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Aktuell Europa

Frankreich fordert Kooperation von Handyherstellern

Frankreich dringt auf ein Verfahren zur Entschlüsselung von Telefondaten. Den Handyherstellern warf Innenminister Cazeneuve vor, die Aufklärung von Attentaten zu erschweren. Auch US-Präsident Obama forderte Kooperation.

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve ist sauer. Die Technologieunternehmen ließen sich zu viel Zeit bei der Entschlüsselung von Handydaten der Attentäter von Paris, moniert der Minister. Damit machten sie es dem Staat schwerer, die islamistischen Anschläge mit 130 Toten aufzuklären und weitere Terrorangriffe zu verhindern, sagte Cazeneuve dem US-Sender CNN.

Cazeneuve fordert Entschlüsselung-Verfahren

Nach den Anschlägen vom 13. November 2015 hatte die Polizei zwei Täterhandys sichergestellt, die möglicherweise Aufschluss über ihre Verbindungen zu Komplizen und über die Vorbereitung der koordinierten Taten geben könnten. Doch bisher ist es den Ermittlern nicht gelungen, die Daten auf den Handys der Attentäter zu entschlüsseln

"Streit nicht im Interesse der Konzerne"

Wir müssen kooperieren, um eine annehmbare Balance zwischen Sicherheit und Freiheit zu finden", sagte Cazeneuve. Es müsse unbedingt ein Verfahren für die Entschlüsselung von Handydaten entwickelt werden - unter der Aufsicht eines Richters. Ein Streit sei auch nicht im Interesse der Konzerne, sagte der Minister in einer Rede an der George-Washington-Universität. Im Streit mit Apple über die Entschlüsselung des iPhones eines Attentäters stellte sich der französische Innenminister hinter das FBI.

Privatsphäre vor Terrorschutz?

Apple widersetzt sich bislang einer gerichtlichen Anordnung, dem FBI bei der Entschlüsselung des iPhones von Sayed Farook zu helfen. Farook hatte im Dezember zusammen mit seiner Frau bei einem islamistischen Anschlag im kalifornischen San Bernardino 14 Menschen erschossen, ehe das Paar von der Polizei bei einem Schusswechsel getötet wurde. Dem FBI ist es bisher nicht gelungen, die Sperre von Farooks Handy auszuhebeln. Apple begründet seine Weigerung unter anderem auf den Schutz der Privatsphäre von Smartphone-Nutzern und erhält dabei Rückendeckung von Google, Facebook und anderen Unternehmen der Tech-Branche.

Obama setzt sich für Handy-Zugriff ein

US-Präsident Barack Obama sprach sich ebenfalls für den Zugriff auf Handys in Ausnahmefällen aus. Mobile Geräte sollten so gebaut werden, dass es der Regierung möglich sei, Zugriff auf persönliche Daten zu nehmen, um Terrorangriffe zu verhindern oder Steuergesetze zu vollstrecken, sagte der Obama auf dem Technikfestival South by Southwest in Texas.

cw/pg (dpa, afp, rtr)