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Europa

Frankreich verschärft Sicherheit für Thalys

Schleusen, Metalldetektoren, Röntgenscanner: Wer mit dem Hochgeschwindigkeitszug Thalys fahren will, den erwarten künftig ähnliche Sicherheitsvorkehrungen wie beim Fliegen. Das soll auch für Bahnhöfe im Ausland gelten.

Nach den Anschlägen vor Paris und dem vereitelten Angriff in einem Thalys sollen an den Bahnhöfen in Paris und Lille noch in diesem Jahr Sicherheitsschleusen eingerichtet werden. Geplant sind sie an den Zugängen zu den entsprechenden Gleisen des Hochgeschwindigkeitszugs.

Nach Angaben der französischen Regierung werden sie denen für Reisen durch den Ärmelkanaltunnel entsprechen. Nutzer der dort verkehrenden Eurostar-Züge müssen schon heute Kontrollen durchlaufen und vor der Fahrt einen Metalldetektor passieren. Zudem gibt es Gepäckkontrollen per Röntgenscanner.

Die für Verkehr zuständige Ministerin Ségolène Royal kündigte zudem an, die Sicherheitsschleusen müssten auch an Thalys-Bahnhöfen im Ausland eingerichtet werden. Belgien habe seine Bereitschaft dazu bereits signalisiert. Wenn nötig, werde Frankreich sich um die Installation kümmern; die Kosten könnten dann zwischen den Bahnhöfen aufgeteilt werden. Als konkrete Beispiele für Bahnhöfe im Ausland nannte Royal Brüssel, Amsterdam und Köln.

Nach Angaben der Ministerin wird auch geprüft, im internationalen Bahnreiseverkehr verbindlich personengebundene Tickets einzuführen. An allen Bahnhöfen mit internationalen Verbindungen sollten die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt werden.

Terror-Unterstützer wird Richter vorgeführt

Video ansehen 01:53

Paris eine Woche nach den Anschlägen

Bei Anschlägen in Paris waren am 13. November 130 Menschen von islamistischen Attentätern getötet worden. Ihnen vorausgegangen war im August ein Angriff auf einen Thalys, der von Brüssel in die französische Hauptstadt unterwegs war. Fahrgäste konnten den mit einem Sturmgewehr bewaffneten Marokkaner damals überwältigen.

Ein mutmaßlicher Unterstützer der Attentäter von Paris ist inzwischen an die Justiz überstellt worden: Jawad Bendaoud soll im Verlauf des Tages einem Richter vorgeführt werden, wie aus Justizkreisen verlautete. Bendaoud war bei einer Razzia am vergangenen Mittwoch nahe der Wohnung in der Pariser Vorstadt Saint-Denis festgenommen worden. Er soll dem mutmaßlichen Anschlags-Drahtzieher Abaaoud diese Wohnung zur Verfügung gestellt haben.

Mehr Sicherheit auch für AKW und EM

Die Sicherheit bereits erhöht hat nach eigenen Angaben der französische Energieversorger EDF an seinen Atomkraftwerken. An allen Standorten herrscht laut der Konzernführung "hohe Wachsamkeit", das Unternehmen sei bereits seit dem Angriff auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" im Januar in "maximaler Alarmbereitschaft". So seien alle Mitarbeiter in den Nuklearanlagen überprüft worden. Das Staatsunternehmen betreibt in Frankreich 58 Reaktoren in 19 Atomanlagen.

Mit Blick auf die Fußball-Europameisterschaft im kommenden Jahr in Frankreich kündigten Regierung und Organisatoren an, ihre Pläne für die sogenannten Fanzonen in den zehn EM-Spielorten nicht aufzugeben. Demnach sollen für die neuralgischen Sammelplätze für Tausende von Fans grundsätzlich die Zahl der Sicherheitskräfte aufgestockt und die Videoüberwachung ausgeweitet werden.

bor/uh (dpa,rtr,afp)

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