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Aktuell Europa

Französischer Filmpreis César für "Fatima" und "Birdman"

Zwei Tage vor der Verleihung der Oscars hat sich am Abend in Paris die französische Filmbranche gefeiert. Mit "Fatima" hat ein Sozialdrama über Immigranten das Rennen gemacht. Auch die Komödie "Birdman" räumte ab.

Und der César als bester Film geht an: "Fatima" von Philippe Faucon. Regisseur Faucon (Artikelbild) erzählt in seinem Sozialdrama die Geschichte einer 44-jährigen Marokkanerin, die trotz rudimentärer Sprachkenntnisse versucht, in Frankreich mit ihren 15 und 18 Jahre alten Töchtern über die Runden zu kommen. Gespielt wird die 44-Jährige von der Algerierin Soria Zeroual, die im wahren Leben ebenfalls Putzkraft ist. Das Porträt ging am Abend mit vier Nominierungen in den Wettkampf um die französischen Trophäen. Gewonnen hat der Streifen mit insgesamt drei Auszeichnungen, darunter den César als bestes Originaldrehbuch.

Frankreich Cesar Schauspielerin Zita Hanrot ist überwältigt. In einer Hand hält sie den César, mit der anderen fasst sie sich an die Stirn. (Foto: REUTERS/Philippe Wojazer)

Gewinnerin des César als beste weibliche Newcomerin: Zita Hanrot in "Fatima"

Die Zeremonie der César-Vergabe fand im Pariser Théâtre du Châtelet statt. Bester ausländischer Film wurde die schwarze Komödie "Birdman" des mexikanischen Filmemachers Alejandro González Iñárritu. Der 52-Jährige war bei der Zeremonie in Paris nicht anwesend. Die Showbiz-Satire erhielt 2015 den Oscar für den besten Film. Auch sein jüngster Film "The Revenant" wurde dieses Jahr wieder für den Oscar als bester Film nominiert.

Nach zehn Nominierungen endlich ein César

Als beste Schauspielerin wurde Catherine Frot für ihre Leistung als tragikomische Diva in dem Film "Madame Marguerite oder die Kunst der schiefen Töne" von Xavier Giannoli ausgezeichnet. Es war der erste César für die 59-Jährige, die bereits zehn Mal nominiert war. Der Film über eine Frau, die gerne Opernsängerin wäre, aber einfach nicht singen kann, wurde auch in den Kategorien Kostüm, Kulisse und Ton ausgezeichnet.

Frankreich Cesar Awards ceremony in Paris - Mustang

Fünf junge Türkinnen auf der Suche nach der Freiheit: "Mustang" überzeugte als bestes Erstlingswerk

Bester Schauspieler wurde Vincent Lindon für seine Rolle als gedemütigter Arbeitsloser in "Der Wert des Menschen" von Stéphane Brizé. Auch der 56-Jährige Lindon erhielt damit nach fünf Nominierungen seinen ersten César. Als bester Regisseur wurde Arnaud Desplechin für "Trois souvenirs de ma jeunesse" ausgezeichnet. Der Film des 54-Jährigen war insgesamt elf Mal nominiert. Einen César für den besten Animationsfilm gab es für "Der kleine Prinz" nach dem Buch von Antoine de Saint-Exupéry.

Vorgeschmack auf Oscar-Anwärter

Der mit neun Nominierungen als großer Favorit ins Rennen gegangene "Mustang" erhielt vier der begehrten Césars, unter anderem in der Kategorie bestes Erstlingswerk. Das Drama der türkisch-französischen Regisseurin Deniz Gamze Ergüven über fünf junge Türkinnen auf der Suche nach der Freiheit hat am Sonntag auch Chancen auf den Auslands-Oscar.

Die Oscars werden an diesem Sonntag vergeben. Der Ehren-César ging an den Hollywoodstar Michael Douglas ("Wall Street: Geld schläft nicht"). Der 71-Jährige bedankte sich auf Französisch. Es sei eine Ehre, diese Trophäe von einem Land zu bekommen, das das Kino und große Schauspieler hervorgebracht habe. Der Cannes-Gewinner und Favorit "Dämonen und Wunder" von Jacques Audiard, der mit acht Nominierungen in den Trophäen-Wettkampf einstieg, ging leer aus.

pab/stu (afpd, dpa)

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