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Aus finanziellen Gründen

Frankreichs Sozialisten verkaufen Parteigebäude in Paris

Einst waren sie eine stolze Volkspartei in Frankreich - doch nach ihren jüngsten Wahlniederlagen sieht es finanziell nicht gut aus für die Sozialisten. Sie müssen ihr historisches Parteigebäude in Paris verkaufen.

Seit Monaten wurde in Paris darüber spekuliert, nun ist die Bestätigung da: Die nach den Wahlen merklich geschwächten französischen Sozialisten verkaufen ihr historisches Parteigebäude im schicken 7. Stadtbezirk der Hauptstadt. Der Sitz in der Rue de Solférino werde aus finanziellen und politischen Gründen veräußert, erklärte Schatzmeister Jean-François Debat.

Einbußen von rund 100 Millionen Euro

Die herben Stimmenverluste bei mehreren Wahlen bedeuteten für die Parti Socialiste (PS) Einbußen von rund 100 Millionen Euro in fünf Jahren. Das entspreche drei Viertel der Einnahmen der Partei, sagte Debat. Diese habe die Entscheidung getroffen, in Zukunft das Gros ihres verbleibenden Budgets, das etwa acht Millionen Euro im Jahr beträgt, in "politische Aktionen" zu stecken.

"Natürlich hängen wir alle am Sitz der Sozialistischen Partei", räumte Debat ein. Aber nach den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Frühjahr sei den Genossen hinreichend eingetrichtert worden, dass "dies nicht nur eine Niederlage ist, sondern das Ende einer Epoche, einer Ära". Es müsse eingesehen werden, dass die "Neubegründung" der Partei auch anderswo bewerkstelligt werden könne als in dem traditionsreichen Gebäude unweit des Musée d'Orsay.

Zwischen 40 und 70 Millionen Euro wert

Die PS logiert in dem Gebäude nach Angaben der Tageszeitung «Le Monde» seit 1980 auf rund 3000 Quadratmetern. In der Partei würden Spekulationen nicht dementiert, wonach das Bürohaus zwischen 40 und 70 Millionen Euro wert sein könnte, schrieb das Blatt.

cr/ml (dpa, afp)