1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Kultur

Franziskus: Bei Krankheit gebe ich mein Amt ab

Nach dem Rücktritt von Benedikt XVI im vergangenen Jahr wird es keine Ausnahme mehr sein, dass ein Papst von seinem Amt zurückzutritt. Davon ist sein Nachfolger Franziskus überzeugt.

Was schon spekuliert wurde, bestätigte der Papst jetzt. Franziskus schließt einen Rücktritt bei schwindender Gesundheit oder abnehmenden Kräften nicht aus. Ein Papst, der zurücktritt - trotz des Beispiels von Franziskus' Vorgänger Benedikt XVI. ist das immer noch ein absolutes Novum in der Katholischen Kirche. Benedikts Vorgänger, der 2005 verstorbene Johannes Paul II. hatte lange Zeit auch noch schwerkrank und mit heiserer Stimme Predigten und Ansprachen gehalten. Das will Papst Franziskus anders machen.

Der Rücktritt von Benedikt XVI. im vergangenen Jahr habe "eine institutionelle Tür geöffnet", sagte der 77-Jährige am Montag. Von "einer Ausnahme" könne nicht länger die Rede sein, "auch wenn das manchen Theologen nicht gefällt". Falls auch er sich eines Tages nicht mehr in der Lage fühlen sollte, die katholische Kirche weiter zu führen, werde er "beten und das gleiche tun" wie Benedikt, sagte der Papst im Flugzeug auf der Rückreise von seinem Besuch in Südkorea. An Bord der Maschine hielt er eine Pressekonferenz für mitgereiste Journalisten ab und erinnerte daran, dass vor 60 Jahren auch emeritierte Bischöfe eine Seltenheit gewesen seien. Heute jedoch sei das gängige Praxis.

Der Argentinier Jorge Bergoglio war am 13. März 2013 zum Nachfolger des deutschen Papstes Benedikt XVI. gewählt worden, der im Februar aus Altersgründen seinen Rücktritt erklärt hatte. Der spektakuläre Schritt hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Es war der erste Rücktritt dieser Art seit 700 Jahren.

Anfangs wirkte die Popularität einschüchternd

Im Presseinterview sprach Franziskus auch über seine außerordentliche Beliebtheit. Inzwischen könne er mit seiner Popularität als Papst besser umgehen als zu Beginn, sagte Franziskus. Da habe ihn die Zuneigung der Massen "ein wenig erschreckt". Auf die Frage, welches Gefühl seine Beliebtheit inzwischen bei ihm auslöse, sagte das Kirchenoberhaupt, er sehe den Zuspruch der Menschen zu seiner Person als ein "Wirken Gottes in seinem Volk", der seinen Hirten nutze. "Innerlich versuche ich, an meine Sünden zu denken, an meine Fehler, um nicht überheblich zu werden.", so Franziskus. Wörtlich fuhr der 77-Jährige fort: "Ich weiß, das dauert nur kurze Zeit. Zwei, drei Jahre, dann geht es ins Haus des Herrn."

gb/KK (kna/epd/afpd)