1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Europa

Frankreichs Präsident zur Halbzeit auf dem Tiefpunkt

Nach der Hälfte seiner fünfjährigen Amtszeit ist der französische Staatschef so unbeliebt wie nie: Angesichts verheerender Umfragewerte räumt Francois Hollande "Fehler" ein – will aber Kurs halten.

Er werfe sich vor, dass er die Senkung der Arbeitslosigkeit für 2013 versprochen habe, was nicht eingetreten sei, sagte Hollande am Donnerstagabend bei seinem ersten großen Live-Fernsehinterview seit März 2013. Dadurch habe er bei vielen Franzosen "Hoffnung" geweckt.

Der Sozialist bekräftigte aber sein Ziel des Abbaus der Arbeitslosigkeit und dass er im Falle eines Scheiterns nicht mehr bei der Präsidentenwahl 2017 kandidieren werde: "Wenn ich das nicht am Ende meiner Amtszeit erreiche, denken Sie, dass ich vor die Franzosen treten würde?" Die Wähler würden "unerbittlich" sein – "und sie hätten Recht", sagte Hollande.

Der Staatschef machte zugleich deutlich, dass er an seinem auch im eigenen Lager umstrittenen Reformkurs festhalten werde: "Ich werde in den zweieinhalb Jahren, die mir bleiben, mein Land bis zum Ende reformieren", versicherte er. Vor allem der linke Flügel der Sozialisten wirft ihm einen zu unternehmerfreundlichen Kurs vor.

Präsident im Umfrage-Rekordtief

Hollande kämpft seit seiner Wahl zum Präsidenten am 6. Mai 2012 gegen eine stetig steigende Arbeitslosigkeit, ein schwaches Wachstum und eine zu hohe Staatsverschuldung an. Trotz Reformen und schmerzhaften Sparanstrengungen blieben Erfolge bisher aus.

Nach jüngsten Umfragen urteilen lediglich 13 Prozent der Franzosen positiv über die Bilanz Hollandes zur Hälfte seiner Amtszeit. Mehr als acht von zehn Franzosen wollen nicht, dass er 2017 noch einmal als Präsidentschaftskandidat antritt.

Zwei Umfragen vom Donnerstag fallen kaum besser für den Sozialisten aus: Laut dem Institut CSA sind 67 Prozent der Franzosen der Ansicht, dass seine Wirtschaftspolitik "ziemlich negative" oder "sehr negative" Auswirkungen hatte. In einer YouGov-Umfrage schlug er erneut alle Rekorde der Unpopularität mit nur noch 12 Prozent Zustimmung im November. Bei anderen Umfragen der Tage zuvor war er zwischen 14 und 20 Prozent gelandet.

re/gmf (afp, dpa, rtr)