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Politik

Französische Soldaten sterben in Elfenbeinküste

Französische Soldaten sind in Elfenbeinküste von Regierungstruppen des Landes angegriffen und getötet worden. Der Waffenstillstand in dem Land steht auf der Kippe.

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Unter Beschuss: Französische Stellung in Elfenbeinküste

Bei neu aufgeflammten Kämpfen im westafrikanischen Land Elfenbeinküste haben Kampfflugzeuge der Regierung am Samstag (6.11.2004) französische Stellungen angegriffen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Paris wurden dabei acht französische Soldaten getötet, 23 weitere erlitten Verletzungen. Die Angreifer bombardierten nach Angaben von Sprecher Philippe Moreux die französische Position in Brobo nahe Bouake, der Hauptstadt der Rebellen. Die Streitkräfte schossen daraufhin nach UN- und französischen Militärangaben zwei Flugzeuge und einen Kampfhubschrauber der Regierung ab.

Am Donnerstag hatte die Regierung Angriffe auf den von den Rebellen gehaltenen Norden geflogen und damit den seit über einem Jahr herrschenden Waffenstillstand gebrochen; sie kündigte außerdem eine Offensive an. Das Hauptquartier der Aufständischen in Bouake wurde inzwischen zerstört, in der Stadt brach die Wasser- und Stromversorgung zusammen.

Weitere Kämpfe

Angriffe gab es auch in der Stadt Korhogo, Kämpfe wurden zudem aus der Umgebung der Stadt Raviar rund 30 Kilometer südlich von Bouake in der Pufferzone zwischen Rebellen- und Regierungstruppen gemeldet.

Unterdessen schaltete sich die Afrikanische Union (AU) in den Konflikt ein. Der nigerianische Staatschef Olusegun Obasanjo, amtierender Präsident der AU, traf sich am Samstag nahe der Wirtschaftsmetropole Lagos mit Politikern aus der Region. Beraten werden sollte, wie die Regierung der Elfenbeinküste gezwungen werden könne, die Luftangriffe einzustellen. Obasanjo wollte sich nach Angaben eines Sprechers auch mit dem AU-Kommissionsvorsitzenden Alpha Oumar Konare treffen. "Die Elfenbeinküste ist der Dreh- und Angelpunkt in Westafrika, was auch immer in diesem Land geschieht, betrifft die gesamte Region", ergänzte ein AU-Politiker, der anonym bleiben wollte. Dies gelte besonders für die von Bürgerkriegen zerrissenen Nachbarländer Liberia und Sierra Leone.

Geteiltes Land

Frankreich, die ehemalige Kolonialmacht der Elfenbeinküste, hat im vergangenen Jahr ein Friedensabkommen zwischen den Konfliktparteien vermittelt. Frankreich und die Vereinten Nationen haben zusammen insgesamt 10.000 Soldaten nach Elfenbeinküste entsandt.

Das Land ist seit einem Putschversuch im September 2002 de facto geteilt. Im Norden herrschen die Rebellen, die Regierung hat nur noch den Süden mit der Wirtschaftsmetropole Abidjan unter Kontrolle. (mas)

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