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Aktuell Europa

Frankreich: Ausschreitungen bei Protesten gegen Francois Hollande

Zehntausende Menschen sind in Paris anderen französischen Städten gegen die von Präsident Francois Hollande geplante Arbeitsmarktreform auf die Straße gegangen. Es kam zu Krawallen und zahlreichen Festnahmen.

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Frankreich: Gewalt bei Protesten

Die Polizei setzte vielerorts Tränengas und Schlagstöcke ein, um nach eigenen Angaben vermummte Jugendliche zurückzudrängen. Steine und Brandsätze flogen. Nach Polizeiangaben wurden 124 Menschen festgenommen. 24 Beamte wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Er habe einen Schädelbruch erlitten, als er von einem Pflasterstein am Kopf getroffen worden sei.

In der Nacht gab es in der Hauptstadt weitere Krawalle. 27 Personen wurden festgenommen, 24 von ihnen wurden in Gewahrsam genommen, wie die Pariser Polizei mitteilte. Es handele sich "um Leute, die sich prügeln wollten", sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Sie gehörten zu einer Gruppe von etwa 150 jungen Menschen, die sich weigerten, den Platz der Republik zu räumen. Daraufhin sei die Polizei in den frühen Morgenstunden angerückt.

Auch in Lyon und Marseille kam es zu Krawallen, in der Hafenstadt im Süden des Landes wurden mehr als 50 Menschen festgenommen. Auch In den Universitätsstädten Nantes und Rennes lieferten sich Polizei und Demonstranten Auseinandersetzungen.

Polizisten nehmen in Lyon einen Demonnstranten fest (Foto: Reuters)

Polizisten nehmen in Lyon einen Demonnstranten fest

Zehntausende Demonstranten

Zu den Protesten hatten Gewerkschaften sowie Studenten- und Schülerorganisationen aufgerufen. Die Behörden sprachen von frankreichweit 170.000 Demonstranten, die Gewerkschaften von 600.000. Allein in Paris gingen nach Angaben der Organisatoren 60.000 Menschen auf die Straße. Insgesamt habe es im ganzen Land mehr als 200 Demonstrationszüge gegeben.

Es war bereits der vierte landesweite Protesttag gegen die Reformpläne der sozialistischen Regierung von Präsident Francois Hollande in weniger als zwei Monaten. Zur Bekämpfung der Rekordarbeitslosigkeit will die Regierung unter anderem die 35-Stunden-Woche lockern und die Regeln für betriebsbedingte Kündigungen vereinfachen. Während der Präsident sich davon mehr Jobs erhofft, befürchten Kritiker schlechtere Arbeitsbedingungen und den Verlust sozialer Sicherheit.

Parlament berät im Mai

Die Regierung hat auf Druck der Gewerkschaften bereits einige Punkte des Gesetzestextes abgeändert, die Kritiker damit aber nicht zufriedenstellen können. Die französische Nationalversammlung soll sich ab dem 3. Mai mit dem Reformvorhaben befassen. Davor dürfte auch der Tag der Arbeit am 1. Mai im Zeichen der Proteste gegen die Lockerung des Arbeitsrechts stehen, die Gewerkschaften haben bereits neue Aktionen angekündigt.

Im März waren in Frankreich 3,53 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Dies waren 1,7 Prozent weniger gegenüber dem Rekordwert vom Februar, aber noch rund 0,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.

wl/qu (afp, rtr, dpa)

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