Frankreich liefert Terrorverdächtigen an Deutschland aus | Aktuell Europa | DW | 30.09.2016
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Aktuell Europa

Frankreich liefert Terrorverdächtigen an Deutschland aus

Seine Aussagen brachten die Ermittler auf die Spur einer mutmaßlichen IS-Terrorzelle in Deutschland. Nun könnte Saleh A. von der deutschen Justiz der Prozess gemacht werden.

Der Marktplatz in der Düsseldorfer Altstadt (picture-alliance/dpa/ Maja Hitij)

Der Marktplatz in der Düsseldorfer Altstadt

Saleh A. hatte sich im Februar in Frankreich den dortigen Sicherheitsbehörden offenbart und von angeblichen Anschlagsplänen einer Terrorzelle des "Islamischen Staates", IS, in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf berichtet.

Auf Ersuchen der Bundesanwaltschaft wurde der Mann jetzt von Frankreich nach Deutschland überstellt. Der Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof schickte den 29-jährigen Syrer in Untersuchungshaft.

Drei Festnahmen in Flüchtlingsheimen

Die drei mutmaßlichen Komplizen des Mannes waren Anfang Juni in Asylunterkünften in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Brandenburg festgenommen worden. Nach Erkenntnissen der Ermittler plante die Gruppe, bei einem Attentat im Zentrum Düsseldorfs so viele Menschen wie möglich zu töten.

Zwei Angreifer sollten sich demnach in die Luft sprengen, mehrere andere dann mit Gewehren auf Passanten feuern und Sprengsätze schleudern. Der Auftrag zu dem Anschlag soll direkt aus der Führungsebene des IS gekommen sein. Konkrete Vorbereitungen gab es laut Bundesanwaltschaft aber noch nicht.

Medien: Zweifel an Aussagen

Saleh A. lebte vor seiner Festnahme in Paris zeitweise in einer Flüchtlingsunterkunft in der Nähe von Düsseldorf. Nach Medienberichten gibt es allerdings in Justiz und Sicherheitsbehörden erhebliche Zweifel am Wahrheitsgehalt der Aussagen des Syrers. So hatte etwa die "Welt am Sonntag" im Juli geschrieben, er habe sich mehrfach in Widersprüche verstrickt.

Die Zeitung hatte auch über angebliche Kontakte des Mannes zum Bundesnachrichtendienst (BND) berichtet. Eine Quelle des deutschen Auslandsgeheimdienstes habe ihn als "Informanten" geführt. Der BND hatte dies damals nicht kommentiert.

Die Bundesanwaltschaft betonte  nun aber, Saleh A. sei "dringend verdächtig", IS-Mitglied zu sein. In dem Haftbefehl werde ihm zudem vorgeworfen, mit dem 28-jährigen Hamza C., dem 25-jährigen Mahood B. und dem 31-jährigen Abd Arahman A. K. "verabredet zu haben, für den IS in Deutschland einen Anschlag zu begehen". Anklage gegen die Männer wurde noch nicht erhoben.

wl/djo (dpa, afp)