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Wissen & Umwelt

Französischer Bericht über Nuklear-Vorfall: Erhöhte Radioaktivität kam aus Russland oder Kasachstan

Ende September hatten Wetterstationen in Westeuropa erhöhte Werte von radioaktivem Ruthenium-106 gemessen. Pariser Experten glauben nun eine Erklärung gefunden zu haben.

Das französische Institut für nukleare SicherheitIRSN veröffentlichte am Donnerstag einen Ergebnisbericht über erhöhte Strahlungsmessungen Ende September in zahlreichen westeuropäischen Ländern. Damals hatten Meteorologen erhöhte Werte von Ruthenium-106 festgestellt - die Deutsche Welle hatte darüber berichtet.

Nun kam das IRSN zu dem Schluss, dass die gesamte freigesetzte Menge des Isotops zwischen 100 und 300 Terabecquerel betragen haben muss. Es war also eine größere Menge des Stoffes.

Hätte eine derartige Freisetzung in Frankreich stattgefunden, hätten die Behörden Menschen in einem Umkreis von mehreren Kilometern um den Unfallort evakuieren müssen.

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Entweder aus der nuklearen Aufbereitung oder aus der Medizin

Das IRSN schloss einen Unfall an einem Kernreaktor als Ursache der Strahlung aus. Wahrscheinlich stammte das Ruthenium von einer Wiederaufbereitungsanlage für Kernbrennstoff oder aus einer medizinischen Einrichtung. Ruthenium-106 entsteht als Spaltprodukt in Kernreaktoren. Es kommt in der Medizin zum Einsatz. In freier Natur kommt es nicht vor.

Folgen für die Gesundheit von Menschen in Europa hatte der Vorfall nicht. Was in der unmittelbaren Nähe des Havarieortes geschehen ist, bleibt indes unklar - auch, weil der Ort nicht bekannt ist. Aufgrund der Analyse von Wetterdaten verorteten die französischen Experten die Quelle des Rutheniums einen Bereich südlich des Ural. Das Ruthenium-106 kann entweder in Russland oder in Kasachstan ausgetreten sein.

"Die russischen Behörden haben uns gegenüber erklärt, dass auf ihrem Territorium kein Unfall stattgefunden habe", sagte IRSN-Direktor Jean-Marc Peres gegenüber der Agentur Reuters.

jh/fs/hf (AFP, Reuters)

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