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Frankreich

Frankreichs Präsident Macron stürzt in Umfrage ab

Dämpfer für den neuen französischen Präsidenten: Emmanuel Macron verliert in einer Beliebtheits-Umfrage zehn Prozentpunkte - und stellt damit sogar seinen höchst unbeliebten Vorgänger François Hollande in den Schatten.  

Zwei Wahlen hat er souverän gewonnen, doch nun kommt offensichtlich der Gegenwind: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach einer neuen Umfrage bei den Franzosen erheblich an Beliebtheit eingebüßt. 54 Prozent der Befragten seien mit dem jüngsten französischen Staatschef aller Zeiten zufrieden, berichtete die Wochenzeitung "Le Journal de Dimanche" unter Berufung auf das bekannte Meinungsforschungsinstitut Ifop. Das sei innerhalb eines Monats ein Rückgang von zehn Punkten.

Einen schlimmeren Umfragen-Absturz zu Mandatsbeginn habe nur Konservative Jacques Chirac hinnehmen müssen, berichtete das Blatt. Zwischen Mai und Juli 1995 habe der Rückgang für ihn 15 Punkte betragen. Noch nicht einmal Macrons Vorgänger François Hollande, dessen Unbeliebtheit zuletzt fast sprichwörtlich war, war zu Beginn seiner Amtszeit mit einem so schlechten Wert konfrontiert wie Macron.

Frankreich Nationalfeiertag in Paris | Macron & Trump (Getty Images/AFP/A. Jocard)

Macron (l.) Mitte Juli mit US-Präsident Trump in Paris

Der sozialliberale Macron hatte sich im Mai bei der Präsidentschaftswahl gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen durchgesetzt und will das Land mit Reformen modernisieren und die Wirtschaft wettbewerbsfähiger machen. Seine neu gegründete Partei "La Republique en Marche" fuhr bei den jüngsten Parlamentswahlen einen deutlichen Sieg ein.

Nationale Probleme, internationale Auftritte

In den vergangenen zwei Wochen hatte es wegen Budgetkürzungen schwere Querelen mit der Armeeführung gegeben - Generalstabschef Pierre de Villiers trat deswegen zurück. Insgesamt will die Regierung von Premier Edouard Philippe im laufenden Jahr 4,5 Milliarden Euro einsparen, um die EU-Defizitvorgaben zu erfüllen. Sorgen macht den Menschen nach Angaben der Zeitung unter anderem die geplante Reform zur Lockerung des Arbeitsrechts.

Macron konzentrierte sich bisher vor allem auf internationale Auftritte: Er empfing seinen US-Amtskollegen Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin. An diesem Montag wird der U2-Sänger Bono erwartet, der eine Entwicklungshilfeorganisation vertritt. Am Mittwoch ist dann die R&B-Sängerin Rihanna im Élysée an der Reihe. Sie ist Botschafterin für die Organisation Global Partnership for Education (GPE - Weltweite Bildungspartnerschaft).  

Zudem will Macron im libyschen Bürgerkrieg vermitteln. Der Ministerpräsident der international anerkannten Übergangsregierung, Fajis al-Sarradsch, und sein Kontrahent, der mächtige Militärführer Chalifa Haftar, würden am Dienstag im Élyséepalast erwartet, bestätigte ein Regierungssprecher entsprechende Presseberichte.

stu/qu (afp, dpa)

 

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