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Aktuell Europa

Franzosen wählen neuen Präsidenten

Sarkozy oder Hollande? In der Stichwahl entscheidet sich, ob Amtsinhaber Nicolas Sarkozy Präsident bleibt oder von François Hollande abgelöst wird. Umfragen sehen den sozialistischen Herausforderer als Favoriten.

Die Kandidaten:Hollande und Sarkozy (Foto: reuters)

Francois Hollande Nicolas Sarkozy Wahlkampf

Zu der Stichwahl um das Präsidentenamt in Frankreich sind an diesem Sonntag fast 45 Millionen Bürger aufgerufen. Sie sollen nach einem erbittert geführten Wahlkampf darüber entscheiden, wer in den kommenden fünf Jahren das höchste französische Staatsamt bekleidet.

Bis zum Mittag zeichnete sich eine hohe Wahlbeteiligung ab. Nach Angaben des Innenministeriums gaben bis dahin mehr als 30 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab und damit mehr als als zu dieser Zeit bei der ersten Runde vor zwei Wochen.

Hollande geht als klarer Favorit ins Rennen

In den letzten Umfragen vor der Abstimmung lag der konservative Amtsinhaber Sarkozy mit bis zu sieben Prozentpunkten klar hinter François Hollande. Der eher gemäßigte 57-jährige Sozialdemokrat, der vor sieben Monaten zum Kandidaten gekürt worden war, scheint damit an seinem Ziel angekommen. Sollte Hollande gewinnen, wäre er der erste sozialistische Präsident Frankreichs nach François Mitterrand, der von 1981 bis 1995 Staatschef war.

Video ansehen 02:21

Frankreich wählt: Wer wird neuer Präsident?

Hollande hatte die erste Wahlrunde um das Präsidentenamt am 22. April knapp vor Sarkozy gewonnen. Der Sozialist kam auf 28,6 Prozent, Amtsinhaber Sarkozy auf 27,2 Prozent. Entscheidend für die Stichwahl ist nun, wie die Wähler jener acht Mitbewerber um das Präsidentenamt, die es nicht in den zweiten Wahlgang schafften, abstimmen werden. Mehrere Linkskandidaten empfahlen ihren Wählern, Hollande in der Stichwahl zu unterstützen. Sarkozy buhlt um die Stimmen der rechtsextremen Bewerberin Marine Le Pen.

Der öffentliche belgische Rundfunk RTBF veröffentlichte derweil erste Ergebnisse aus den französischen Überseegebieten und Konsulaten, in denen schon am Samstag abgestimmt worden war, im Internet. Danach stimmten auf Martinique gut 68 Prozent für Hollande und knapp 32 Prozent für Sarkozy, auf Guadeloupe lautete das Ergebnis 72 zu 28 Prozent für den Sozialisten. Nur auf Saint Barthélémy lag der Amtsinhaber mit etwa 83 zu 17 Prozent vorn. Bei den Auslandsfranzosen in Montréal stimmten rund 58 Prozent für Hollande, in New York 62,5 Prozent für Sarkozy.

Ist der europäische Fiskalpakt in Gefahr?

Im Wahlkampf hatte Hollande erklärt, er wolle den europäischen Fiskalpakt für mehr staatliche Haushaltsdisziplin neu aufschnüren und um Elemente zur Förderung des Wirtschaftswachstums ergänzen. Damit sorgte er in Deutschland für Besorgnis. Sowohl die französischen Sozialisten als auch die Bundesregierung bemühten sich zuletzt darum, ihre Kooperationsbereitschaft zu dokumentieren und betonten, man setze auf eine gute Zusammenarbeit.

"Wir werden eng mit Frankreich zusammenarbeiten, egal, wie die Wahl ausgeht", sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Frankreich sei der wichtigste Partner in Europa. Deutschland habe aber auch dem sozialistischen Herausforderer von Präsident Sarkozy deutlich gemacht, dass der europäische Fiskalpakt beschlossen sei und Verträge einzuhalten seien. "Wir können nicht nach jeder Wahl neu verhandeln. Das weiß auch Hollande", betonte der CDU-Politiker. Die Bundesregierung werde mit Hollande aber auch über dessen Pläne diskutieren: "Jeder, der neu ins Amt kommt, muss sein Gesicht wahren können."

Erste Hochrechnungen kurz nach 20 Uhr

Die rund 85.000 Wahllokale öffnen um 08.00 Uhr MESZ und schließen um 18.00 Uhr auf dem Land und in den kleineren Städten und um 20.00 Uhr in den Großstädten. Die ersten offiziellen Hochrechnungen werden nach Schließung der letzten Wahllokale erwartet. Bis dahin dürfen nach französischem Gesetz keine Prognosen verbreitet werden. Allerdings wird diese Sperre wohl unterlaufen werden. Französischsprachige Medien aus Belgien und der Schweiz haben angekündigt, auf ihren Internetseiten noch vor 18.00 Uhr die ersten "exit polls" zu veröffentlichen.

qu/haz (dpa, afp, dapd, rtr)

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