internationalen Mali-Konferenz in Brüssel vereinbart worden.

wl/sti/sc (afpf, AP, epd)

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