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Aktuell Europa

Französische Justiz ermittelt gegen Front-National-Gründer Le Pen

Hat Jean-Marie Le Pen Millionensummen in der Schweiz versteckt? Die französische Justiz hat offenbar ein Verfahren gegen den Gründer des rechtsextremen Front National aufgenommen. Le Pen streitet alle Vorwürfe ab.

Le Pen wird die Vertuschung von Steuerbetrug vorgeworfen. Ein Verfahren sei bereits angelaufen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP und bezieht sich dabei auf Informationen aus Justizkreisen. Hintergrund sind demnach Berichte über ein Schweizer Geheimkonto. Die Enthüllungsplattform "Mediapart" hatte im April berichtet, der langjährige Vorsitzende des Front National (FN) habe auf einem Konto in der Schweiz 2,2 Millionen Euro über eine Treuhandgesellschaft versteckt. Als Rechtsvertreter der Gesellschaft sei Le Pens persönlicher Assistent Gerald Gérin eingesetzt worden, berichtet "Mediapart".

Le Pen selbst erklärte, er habe nichts mit einer Treuhandgesellschaft im Ausland zu tun. Seit Ende 2013 ermittelt die französische Justiz bereits wegen eines auffälligen Vermögenszuwachses in Höhe von 1,1 Millionen Euro gegen den rechtsextremen Politiker.

Politisch kaltgestellt?

Die Parteiführung des FN hatte Jean-Marie Le Pen Anfang Mai suspendiert. Grund waren aber nicht finanzielle Machenschaften, sondern rassistische und antisemitische Aussagen. Die Partei erwägt, Le Pen den Titel des Ehrenvorsitzenden zu entziehen. Im Juli hat Parteichefin Marine Le Pen einen Sonderparteitag zu ihrem Vater einberufen, der darüber entscheiden soll.

Jean-Marie Le Pen hatte den Front National 1972 mitgegründet und rund vier Jahrzehnte angeführt. Anfang 2011 trat er die Parteiführung an seine Tochter Marine ab. Unter ihrer Ägide gewann der FN deutlich an Zulauf. Bei den Europawahlen vor einem Jahr wurden die Rechtsextremen mit rund 25 Prozent der Stimmen erstmals in ihrer Geschichte Frankreichs stärkste Kraft.

sp/sti (afp, rtr)