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Europa

Frankreich: Politik zielt ganz auf Integration

Im klassischen Einwanderungsland gilt schon lange das Bodenrecht. Gegen illegale Einwanderer wird aber hart vorgegangen.

Der halbwüchsige Mohammed, seine Freundin Margita und der Klassenkamerad Joaquim haben nur noch sehr niedrige Hürden zu nehmen, wenn sie französische Staatsbürger werden wollen. Und wer ein populärer Rap-Musiker aus Westafrika ist oder ein Weltklasse-Kicker aus Algerien, der wird in dem klassischen Einwanderungsland sowieso problemlos aufgenommen und anerkannt. Nicht nur in südfranzösischen Städten wie Marseille und Nîmes, auch hoch im französischen Norden ist das bunte Völkergemisch schon lange Alltag. Die Politik der früheren Kolonialmacht zielt auf Integration, allerdings auch auf ein hartes Vorgehen gegen den Strom der illegalen Einwanderer.

Schon lange gilt in Frankreich das "Bodenrecht" - im Gegensatz zum "Blutsrecht", wo nur die Staatsangehörigkeit der Eltern zählt. Und die rotgrüne Regierung des Sozialisten Lionel Jospin hat es den Zuwanderern noch ein Stück leichter gemacht, eingebürgert zu werden. Wer ausländische Eltern hat, aber auf französischem Boden das Licht der Welt erblickt, der wird mit 18 Jahren ganz automatisch Franzose. Einzige Bedingung ist nach dem Gesetz vom 31. August 1998 noch, dass er seit seinem elften Lebensjahr mindestens fünf Jahre unter den Franzosen gelebt hat. Beantragt werden kann die Staatsbürgerschaft auch schon mit 16 oder - wenn zusammen mit den Eltern - bereits mit 13 Jahren.

Asylsuchende haben einen schweren Stand

Seit einem Vierteljahrhundert ist der Anteil der Einwanderer an der Gesamtbevölkerung bemerkenswert stabil - nach den statistischen Zahlen liegt er bei 7,4 Prozent (gegenwärtig etwa 4,3 Millionen).

Wenn aber wie im Februar 900 Kurden aus den Laderäumen eines gestrandeten Frachters an den Strand der Côte d'Azur schwimmen, kommt sofort auch die Asyldiskussion auf. Ansonsten geht es wie auf etlichen anderen gesellschaftlichen Feldern: Pragmatismus vor starren Regeln. In dem multikulturellen Land mit seinen über vier Millionen Moslems profitieren die meisten davon. Ausgenommen die Flüchtlinge. Von 40.000 Asylsuchenden bekamen im Vorjahr nur gut 5000 das Recht zu bleiben.