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Westafrika

Französisch-schweizerische Entwicklungshelferin in Mali entführt

Tatort ist die Stadt Gao, früher Hochburg der islamistischen Rebellen. Dort beteiligen sich auch deutsche Soldaten an einer UN-Mission zur Beruhigung der Lage in Nordmali. Sie gilt als gefährlichster Einsatz der UN.

Im westafrikanischen Mali ist eine französisch-schweizerische Entwicklungshelferin verschleppt worden. Die Frau sei am Samstag in der Stadt Gao im Norden Malis (Foto) entführt worden, teilte das Ministerium für Sicherheit in der Hauptstadt Bamako mit. Wer hinter der Tat stecke, sei nicht klar. Ein Hörfunksender in Gao berichtete, die Frau gehöre der Hilfsorganisation Aide Gao an, die sich vor allem um unterernährte Kinder kümmert. Die Helferin sei von mehreren Männern verschleppt und mit einem Auto weggebracht worden.

Die Organisation Aide Gao war zunächst nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen. Aus französischen Diplomatenkreisen erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters, der Regierung in Paris seien die Berichte über den Vorfall bekannt und sie bemühe sich um eine Bestätigung.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am 19.12. 2016 in Gao (Foto: REUTERS/Nietfeld)

Verteidigungsministerin von der Leyen in Gao

In Mali haben in den vergangenen Jahren wiederholt radikal-islamische Extremisten Angriffe verübt. Vor allem der Norden des Landes leidet unter der Gewalt. Gao war im Jahr 2012 von islamistischen Milizen belagert worden. Ein Jahr später wurden die Extremisten von französischen Soldaten vertrieben. Heute wird Gao von französischen, malischen und UN-Soldaten gesichert.

Auch die Bundeswehr hat rund 600 Soldaten in Mali stationiert. Im nächsten Jahr ist wegen der Entsendung von acht Hubschraubern eine deutliche Truppenaufstockung geplant, wahrscheinlich um mehr als 300 Soldaten. Die Bundeswehr beteiligt sich an der Mission Minusma der Vereinten Nationen, sie gilt als der gefährlichste UN-Einsatz weltweit. Mit Minusma soll überwacht werden, ob das Friedensabkommen von 2015 zwischen der Regierung und den islamistischen Rebellen eingehalten wird. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte erst in der vergangenen Woche die deutschen Soldaten in Gao besucht und sie auf einen noch lange dauernden Einsatz eingestimmt. 

sti/ml (afp, rtr)

 

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