1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Fußball

Frankreich mit Glück, Russland ohne Happy-End

Frankreich fährt durch ein Handspiel von Thierry Henry zur WM. Otto Rehhagels Griechen sichern sich ihr Ticket dagegen mit ehrlichen Fußballtugenden. Slowenien überrascht Russland und Portugal bleibt souverän.

Zwei französische Fußballfans mit Trikots und Hüten in Nationalfarben küssen einen nachgemachten WM-Pokal.(AP Photo/Christophe Ena)

Frankreichs Fans brauchten gute Nerven

Frankreich hat sich zur WM gezittert. Der Vizeweltmeister von 2006 musste in Paris gegen Irland sogar in die Verlängerung. Die Gastgeber begannen verhalten, die Iren wirkten wacher und engagierter. Folgerichtig erzielte Kapitän Robbie Keane in der 32. Minute den Führungstreffer für den großen Außenseiter. Nach einer schönen Hereingabe von Damien Duff traf Keane volley ins rechte Eck. In der zweiten Hälfte hatte Frankreich wieder ein spielerisches Übergewicht, Irland aber die besseren Chancen. Allein der starke Keane hatte die Entscheidung gleich mehrmals auf dem Fuß. Die Partie ging in die Verlängerung. In der 103. Minute erlöste Frankreichs William Gallas sein Team und die Fans im Stade de France. Sein 1:1-Ausgleichstreffer war allerdings heftig umstritten. Vorbereiter Thierry Henry hatte den Ball klar mit der Hand gespielt. Der irische Verband FAI legte mittlerweile beim Weltverband FIFA offiziell Beschwerde ein und forderte ein Wiederholungsspiel.

König Otto verlängert seine Amtszeit

Spieler und Betreuer der griechischen Nationalelf bilden einen Kreis und feiern auf dem Rasen in Donezk ihre WM-Qualifikation(AP Photo/Sergei Grits)

Griechenland feiert den jüngsten Coup von Otto Rehagel

71 Jahre alt musste Otto Rehhagel werden, bis auch er die Teilnahme an einer Fußball-Weltmeisterschaft perfekt machen konnte. Die von ihm betreute griechische Nationalelf schaffte die Überraschung in Donezk. Gegen die Gastgeber aus der Ukraine gewannen die Hellenen durch ein Tor von Dimitrios Salpingidis aus der 32. Minute. Der Stürmer verwertete einen Traumpass aus dem Mittelfeld nervenstark zum 1:0. Die Ukrainer, angetrieben von Bayern-Profi Anatoli Timoschtschuk, machten in der zweiten Hälfte Druck, blieben aber zu harmlos. Mit einer dicht gestaffelten Abwehr, Geduld und etwas Glück brachten die Griechen die Führung über die Zeit. "Ich bin stolz auf meine Jungs, sie haben mit Leidenschaft und Engagement gespielt", sagte Rehhagel nach der Partie. Griechenland feiert die zweite WM-Teilnahme nach 1994.

Russland scheitert in Maribor

Drei verschiedene Nationalmannschaften hat Guus Hiddink schon bei Weltmeisterschaften betreut, 2010 muss er pausieren. Seine russische Elf verpasste den Sprung nach Südafrika durch eine 0:1-Niederlage in Slowenien. In Maribor kämpften die Gastgeber aufopferungsvoll und gingen kurz vor der Pause verdient in Führung. Zlatko Dedic vom VfL Bochum erzielte den Führungstreffer nach einem Freistoß von der rechten Seite. Nach einer guten Stunde dezimierten sich die Russen selbst: Alexander Kerzhakov trat nach und sah die Rote Karte. "Das war ein Schlüsselmoment für uns", bemerkte Hiddink nach der Partie. Angefeuert von den eigenen Fans legten die Slowenen dann ihre ganze Leidenschaft in die Zweikämpfe. Hiddinks Elf versuchte Druck zu machen, außer einem Kopfball von Pawel Progrebnjak sprang aber nichts wirklich Gefährliches mehr heraus. Mit diesem Erfolg fährt Außenseiter Slowenien zum ersten Mal zu einer Weltmeisterschaft. Unter den rund zwei Millionen Einwohnern herrscht Euphorie.

Hängende Köpfe bei zwei Hoffenheimern

Sejad Salihovic und Vedat Ibisevic müssen mit dem bosnischen Nationalteam im kommenden Jahr zu Hause bleiben. Das Relegationsrückspiel gegen Portugal ging wie schon das erste Aufeinandertreffen mit 0:1 verloren. Nach einer Halbzeit ohne große Höhepunkte wurde das Spiel in den zweiten 45 Minuten schwungvoller. Raúl Mereiles nutzte in der 56. Minute eine schwache Abwehrleistung der Gastgeber und schob den Ball von Höhe des Elfmeterpunktes ins Netz. Von diesem Rückschlag konnten sich die Bosnier nicht mehr erholen. Die Portugiesen schafften auch ohne die Hilfe des verletzten Cristiano Ronaldo den Sprung zur WM-Endrunde.

Entscheidung im Sudan

Rafik Saifi, ein algerischer Nationalspieler, feiert die WM-Qualifikation seiner Mannschaft. Er steht mit nacktem Oberkörper und hält die Nationalflagge über dem Kopf.(AP Photo/Nasser Nasser)

Algerischer Jubel nach dem Erfolg im Entscheidungsspiel

Hart umkämpft war das letzte WM-Ticket in der Afrika-Gruppe. Ägypten und Algerien standen sich im Entscheidungsspiel auf neutralem Boden gegenüber, die Partie fand in Sudans Hauptstadt Khartum statt. Fouls und harte Zweikämpfe prägten das Bild, ein Tor brachte letzlich die Entscheidung. Bundesliga-Profi Antar Yahia brachte Algerien zur Weltmeisterschaft. Der Mittelfeldspieler des VfL Bochum traf in der 41. Minute aus spitzem Winkel unter die Latte. Mit Hupkonzerten und einem Fahnenmeer wurde der Erfolg in seiner Heimat gefeiert.

Auch mit dabei: Uruguay

Als allerletzte Mannschaft qualifizierte sich Uruguay für die WM in Südafrika: Im ausverkauften Centenario-Stadion der Hauptstadt Montevideo reichte dem zweimaligen Weltmeister (1930 und 1950) ein 1:1 gegen Costa Rica. Das Hinspiel der Relegationsrunde am vergangenen Samstag in San Jose hatte Uruguay 1:0 gewonnen.

Alle Teilnehmer der WM 2010 in Südafrika:

Afrika: Südafrika, Algerien, Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun, Nigeria

Europa: Dänemark, Deutschland, England, Frankreich, Griechenland, Italien, Niederlande, Portugal, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien

Nord- und Mittelamerika: USA, Mexiko,Honduras

Südamerika: Argentinien, Brasilien, Chile, Paraguay, Uruguay

Asien: Australien, Japan, Nordkorea, Südkorea

Ozeanien: Neuseeland

Die WM-Gruppen werden am 4. Dezember in Kapstadt ausgelost.

Autor: Jens Krepela
Redaktion: Joachim Falkenhagen

Die Redaktion empfiehlt