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Welt

Frankreichs Eliteschule international beliebt

An der französischen Elite-Schule HEC werden seit rund 125 Jahren Spitzenkräfte französischer Unternehmen ausgebildet. Inzwischen hat sich die HEC internationalisiert und zieht immer mehr Studenten aus dem Ausland an.

Aussenansicht eines Gebäudes der Ecole des Hautes Etudes Commerciales HEC in Paris (Foto: HEC)

Die Lehre orientiert sich an der Geschäftswelt

130 Hektar Wald und Wasser, Sportanlagen und Appartementhäuser - und doch ist das grüne hügelige Gelände unweit von Versailles kein Erholungsgebiet. Es ist der Sitz der Ecole des Hautes Etudes Commerciale - kurz, HEC. Die britsche Financial Times hat sie zur besten Business-School Europas gekührt. Ein Diplom der Grande Ecole, so nennen die Franzosen ihre Eliteschulen, gilt als sichere Eintrittskarte in die Chefetagen der großen Unternehmen, für eine Karriere im internationalen Spitzenmanagement. Das liegt vor allem am guten Ruf, den die HEC in Unternehmenskreisen genießt.

Praxis wird besonders groß geschrieben

Die Privatuniversität habe ihr hohes Ansehen vor allem ihrer Nähe zur Geschäftswelt zu verdanken, erklärt Jean-Paul Larçon, Senior-Professor für Internationales Management und seit 1969 an der HEC. So werden etwa die Lehrinhalte im permanenten Austausch mit der Wirtschaft definiert. Außerdem müssen HEC-Studenten während des Studiums mehrere Wochen Praktika in verschiedenen Unternehmen absolvieren.

Luftbild der Ecole des Hautes Etudes Commerciales HEC in Paris (Foto: HEC)

Ein Campus im grünen - trotzdem wird hart gearbeitet

Dass die Ausbildung an der HEC stark auf die konkreten Anforderungen in den Unternehmen ausgerichtet ist, hat auch die Deutsch-Griechin Xanti festgestellt. "Das ist gewöhnungsbedürftig", findet die 23-Jährige. Sie hatte vorher an der LSE, der London School of Economics, Wirtschafts- und Politikwissenschaften studiert. Der Wechsel zur HEC war für die Studentin eine große Umstellung: "Am Anfang hatte ich meine Probleme mit der Lehrmethode". Im Vergleich zur LSE werde in Paris weniger akademisch und wissenschaftlich ausgebildet, so die Erfahrung der Studentin. An der französischen Schule gehe es eher darum, die Studenten möglichst praxisnah auf das Berufsleben vorzubereiten.

Für Xanti hat die Nähe der HEC zu den Unternehmen aber auch klare Vorteile. "Das Netzwerk der HEC ist hervorragend", lobt sie. In nur wenigen Wochen hat sie als HEC-Studentin bereits an mehreren Karriereveranstaltungen teilgenommen. Sie hat dort Kontakte zu ehemaligen Studenten der HEC knüpfen können, die heute in namhaften Unternehmen arbeiten und den Studenten ihre Unterstützung anbieten.

HEC bietet ein ausgezeichnetes Netzwerk

Der 26-jährige Charlie aus den USA ist im zweiten Jahr an der HEC. Er hatte sich an der Schule beworben, weil sie in den Uni-Rankings hervorragend abschneidet. Zwar konstatiert auch er, dass das akademische Niveau der französischen Grande Ecole niedriger ist als das amerikanischer Eliteuniversitäten. Er zeigt sich aber beeindruckt vom ungewöhnlich hohen Bildungsniveau der HEC-Studenten. "Die interessanten Dinge lerne ich eher in Gesprächen mit anderen Studenten als in den HEC-Kursen", sagt der Student ohne Ironie.

Ein Hörsaal der Ecole des Hautes Etudes Commerciales HEC in Paris während einer Vorlesung. (Foto: HEC)

Auch ein Doppel-Master mit einer anderen europäischen Uni ist möglich

Andrea ist im September über die Freie Universität Berlin zur HEC gekommen. Die 22-jährige Deutsche macht einen Doppelmaster in Public Policy & Management, der von beiden Universitäten in Kooperation angeboten wird. Zu den Pluspunkten der HEC gehört für sie das mehrsprachige Angebot. Sämtliche Kurse werden sowohl auf Französisch wie auf Englisch gehalten. "Man kann wählen und in beiden Sprachen Fortschritte machen". Als Nachteil empfindet die HEC-Studentin, dass Auslandsstudenten räumlich getrennt von ihren französischen Kommilitonen untergebracht sind. Das erschwere den Kontakt.

Die besten der Besten

Das klassische HEC-Studium dauert drei Jahre. Doch wer an der Grande Ecole studieren will, muss vorher ein strenges Auswahlverfahren durchlaufen. Es werden nicht nur überdurchschnittlich gute Bachelor-Abschlüsse verlangt, die HEC erwartet zudem ein passendes persönliches Profil.

Foyer der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Ecole des Hautes Etudes Commerciales HEC in Paris mit Studenten (Foto: HEC)

Die Studienplätze sind begehrt - Die Aufnahmeprüfung ist anspruchsvoll

Die strikten Aufnahmebedingungen gelten genauso für ausländische Studenten, die dort mittlerweile gut 40 Prozent ausmachen. Die Bewerber müssen eine Aufnahmeprüfung ablegen, genannt, genannt: Management-Admission-Test. Dabei werden sie in einem Interview abgeklopft und ihre Leistungen im Bachelor werden noch einmal von der HEC überprüft. Dann erstellt die Schule Bewerber-Rankings, von Platz 1 bis 100. "Das Ranking entscheidet über die Vergabe der Stipendien", erklärt Iris Ritter. Sie ist zuständig für internationale Angelegenheiten der HEC.

Französische Industrie- und Handelskammer finanziert die Schule

Die HEC ist eine Privatschule. Sie finanziert sich aus zwei Quellen: aus Geldern der französischen Industrie- und Handelskammer und aus den Studiengebühren. Europäische Studenten zahlen stattliche 12.000 Euro pro Jahr; außereuropäische sogar 16.000 Euro. Hinzu kommen Kosten für Essen und Unterkunft auf dem Campus: noch einmal rund 4000 Euro im Jahr. Da die HEC staatlich anerkannt ist, können Europäer auch Bafög beziehen. Außerdem gibt es für Studenten die Möglichkeit, sich etwas Geld mit Jobs auf dem Campus zu verdienen.

Autorin: Margit Hillmann
Redaktion: Pouyeh Ansari

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