1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Europa

Frankreich verbannt ultradünne Models vom Laufsteg

Im Kampf gegen die Magersucht greift Frankreich nun durch: Das Parlament beschloss ein Gesetz, das Magermodels den Zutritt zu den Mode-Laufstegen verwehrt. Bei Verstößen drohen Gefängnis- und Geldstrafen.

Das neue Gesetz sieht vor, dass Models künftig ein ärztliches Attest vorlegen müssen, bevor sie arbeiten dürfen. Um auf französischen Modeschauen oder bei Foto-Shootings Geld zu verdienen, brauchen Models in Zukunft eine medizinische Bescheinigung, dass ihr Gesundheitszustand mit dem Beruf vereinbar ist. Fotos, auf denen Models per digitaler Nachbearbeitung künstlich verschlankt werden, müssen entsprechend gekennzeichnet werden. Wer Models ohne Bescheinigung beschäftigt, dem drohen sechs Monate Gefängnis und 75.000 Euro Strafe. Die Pariser Nationalversammlung nahm die Regelung als Teil einer umstrittenen Gesundheitsreform an.

Fallen gelassen wurde das ursprüngliche Vorhaben des Parlaments, einen Mindest-Body-Mass-Index - eine Kennzahl für das Körpergewicht - für Models festzulegen. Der Body-Mass-Index setzt das Gewicht ins Verhältnis zur Körpergröße. Die Abgeordneten einigten sich schließlich darauf, dass Ärzte unter Einbeziehung von Kriterien wie Alter, Geschlecht und Körperbau darüber entscheiden sollen, ob ein Model zu mager ist. In Frankreich gibt es schätzungsweise mindestens 30.000 Menschen, fast alle aus der jungen Generation, die an einer anorexia nervosa, einer Essstörung mit einer hohen Sterblichkeitsrate, leiden.

Nach der ersten Lesung des Gesetzes im Frühjahr hatten die Model-Agenturen kritisiert, es sei falsch, Magersucht als seelisch bedingte Krankheit und Schlankheit von Models zu vermischen. Ein Verbot von Magermodels gibt es bereits in Israel. Italien einigte sich mit den Modeverbänden 2006 auf eine Grundsatzerklärung gegen Magersucht. Auch in anderen europäischen Ländern wird das Problem immer wieder diskutiert. Oft gibt es Selbstverpflichtungen von Verbänden oder Designern, auf Mager-Models zu verzichten.

kle/djo (afp, dpa)